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TourenTipp | Ankogel

DIE Freeridetour zwischen Salzburger Land und Kärnten

13.11.2018

450 Höhenmeter Aufstieg für 1.800 Höhenmeter Abfahrt! Der Kleine Ankogel ist die Freeride-Tour im Grenzgebiet zwischen Salzburger Land und Kärnten schlechthin. Hier ist wirklich alles dabei: ein entspannter Zustieg, ein spannender kurzer Gratanstieg und ein nicht endenwollender 1.200 Höhenmeter-Nordhang.

Die Querung mit Blick auf die Hochalmspitze add_circle
Tobias Hipp
Christian Neulinger, Gerhard Haas, Johannes Hoyos
terrainAnkogel
Die Querung mit Blick auf die Hochalmspitze

450 Höhenmeter Aufstieg für 1.800 Höhenmeter Abfahrt! Der Kleine Ankogel ist die Freeride-Tour im Grenzgebiet zwischen Salzburger Land und Kärnten schlechthin. Hier ist wirklich alles dabei: ein entspannter Zustieg, ein spannender kurzer Gratanstieg und ein nicht endenwollender 1.200 Höhenmeter-Nordhang.

Die Tour startet in Böckstein auf der Nordseite der Hohen Tauern; hier lässt man das Auto stehen und nimmt den Zug durch die sog. „Tauernschleuse“ nach Mallnitz (10 Minuten). Per Skibus geht’s dann im direkten Anschluss zur Talstation der Ankogel-Seilbahn. So richtig los geht’s dann von der Bergstation (oder vom Hannoverhaus, falls die Hütte als Base für ein Freeride-Wochenende genutzt wird).

Aufstieg

Von der Bergstation fahren wir wenige Meter auf der Piste ab in Richtung Hannover Haus, in der Kehre wird aufgefellt.  Auf gleicher Höhe oder mit wenig Höhengewinn quert man die südseitigen Hänge unter der Grauleitnspitz nach Osten. Man zielt dabei immer auf das Ende eines Felsriegels – die sog. Gauleitnwand, die man am unteren Ende umgeht.

Bei guter Sicht sticht einem hier ständig die imposante Nordwand der Hochalmspitze ins Auge.

Nach der Querung kommen die eigentlichen Höhenmeter und man steigt über einen gleichmäßigen Hang nach Nordosten über das ehemalige Lessacher Kees auf. An dessen Ende erreicht man die große Radegg-Scharte. Von hier zieht ein Rücken vom Kleinen Ankogel herunter, der zunächst noch für ca. 100 Höhenmeter mit Fellen begangen werden kann. Bald steilt der Grat aber merklich auf und die Ski kommen auf den Rucksack (bei harten Bedingungen sind hier Steigeisen hilfreich). Die restlichen 150 Höhenmeter folgt man dem kaum ausgesetzten und in der Regel einfach zu gehenden Grat zu Fuß auf den Gipfel.

Alpinistische Zugabe: der Hauptgipfel des Ankogels

Für alpinistisch Motivierte lohnt sich der weitere Gratanstieg zum Hauptgipfel des Ankogels. Die Ski bleiben dabei aber am Kleinen Ankogel und der weitere Anstieg erfolgt zu Fuss. Dieser Grat ist deutlich anspruchsvoller, fordert ein paar kleine Kletterpassagen und ist mit ausgesetzten Stellen gewürzt. Steigeisen sind hier meistens nicht nur Luxus. Belohnt wird man vom Ankogel mit einer gewaltigen Aussicht von Glockner über Dolomiten zu den Julischen Alpen und (wenn man Glück hat) bis zur Adria.

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Die Abfahrt vom Kl. Ankogel add_circle
Tobias Hipp
Gerhard Haas
terrainAnkogel
Die Abfahrt vom Kl. Ankogel

Abfahrt

Vom Kl. Ankogel fährt man meist problemlos in den gigantischen Nordwesthang ein: 1.200 durchgehende Abfahrtsmeter in einem schattigen Nordhang sind die Belohnung für den Aufstieg. Die Einfahrt und die ersten 300 Höhenmeter sind um 35° steil, mit 30° zieht der Hang dann runter bis in den Talboden des Anlauftals.

Im Tal angekommen, fährt man die sanft geneigten Almflächen talauswärts zur Radeggalm. Kurz unterhalb führt eine Brücke über den Bach und man stapft in wenigen Minuten zum Sommerweg. Diesem folgt man zur Radeggalm, von dort geht es weiter auf dem Forstweg bis nach Böckstein zum Bahnhof.

Die Ausfahrt aus dem Anlauftal läuft normalerweise sehr gut; nur 2-3 Skatingpassagen und Bachquerungen stoppen die Fahrt. 

Tipp: Ein idealer Stützpunkt für ein Freeride-Wochenende ist das Hannover-Haus: es liegt nämlich nur 100 Höhenmeter unterhalb der Bergstation der Gondel. Von hier aus erreicht ihr die Freeridetour ins Knallkar, die größere Freeride-Runde zum Ankogel und einen Haufen lässige Runs im Skigebiet. Der absolute Bonus: während alle anderen unten erst in der Schlange für’s Liftticket stehen, seid ihr schon unterwegs oder fahrt grad in die erste Abfahrt direkt von der Terrasse der Hütte aus ein. Und das ganze sogar wohlgenährt nach einem entspannten Hütten-Frühstück.

Weitere Infos zum Gebiet im TourenTipp Knallkar und im SpotCheck Freeride Ankogel.

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Tobias Hipp
terrainAnkogel
Zusammenfassung

Schwierigkeit: ***(****) bei Besteigung des Hauptgipfels)

Ausgangspunkt: Böckstein Bahnhof oder Hannover Haus

Höhenmeter Aufstieg | Abfahrt: 450 m | 1.800 m

Maximale Steilheit: 35°, durchgehend 30° im Nordwesthang ins Anlauftal

Anforderungen: Etwas an Trittsicherheit braucht es schon für den Grat zum Kl. Ankogel, ggf. sind Steigeisen sinnvoll. Der Grat ist aber nie sonderlich steil oder ausgesetzt. Die Abfahrt vom Kl. Ankogel stellt keine großen Schwierigkeiten dar, die Einfahrt in den Nordwesthang meist problemlos. Jedoch ist der gigantische Nordwesthang durchgehend steil (30 – 35°). Lawinenlagebericht beachten; lokal Lawinensituation gut einschätzen.

Stützpunkt: Hannover Haus des Deutschen Alpenvereins (2.566 m). Die Hütte liegt ideal gelegen kurz unterhalb der Bergstation der Ankogelseilbahn. Es bietet sich in dieses Haus als Freeride-Base für ein Freeride-Wochenende zu nutzen. Ihr seid dann immer die Ersten: für kurze Runs im Skigebiet oder die Freeride-Tour durch’s Knallkar. 

Logistik: Die Tour zum Ankogel benötigt etwas an Planung, schließlich ist Ausgangspunkt und Endpunkt der Tour nicht der gleiche. Von Norden kommend lässt man das Auto am Bahnhof von Böckstein stehen und nimmt den Zug durch die „Tauernschleuse“. In 10 Minuten erreicht man Mallnitz auf der anderen Seite des Alpenhauptkamms; ein Skibus bringt Euch direkt in weiteren 10 Minuten zur Talstation der Gondel. Wollt ihr zurück zum Hannover Haus für einen weiteren Freeride-Tag, müsst ihr also Eure Abfahrt etwas an die Zugfahrzeiten anpassen, dieser fährt nämlich nur stündlich (immer 20 nach)

Karten: Alpenvereinskarte 44 / Hochalmspitze-Ankogel, 1:25.000, Freeride Map Hohe Tauern

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