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WetterBlog 5 2021/22 | Kommt nach der Bombenzyklone die Wüstenhitze?!

Noch ein paar Tage winterlich, dann eher nicht mehr

08.12.2021

Der WetterBlog wollte auch mal eine Clickbait Überschrift probieren. Hat es funktioniert? Wir nehmen die Antwort vorweg: Vielleicht. Die aktuelle Woche verläuft noch relativ winterfreundlich, ab dem Wochenende wird es unsicherer. Eine deutliche und auch eher länger anhaltende Milderung ist wahrscheinlich, der genaue Zeitpunkt noch wackelig.

Barra im gestrigen Satellitenbild. add_circle
ZAMG
Barra im gestrigen Satellitenbild.

Der WetterBlog wollte auch mal eine Clickbait Überschrift probieren. Hat es funktioniert? Wir nehmen die Antwort vorweg: Vielleicht. Die aktuelle Woche verläuft noch relativ winterfreundlich, ab dem Wochenende wird es unsicherer. Eine deutliche und auch eher länger anhaltende Milderung ist wahrscheinlich, der genaue Zeitpunkt noch wackelig.

Die Bombenzyklone!

Sorgt auf den britischen Inseln für sehr ungemütliche Verhältnisse. Regional besteht unter Umständen die Chance, sich nochmal im Pub einschneien zu lassen oder bei IKEA zu übernachten. Für uns in den Alpen, um auch das gleich vorweg zu nehmen, ist die Bombenzyklone weitaus weniger dramatisch. Wir werden lediglich von einem Tiefausläufer gestreift, der heute im Alpenraum auch den Wettercharakter bestimmt.

Tiefdruckgebiet Barra hat sich von Montag auf Dienstag westlich von Irland um etwa 50hPa vertieft, ist also extrem schnell stärker geworden. Ab 24hPa in 24 Stunden spricht man von einer sogenannten “Bombogenese” oder “Bombenzyklone”. Das Orkantief wütete bereits gestern in Irland und auf den britischen Inseln. Heute geht es dort munter weiter und bei uns kommt immerhin eine von Barras Fronten an. Wie häufig bei Tiefs über England liegen vor allem die Ostalpen dabei zunächst in einer föhnigen Südströmung. Je weiter östlich, desto länger hält der Föhn an. In den Westalpen schneit es schon seit den frühen Morgenstunden. Die Warmfront arbeitet sich heute nach und nach gen Osten vor und dürfte im Laufe des Tages zumindest bis etwa zum Arlberg Niederschlag bringen. Weiter östlich schneit es dann in der Nacht und morgen. Dank Tiefdruckentwicklung im Mittelmeer bekommt heute auch der Süden etwas ab, die Staulagen im Dreiländereck IT/SLO/AT steigen sogar ziemlich gut aus. Näheres weiß der aktuelle Alarm. Der Donnerstag wird ebenfalls durchwachsen, diesmal mit mehr Auflockerungen und vielleicht sogar ein paar Sonnenstunden im Westen während der Osten meist trüb bleibt.

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500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS, für heute, Mittwoch, und Montag, den 13.12. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS, für heute, Mittwoch, und Montag, den 13.12.

Die Aussichten

Die nähere Zukunft sieht schneemäßig nicht so schlecht aus, wie das Orakel ja schon vermeldet hat. Es bleibt relativ kalt und am Freitag naht die nächste Front und bringt Nachschub für die Westalpen. Im Osten kommt voraussichtlich wenig an.

Am Wochenende beruhigt sich das Wetter. Am Alpensüdhang dürfte es mehr oder weniger durchgehend sonnig werden, im Norden hängen vor allem in der Osthälfte noch länger Wolken und hier und da fallen noch ein paar Flocken. Es nähern sich wesentlich mildere Luftmassen, die vermutlich am Sonntag oder Montag die Alpen erreichen werden, hier sind sich die Modelle im Detail noch uneinig. Die Erwärmung und die Umstellung der Großwetterlage sind allerdings relativ fix. Der Jetstream verläuft dabei über dem Atlantik ziemlich zonal, die Zeiten des stark aufgewölkten Azorenhochs sind vorbei. Die Polarfront liegt weit im Norden, so dass wir auch kein mild-feuchtes Westwetter bekommen, sondern voraussichtlich Hochdruck bei ziemlich warmen Temperaturen.

Sonnenfenster zwischen den Fronten add_circle
LH
Sonnenfenster zwischen den Fronten
Sonstiges

Ein Blick auf die Wetterstation am Pitztaler Gletscher zeigt immer noch mehr oder weniger durchschnittliche Schneemengen für die Jahreszeit und den Stationsstandort. Man sieht mittlerweile deutlich, dass die grüne Kurve (aktuelle Saison) stark von einzelnen Schneefallereignissen geprägt ist, die kurzzeitig für überdurchschnittliche Schneemengen sorgen. Mit der anschließenden Setzung fallen die Werte aber schnell wieder auf ein weit geringeres Niveau ab. Die schwarze Kurve zeigt das Mittel über die gesamte Zeitreihe, die kurzfristigen Schwankungen einzelner Schneefallereignisse sind hier “heraus gemittelt”. Wiedermal stellen wir also fest: Gar nicht so einfach festzulegen, was "normale Schneemenge" genau heißt.

Von der Meteoschweiz gibt es hier einen informativen und detaillierten Text über das richtige Interpretieren von probabilistischen Niederschlagsprobnosen, wie sie u.a. von der Meteoschweiz angeboten werden. Die ZAMG vermeldet einen "relativ normalen November" mit "pünktlichem Schneefall". Wäre ja ganz schön, wenn es so weiter ginge.

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