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WetterBlog 4 2017/18 | Don't change a running system

Hatten wir das nicht schon?

06.12.2017

Ein normaler, kühler Herbst, ein neuer Kaltlufteinbruch zum Wochenende, ein neues Italientief. Wenns läuft, dann läufts, denkt sich der Winter und setzt auf bewährte Wettermuster.

500hPa Geopotential, Vorhersage für Freitag. Der Föhn bricht zusammen und der nächste Kaltluftausbruch steht in den Startlöchern. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential, Vorhersage für Freitag. Der Föhn bricht zusammen und der nächste Kaltluftausbruch steht in den Startlöchern.

Ein normaler, kühler Herbst, ein neuer Kaltlufteinbruch zum Wochenende, ein neues Italientief. Wenns läuft, dann läufts, denkt sich der Winter und setzt auf bewährte Wettermuster.

Aktuelle Lage und Aussichten

Die zyklonale Nordwestlage vom Wochenenanfang ist Geschichte. Ein Hoch stattet uns nun kurz einen Besuch ab und bringt heute und morgen teils recht windiges aber sehr sonniges Wetter, zumindest in den Bergen. In den Tälern hält sich die Inversion und Hochnebel ist zu erwarten.

Am Donnerstag dreht die Anströmung zunehmend von Nordwest auf Südwest und in den typischen Föhnstrichen wird es – Überraschung – föhnig. Dabei gelangen milde Luftmassen zu uns und die Nullgradgrenze steigt kurzfristig deutlich an. Am Freitag folgt auf die föhnige Vorderseite das dazugehörige Tief mit einer deutlichen Abkühlung und Niederschlag.

Nicht nur Kaltluftausbrüche dieser Art kennen wir schon aus den letzten Wochen, auch die fürs Wochenende prognostizierte Randtiefentwicklung im nördlichen Mittelmeer hatten wir schon. Je nach dem wie es damit genau weiter geht, wird es am Wochenende beiderseits der Alpen schneetechnisch spannend. Details meldet wie üblich Kollege Orakel.

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In der letzten Schönwetterphase entstanden... add_circle
Lea Hartl
In der letzten Schönwetterphase entstanden...

Herbstrückblick

Am ersten Dezember hat auch aus Meteorologensicht der Winter angefangen. Pünktlich zum statistischen Jahreszeitenwechsel präsentieren die Wetterdienste nun ihre Herbstrückblicke.

Die ZAMG meldet: der Herbst 2017 war “einer der trübsten der letzten 20 Jahre”. Trüb meint in diesem Fall die Sonnenscheindauer (also Stunden mit Sonne bezogen auf das maximal Mögliche der jeweiligen Jahreszeit). Es war im Herbst 2017 in Österreich 10% trüber als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010. In der Schweiz war es dagegen ziemlich sonnig, speziell im Westen des Landes.

In den letzten 15 Jahren gab es nur wenige Herbste, die kühler waren als der Herbst 2017. In Österreich und der Schweiz lagen die Herbsttemperaturen fast exakt im Schnitt, in Deutschland lag der Herbst mit +0.7°C gegenüber 1981-2010 ebenfalls nah am Mittel.

Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel im Herbst in Österreich. add_circle
ZAMG
Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel im Herbst in Österreich.

Der Niederschlag war in Österreich im Herbst in Summe etwas überdurchschnittlich, allerdings war es im Süden des Landes sehr trocken. Auch in Deutschland war der Herbst verhältnismäßig nass, wobei insbesondere der Alpenrand einiges abbekam (nur in hohen Lagen in Form von Schnee). In der Schweiz war es in Summe zu trocken, wobei am zentralen und östlichen Alpennordhang leicht überdurchschnittliche Niederschlagswerte erreicht wurden. Um bis zu 50% zu trocken war der Herbst auf der Schweizer Alpensüdseite, im Wallis und in der Westschweiz.

Und was den Schnee der letzten Wochen angeht: auch das ist vielerorts recht nah am klimatologischen Mittelwert, wobei es regionale Unterschiede gibt, ob die Schneemengen derzeit knapp über oder unter dem Durchschnitt liegen.

Also, alles in allem, statistisch wie gefühlt: ein ziemlich normaler #powvember. Nach den letzten paar Jahren ist das durchaus Grund zur Freude!

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