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WetterBlog 7 2020/21 | Neues Jahr, neuer Südstau?

Recht sonnig zu Silvester, dann wieder Südlage

30.12.2020

Nach dem Südstau ist vor dem Südstau, oder: Wer hat, dem wird gegeben. Das Muster der Weihnachtstage wiederholt sich und auf eine ruhigere Phase heute und morgen folgt an Neujahr die nächste stürmische Südlage. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt dabei erneut im Südosten und wir warten, mal wieder, auf eine Meldung des Orakels mit weiteren Details.

500hPa Geopotential und Bodendruck, 30.12.20. Alpenraum unter Tiefdruckeinfluss, immer wieder Auflockerungen zwischendurch. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, 30.12.20. Alpenraum unter Tiefdruckeinfluss, immer wieder Auflockerungen zwischendurch.

Nach dem Südstau ist vor dem Südstau, oder: Wer hat, dem wird gegeben. Das Muster der Weihnachtstage wiederholt sich und auf eine ruhigere Phase heute und morgen folgt an Neujahr die nächste stürmische Südlage. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt dabei erneut im Südosten und wir warten, mal wieder, auf eine Meldung des Orakels mit weiteren Details.

Aktuelle Lage

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Tief des letzten Südstaus und die aktuelle Situation. Wir befinden uns in einem großräumigen Tiefdruckkomplex, dessen Kern derzeit an der Südspitze Skandinaviens liegt. Der Polarwirbel ist momentan ziemlich unrund. Westlich und östlich unseres Tiefs und der damit zusammenhängenden kalten Luft herrscht bis weit nach Norden Hochdruck bei vergleichsweise milderen Temperaturen. Eine meridionale Lage also, bei der sich die Druckzentren nur langsam verschieben. Die Alpen liegen in einer südlichen Anströmung – wer in den letzten Tagen in den Nordalpen unterwegs war, wird je nach Region irgendwas zwischen frischem Südwind und Föhnorkan bemerkt haben. Die aus Süden herbeiströmende Luft ist dabei kälter als man das bei Südstau/Nordföhn vielleicht erwarten würde, da der Kern des steuernden Tiefs relativ weit im Norden liegt. Die Luftmasse aus Norden dringt so nicht weit in den Mittelmeerraum vor und kann sich dort also auch nicht besonders gut aufwärmen bevor sie zu uns kommt.

Die Neuschneemengen im Süden waren dementsprechend ziemlich fluffig, konnten aber rein bezüglich Mengen bei weitem nicht mit dem Rekordereignis beim letzten Südstau mithalten. Dennoch hat es an manchen Stationen für weitere Rekorde gereicht, in Lienz in Osttirol etwa ist der Dezember 2020 der mittlerweile der schneereichsten Wintermonat der Messgeschichte. Sonst noch interessant: Das Tief war sehr tief – hatte also einen ungewöhnlich niedrigen Kerndruck. Entsprechend beeindruckend auch die Druckabnahme bei Ankunft des Tiefs, hier festgehalten in einem Video der MeteoSchweiz. Im Blog der MeteoSchweiz gibt es dazu weitere Hintergründe.

 

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Wetter heute: Hier wolkig, da hinten Sonne. add_circle
LH
Wetter heute: Hier wolkig, da hinten Sonne.

Wie geht’s weiter?

Der Föhn und der Südstau haben sich mittlerweile wieder beruhigt. Heute ist es im Großteil des Alpenraums wechselnd bewölkt und ziemlich kalt. Hier und da fallen auch ein paar Schneeflocken. Im Süden ist es diesmal sonniger als nördlich des Hauptkamms. Die Strömung dreht kurzzeitig auf eher nördliche Richtungen, bevor es morgen schon wieder auf West/Südwest umschwenkt. Dabei wird es verbreitet sonniger. Von Westen ziehen am Nachmittag zunehmend Wolken auf, wobei in den Ostalpen die Silvesternacht noch relativ klar verlaufen dürfte. (Feuerwerk ist ja sowieso verboten, außer da, wo es erlaubt ist – so zumindest die österreichische Regelung.) Am Neujahrstag setzt im Süden wieder Stauniederschlag ein, wie anfangs erwähnt. Diese neue Runde Südstau/Nordföhn dauert voraussichtlich bis über das Wochenende an. Erst ab Montag sieht es nach ruhigerem Wetter aus.

 

500hPa Geopotential und Bodendruck, 1.1.21. Kleine Verschiebungen in der ansonsten wenig veränderten Gesamtsituation produzieren eine neue Runde Südstau. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, 1.1.21. Kleine Verschiebungen in der ansonsten wenig veränderten Gesamtsituation produzieren eine neue Runde Südstau.

Verantwortlich für das Wetter Hin-und-Her ist im Großen und Ganzen noch immer das Tief, das wir bereits besprochen haben. Zwischen die flankierenden Hochs gequetscht, kommt es nicht voran und wabert mehr oder weniger ortsfest herum. Kleine Wellen, die in die große Welle eingebettet sind, produzieren die etwas ruhigeren Tage. Dann rutscht das Geschehen wieder mehr in Richtung Mittelmeer und holt sich eine weitere Ladung Niederschlag für die Südalpen. Die Modell-Glaskugel scheint momentan nicht der Meinung, dass sich dieses Tief demnächst weg bewegt und wettet eher auf eine anhaltend meridionale Situation mit Atlantikblokade...

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