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Materialtest | Salomon QST 106

Der verspielte Freetourer von Salomon

14.10.2016

Salomon hat das ganze Know-How der letzten Jahre zusammengefasst und die Erfahrung aus der MTN Serie und der Rocker² Serie in die neue Produktlinie QST einfließen lassen. Ob das Konzept hält was es verspricht, könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen...

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Marco Grogg
Salomon QST 106
terrainNorwegen

Salomon hat das ganze Know-How der letzten Jahre zusammengefasst und die Erfahrung aus der MTN Serie und der Rocker² Serie in die neue Produktlinie QST einfließen lassen. Ob das Konzept hält was es verspricht, könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen...

Die Entwickler von Salomon haben drei Jahre verschiedenste Materialen kombiniert, mit dem Ziel, das Gewicht der Ski zu reduzieren, gleichzeitig aber die Steifigkeit und Flexibilität nicht zu verlieren. Letztendlich hat sich die Kombination aus Carbon und Flachs (1 CFX Super Fiber*) als optimal erwiesen und wird vor allem im Tip und Tail verbaut. Das macht die QST Skiserie in Tip und Tail eher weich und agil. Unter der Bindung sorgt eine Titanplatte für die nötige Steifigkeit und gute Kraftübertragung auch bei ruppigen Bedingungen. Unterstützt wird diese Komposition durch den bewährten Full Space Frame Holzkern (diese Space Frame Technologie, aktuell in Ausprägung 3.0, hat ihren Ursprung übrigens beim legendären Pocket Rocket).

Erster Eindruck

Ich lege normalerweise nicht so viel Wert auf das Aussehen, da für mich die Funktion ganz klar im Vordergrund steht, dennoch war ich über das, für einen in Massen produzierten Ski eher unübliche, Design überrascht. Das hat mich sofort neugierig gemacht. Doch nicht nur das Aussehen überrascht beim Erstkontakt, sondern auch das Gewicht, denn der Ski ist wirklich leicht (wenn auch natürlich nicht im Bereich eines Skitourenrennskis). Alles in allem handelt es sich also um einen typischen „Freetourer", wie sie aktuell ja stark im Trend liegen.

Auf dem Ski ist eine Marker Kingpin auf Bootcenter montiert. Der Ski und ich haben ca. 40 Touren bei unterschiedlichsten Verhältnissen, Steilheiten und Geschwindigkeiten erlebt. Ich teste den Ski in 188cm, wiege 85 Kg und bin 186cm. In den letzten Jahren war ich viel mit dem Dynastar Big Dump und Black Crows Sevun unterwegs, auf längeren Touren mit dem Dynastar Cham 97 (Testbericht). Besonders wichtig ist mir auch auf Skitouren die Abfahrt(sgeschwindigkeit). Rauf laufen schön und gut, wenn bei der Abfahrt dann aber das Sportgerät nicht taugt, um es krachen zu lassen, passt die Kombination für mich überhaupt nicht zusammen.

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Marco Grogg
Jotunheimen
terrainSteffen Kruse

Testbericht

Ein Ski soll für mich idealerweise ein Allroundwerkzeug sein, das bei allen Bedingungen gut funktioniert. Kurz: ein Ski für fast alles. Der QST 106 muss erst mal auf der Piste zeigen, was er kann. Er präsentiert sich hier verspielt und drehfreudig (was sicherlich auch an der recht zentralen Bootcenter Montage liegt), allerdings wirkt er gerade bei hohen Geschwindigkeiten und hartem Schnee etwas nervös. Dieser Eindruck bestätigt sich später auch bei allen anderen Schneearten. Richtungswechsel macht der Ski generell spielend. Im Powder kommt schnell Surf-Feeling auf und der Ski macht viel Spaß. Das alles bleibt auch so, es sei denn die Geschwindigkeit nimmt deutlich zu und die „Surfturns" werden zu waschechten „Bigturns". Der QST 106 kann auch diese, hier bedarf es aber einer sehr guten Skikontrolle, da der Ski durch den leichten Aufbau mit Rocker und entsprechender Taillierung bei hohen Geschwindigkeiten nervös wird, was gerade im Vergleich mit einem härteren, schwächer taillierten Ski, wie etwa dem Dynastar Legend Big Dump, auffällt. Auch bei hartem Schnee, gerade in steilem Gelände, ist der QST zwar brauchbar, vermittelt aber weniger Vertrauen als ein schwerer Freerideski.

Die Stärken des QST 106 liegen bei gutem Schnee und hier vor allem beim Einsatz im Wald, in verspieltem oder technischem Gelände. Durch den Tiprocker schwimmt er sehr schön und leicht auf, schnelle Richtungswechsel, etwa im Wald oder in Couloirs, sind eine wahre Freude, genauso wie das Cruisen in richtig dickem Powder. Es ist ein gutmütiger Ski, für fast alle Bedingungen. Das Thema Haltbarkeit ist ebenfalls sehr wichtig und auch dieses Gebiet besteht er bisher mit Bravour. Der Belag und die Kante sind schön dick und die Verarbeitung des gesamten Skis ist top. Da der vergangene Winter nicht nur mit Powder gesegnet war, musste er des Öfteren über Stock und Stein. Dabei gab es keine Ausfälle oder gröbere Beschädigungen.

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Fazit

Wer einen alltagstauglichen, verspielten Freetourer sucht, der auch an Powdertagen mit Lifteinsatz funktioniert, kann ruhig zugreifen, vor allem wenn für richtige Bigturn-Tage noch ein anderer Ski im Keller steht. Gerade auch in Kombination mit der KingPin ist der Ski für diesen Einsatzbereich genial.

Details

Längen: 188, 181, 174, 167
Abmessungen: 140-106-126, 20 Meter Radius
Gewicht: 1.820 Gr (181)
UVP: 599,- EUR
Sonstiges: Tip Tail Rocker, Camber, Full ABS Seitenwange

Hier geht es zur Website von Salomon mit weiteren Informationen, hier könnt ihr den Ski bei unserem Partnershop Bergzeit.de erwerben.

* Einzigartige Prepreg-Faserschicht aus verwebtem Carbon und Flachs auf der gesamten Skilänge. Die Kombination aus herausragender Robustheit und dem minimalen Gewicht von Carbonfaser sorgt für hohe Stabilität und Halt. Weitere Vorteile sind die bessere Dämpfung und die vermehrte Absorption von Vibrationen, die alle herkömmlichen Leichtgewicht- und Carbon-Konstruktionen übertreffen. Von Salomon patentiert.

Dieses Produkt wurde PG vom Hersteller zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt.

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