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Materialtest | G3 SENDr

Spaßmaschine mit ungewöhnlicher Form

13.01.2018

Der SENDr kam zu mir eigentlich unerwartet, aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Mein alter Ski geht zwar noch, aber seine besten Tage sind vorbei und der Zahn der Berge hat schwer an ihm genagt. Somit bin ich mehr als happy, dass ich die Möglichkeit habe, dieses neue Gleitgerät zu testen.

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Steffen Kruse
terrainDavos

Der SENDr kam zu mir eigentlich unerwartet, aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Mein alter Ski geht zwar noch, aber seine besten Tage sind vorbei und der Zahn der Berge hat schwer an ihm genagt. Somit bin ich mehr als happy, dass ich die Möglichkeit habe, dieses neue Gleitgerät zu testen.

G3 (Genuine Guide Gear) ist hier in Europa leider etwas unbekannt und fristet ein wenig ein Schattendasein. Dass dies absolut zu Unrecht so ist und die Marke aus Kanada top-innovatives Material herstellt, zeigt meine Erfahrung mit dem SENDr.

Tester & Testbedingungen

Ich bin männlich, 85kg und 186cm groß. Ich fahre das edle Stück in 188 cm (den SENDr gibt es auch in den Längen 174, 181 und 195). Bisher habe ich sicher schon 20 Skitage auf dem Ski verbracht und es werden noch viele glückliche Tage im Schnee dazukommen. Den Ski konnte ich Anfang der Saison sogar kurz auf der Piste fahren, dann kamen die immer fetteren und richtig fetten Tage und gerade fühlt es sich eher an wie Frühjahrskitouren, wenn man da draußen unterwegs ist. Von daher kann ich bereits jetzt schon einen guten Einblick in das Verhalten und Tun des Skis geben, exemplarisch für eine ganze Saison.

Bisher ist der Ski viel beim reinen Freeriden (liftunterstützt) zum Einsatz gekommen. Aber die letzten Tage und immer wieder zwischendurch waren auch Touren mit max 1.000 Hm dabei. Als Bindung ist eine G3 Ion 12 (wurde bereits von uns getestet) installiert worden, was den Gebrauch eines Insertschuhs verlangt. Ich fahre den Ski sowohl mit einem Salomon Quest 130 Pro, als auch zum Touren mit einem Salomon MTN Lab.

Zugegeben, als ich den Ski aus der Box geholt habe, fiel mir als erstes die etwas ungewöhnliche Form der Tips auf. Ok, es muss jetzt keine Spitze wie bei meinem alten Renntiger sein, aber meine Augen hatten sich in den letzten Jahren an eine runde Form gewöhnt. Dies ist mir einfach nur als erster Eindruck aufgefallen, sonst ist mir das egal und beeinflusst diesen Test absolut nicht. Fahren muss das Gerät und zwar anständig, dann kann es von mir aus auch pink sein mit Sternspitze und zum Aufblasen.

Die Vorgaben meines Salomon QST 106 (Materialtest gibt es hier) sind enorm hoch. Denn alles was ich damals geschrieben habe, kann ich immer noch mehr als bestätigen. Was diese beiden Ski schon mal gemeinsam haben, ist die vielseitige Einsetzbarkeit und das Gewicht: der SENDr 112 wiegt bei 188cm 1,78 kg (pro Ski) und hat einen Radius von 25,8 Meter, der Shape ist 139/112/127 mm. Die neue POWERIDE PLUS Konstruktion gibt dem Ski eine enorme Vielseitigkeit und Laufruhe.

Nachfolgend gehe ich genauer auf den Aufbau des Skis ein, beginnend mit dem Topsheet. Das Deckblatt ist aus Nylon und soll extrem robust sein, wobei bei mir schon die ein oder andere Macke an der Kante zu sehen ist, aber nichts Dramatisches. Die zwei Titanal Einlagen der 7.000er Serie sorgen für Dämpfung und Kraftübertragung. Der Kern des Skis besteht aus Pappel-Paulownia, dieser gibt ihm die Leichtigkeit. Quadraxial vernähtes Karbonfiber macht ihn leicht, stark und trägt ebenfalls zur Torsionssteifigkeit bei. Polyurethan Seitenwangen sorgen für hohe Beständigkeit und gute Dämpfung. Die gehärteten Stahlkanten sind widerstandsfähig gegen Korrosion, Schläge und Steinkontakt. Und zu guter Letzt macht der hochwertige Belag den Ski schnell, beständig und langlebig. Bei diesen Angaben handelt es sich größtenteils um Herstellerangaben, die ich natürlich nicht bis ins Detail testen und bestätigen kann. Aber diese Angaben sind auch eher wichtig für die Technikfreaks, mich interessiert das Ergebnis und die Funktion.

Die Skidetails lesen sich schon mal gut und auch das Setup mit der Bindung macht richtig Bock und Vorfreude. Das Aussehen ist eher schlicht gehalten, auffällig ist noch das „edle“, in Silber gehaltene G3 Emblem.

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Steffen Kruse
terrainDavos

Testbericht

Jetzt aber genug Details auf dem Papier. Wie fährt sich der Ski und wie funktioniert er im Aufstieg? Nur kurz gehe ich auf das Verhalten auf der Piste ein, denn dies ist nicht sein Steckenpferd und Lieblingsterrain. Aber wenn er neu ist und die Kanten nicht bereits zu stark über Stock und Stein gingen, sind sie ja noch scharf, dann lässt sich sogar auf der Piste Spaß haben und lustig umher carven. Bei allzu rasanter Fahrweise fängt die Schaufel (auch bedingt durch den Rocker) an zu flattern.

Seine Stärken fährt der Ski im Gelände aus, mit Vorliebe im frischen Powder, je mehr desto besser. Schon bei geringer Geschwindigkeit schwimmt der Ski gut auf, bedingt durch die Rockerschaufel mit dem eigenartigen Design. Durch die Konstruktion bietet der Ski ein breites Spektrum an Leistung. Ob bei tiefem Schnee wendig durch den Wald, verspielt über Baumstümpfe und Pillows oder mit Gas über weite Hänge gebügelt, der SENDr 112 ist ein sehr gutmütiger und „leicht“ zu fahrender Ski. Eine Einschränkung: bei Vollgas will der Ski mit Kraft gehalten werden und neigt dazu, unruhig zu werden. Das ist kontrollierbar, wer aber einen Dynastar Legend Pro XXL erwartet, wird enttäuscht sein. Aber irgendwo muss man auch verstehen, dass ein Ski eben nicht immer leichter werden kann, ein immer größeres Einsatzspektrum bieten soll und dann aber immer noch Highspeedturns stabil wie eine Brechstange fährt. In zerfahrenem Schnee macht der Ski übrigens eine genauso gute und stabile Figur wie im Bruchharsch.

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G3 SENDr
terrainDavos

Im Aufstieg hilft die eckige Schaufel, die Fellklammer am rechten Platz zu halten. Mir ist das Fell nie durch eine missglückte oder eingehackte Spitzkehre vom Ski geglitten. Das geringe Gewicht macht sich natürlich im Aufstieg als dickes Plus bemerkbar. Da ich eben nicht der reinrassige Hardcoretourengeher mit schier endloser Beinpower bin, danken es mir die Beine mit noch vorhandenem Saft in der Abfahrt.

Fazit

Für lange Aufstiege oder Mehrtagestouren im Frühjahr wäre mir der Ski zu breit, ebenfalls für steile Couloirs bei harten Bedingungen. Für alles andere ist der SENDr 112 aber eine absolute Spaß-und Fahrmaschine, die sehr viel kann und das auch noch sehr gut.

Vor/Nachteile

+ breites Einsatzspektrum
+ verspielt
+ leicht
+eher unbekannter Ski, nicht einer von vielen…
- Schwer zu bekommen, da der Vertrieb und die finanziellen Möglichkeiten von G3 in Europa leider noch nicht so stark sind

Details

UVP €670.-
Shape 139/112/127 mm
Längen/Radius/Gewicht: 174cm/21,3m/1,62kg 181cm/23,5m/1,70 kg 188cm/25,8m/1,78kg 195cm/28,2m/1,85kg
Konstruktion POWERRIDE PLUS

Hier geht es zur Website von G3 mit weiteren Informationen.

DiesesProdukt wurde PowderGuide vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wie wir testen erfahrt ihr in unserem Test-Statement.

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