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WetterBlog 3 2019/20 | Fußkalt, höhenmild

Bis Ende der Woche mildes Hochdruckwetter

04.12.2019

Hochdruck bestimmt das Wetter im Alpenraum. Derzeit wölbt sich ein Hoch über Mitteleuropa bei gleichzeitigem Tiefdruckeinfluss im Süden. In den nächsten Tagen flacht das hoch ab und die großräumige Anströmung wird zonaler. Wäre das Ganze etwas weiter südlich, hätten wir „Alpenwestwetter“, aber da die Frontalzone recht weit im Norden liegt, bleiben wir erstmal im Hochdruck.

500hPa Geopotential und Bodendruck am heutigen Mittwoch, 4.12.: Tiefdruckeinfluss im westlichen Mittelmeerraum, Hoch über den Alpen. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck am heutigen Mittwoch, 4.12.: Tiefdruckeinfluss im westlichen Mittelmeerraum, Hoch über den Alpen.

Hochdruck bestimmt das Wetter im Alpenraum. Derzeit wölbt sich ein Hoch über Mitteleuropa bei gleichzeitigem Tiefdruckeinfluss im Süden. In den nächsten Tagen flacht das hoch ab und die großräumige Anströmung wird zonaler. Wäre das Ganze etwas weiter südlich, hätten wir „Alpenwestwetter“, aber da die Frontalzone recht weit im Norden liegt, bleiben wir erstmal im Hochdruck.

Dabei ist es in den höheren Lagen sehr mild und sonnig, während dank der windschwachen Verhältnisse in den Tälern ordentliche Inversionen gezüchtet werden. Bestes Wetter also, um aus den kalten, grauen Tälern zu flüchten und die Sonne am Berg zu genießen.

Neuer Schwung ins Wettergeschehen kommt aus heutiger Sicht zum Wochenende. Tiefdruckeinfluss rückt näher und das Wetter wird wieder durchwachsener. Erstmal bedeutet das nur einen eher wolkigen Samstag, mit dem der ungetrübte Sonnenschein beendet wird. Der Sonntag sieht wieder etwas sonniger aus, bevor es ab Montag deutlich unbeständiger wird mit Niederschlag aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen und allgemein stürmischen Verhältnissen. Ist noch ein paar Tage hin, aber wir hoffen auf Schneenachschub im Norden. Und: Es lebe die Abwechslung!

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500hPa Geopotential und Bodendruck, exemplarische Karte für Montag, 9.12.: Strömung dreht auf NW und Gesamtsituation sieht deutlich schneefreundlicher aus. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, exemplarische Karte für Montag, 9.12.: Strömung dreht auf NW und Gesamtsituation sieht deutlich schneefreundlicher aus.

November: Im Süden sehr nass, allgemein mild

Der vergangene November fing trüb an, mit einer westlichen bis südwestlichen Anströmung. Zu Anfang der zweiten Novemberwoche schneite es vielerorts zum ersten Mal in der Saison bis die Täler. Darauf folgte dann rasch der beeindruckend anhaltende Südstau mit teils extremen Niederschlags- bzw. Schneemengen im Süden und föhnigen Verhältnissen im Norden.

Die Wetterdienste liefern zum Monatswechsel brav ihre Monatsrückblicke und die Nord/Süd Teilung zeigt sich, wenig überraschend, deutlich in den monatlichen Niederschlagssummen. Im Südwesten Österreichs war der November 2019 der niederschlagsreichste seit 160 Jahren, mit bis zu 450% der durchschnittlichen Niederschlagssumme. In den nördlicheren Landesteilen war es deutlich trockener, mit bis zu 40% weniger Niederschlag als im Schnitt zum Beispiel in Teilen Oberösterreichs.

Die MeteoSchweiz bezeichnet das Novemberwetter im Norden als „unspektakulär“, was der WetterBlog jetzt schon etwas unhöflich findet. Ansonsten berichten die Schweizer ebenfalls von Rekordschneesummen im Süden. Der Rekordschnee ging einher mit einer im klimatologischen Vergleich sehr geringen Anzahl an Sonnenstunden, was ja durchaus einer gewissen Logik folgt.

Die Herbsttemperatur im landesweiten Mittel seit Messbeginn 1864. Der Herbst 2019 erreichte 7,1 °C. Die grüne unterbrochene Linie zeigt die Herbst-Norm 1981‒2010 von 6,0 °C. Die rote Linie zeigt das 20-jährige gleitende Mittel. add_circle
MeteoSchweiz
Die Herbsttemperatur im landesweiten Mittel seit Messbeginn 1864. Der Herbst 2019 erreichte 7,1 °C. Die grüne unterbrochene Linie zeigt die Herbst-Norm 1981‒2010 von 6,0 °C. Die rote Linie zeigt das 20-jährige gleitende Mittel.

Auch der Herbst, der im meteorologischen Sinn von 1. September bis 30. November dauert, war in Summe mild und im Süden nass (für die Schweiz hier genauer nach zu lesen, für Österreich hier). Letzteres ist in erster Linie auf den Südstau im November zurück zu führen, der in manchen Regionen deutlich mehr Niederschlag brachte, als sonst im ganzen Herbst zu erwarten sind. In Österreich geht der Herbst 2019 als viertwärmster seit Beginn der Messungen (1767) in die Statistik ein. Die 5 wärmsten Herbste der Zeitreihe liegen alle in den letzten 10 Jahren. In der Schweiz war es der sechstwärmste Herbst seit Messbeginn (1864).

Ansonsten widmet sich die ZAMG bereits vorsorglich dem alljährlichen Thema weiße Weihnachten und stellt fest „Im Zeitraum von 1951 bis 1980 gab es in den Landeshauptstädten noch doppelt so oft einen 24. Dezember mit einer geschlossenen Schneedecke wie im Zeitraum von 1983 bis heute. In tiefen Lagen hat sich die Chance auf weiße Weihnachten somit in den letzten Jahrzehnten halbiert." Wobei darauf hingewiesen wird, dass das zwar auch, aber nicht ausschließlich, an der Klimaerwärmung liegt. In den 1960ern gab es eine Serie von sehr kalten Wintern, die diese spezielle Statistik deutlich beeinflusst.

Ob es dieses Jahr weiße Weihnachten gibt, weiß noch kein Meteorologe, und die wettervorhersagenden Ameisenhäufen und Königskerzen sind nach Recherche des WetterBlogs unterschiedlicher Meinnung. Wir werden wieder mal abwarten müssen.

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