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WetterBlog 21 2021/22 | Ostern: Heiter bis wolkig

Zum Wochenende kühler

13.04.2022

Die Prognose für das Osterwochenende ist noch recht unsicher, aber derzeit sieht es nach ruhigem, eher kühlem Wetter aus. Die aktuelle Südanströmung (teils wieder mit Saharastaub) wird voraussichtlich am Freitag durch eine Kaltfront beendet. Danach folgt eine Nordostanströmung mit kühleren Temperaturen.

In tiefen Lagen verabschiedet sich der Winter. add_circle
LH
In tiefen Lagen verabschiedet sich der Winter.

Die Prognose für das Osterwochenende ist noch recht unsicher, aber derzeit sieht es nach ruhigem, eher kühlem Wetter aus. Die aktuelle Südanströmung (teils wieder mit Saharastaub) wird voraussichtlich am Freitag durch eine Kaltfront beendet. Danach folgt eine Nordostanströmung mit kühleren Temperaturen.

Aktuelle Lage und Aussichten

Die derzeitige Druckverteilung gestaltet sich in etwa folgendermaßen (von Westen nach Osten): Tief südlich von Grönland, Hoch vor der europäischen Atlantikküste, kleines Tief etwas östlich von Gibraltar, Hoch über Italien, Alpenraum, Balkan, Tief östlich davon. Die beiden Hochs (Atlantik und Alpenraum) schließen sich nördlich des kleinen Tiefs im Süden zu einer Hochdruckbrücke zusammen. Das Tief ist somit von der großräumigen Strömung abgeschnitten und sich selbst überlassen. Es bewegt sich langsam nach Osten und wirbelt in Marokko und Algerien Wüstenstaub auf, der anschließend nach bekanntem Muster in der südlichen Höhenströmung Richtung Alpen transportiert wird. Diesmal dürfte sich das in erster Linie in den Westalpen bemerkbar machen, im Osten kommt weniger an. Heute (Mittwoch) und morgen wird es bei leichtem Föhn schon sommerlich warm - in Innsbruck gab es bereits gestern den ersten "Sommertag" (Temperatur über 25°C) des Jahres. Trotzdem sollte man vor allem im Westen bei der Firntourenwahl bedenken, dass die Einstrahlung eventuell durch den Staub gedämpft wird, wobei wie üblich schwer zu sagen ist, wo genau der Staub den prognostizierten Sonnenschein wie sehr trübt.

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500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS, Mittwoch, Freitag, Sonntag. Ändert sich die Position des Tiefs im Osten, kann sich auch das Wetter noch deutlich ändern. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS, Mittwoch, Freitag, Sonntag. Ändert sich die Position des Tiefs im Osten, kann sich auch das Wetter noch deutlich ändern.

Das Tief im Süden rutscht immer weiter nach SO und verliert damit an Einfluss. Das Hoch im Atlantik streckt sich dafür weiter nach Norden aus und die “Gegenbewegung” stromabwärts davon verstärkt sich. Am Freitag erreicht uns damit dann auch eine Kaltfront aus Norden, die im Osten Wolken, kühlere Temperaturen und ein wenig Niederschlag mit sich bringt. In den Westalpen bleibt es voraussichtlich trocken und weitgehend sonnig, hier spürt man nur die Abkühlung durch den Luftmassenwechsel.

Die Entwicklung am Wochenende wackelt noch etwas. Am wahrscheinlichsten ist derzeit kühles, relativ sonniges Wetter mit einem West-Ost Temperaturgefälle, da die Ostalpen näher am Tief im Osten liegen. Verschiebt sich jenes Tief noch ein wenig, kann sich auch der Wettercharakter schnell ändern. In der Glaskugel deutet sich für nächste Woche eher durchwachsenes Wetter an. Die Temperaturen bleiben verglichen mit den aktuellen, sommerlichen Werten gedämpft, bzw. der Jahreszeit entsprechend. Der Vergleich der ENS Meteogramme für Innsbruck und Chamonix (in der Galerie unten) zeigt die West-Ost Unterschiede recht deutlich: Im östlicheren Innsbruck sehen einige Läufe deutlich mehr Niederschlagspotential und einen markanteren Temperaturabfall als im Westen, wo der Hochdruckeinfluss stärker bleibt.

Oberflächentemperaturanomalie März 2022, Referenzperiode 1991-2020. add_circle
Copernicus Climate Change Service/ECMWF
Oberflächentemperaturanomalie März 2022, Referenzperiode 1991-2020.
Sonstiges

Die Meteoschweiz hat einen Rückblick zum vergangenen März in Europa zusammengestellt, der unter anderem die Trockenheit im Alpenraum nochmal hervor hebt. Im Kontrast dazu stehen die überdurchschnittlich nassen Bedingungen in Spanien und Portugal. Die Temperaturen waren im Vergleich zum klimatologischen Mittel im Norden Europas (sehr) hoch, im Süden dagegen im Durchschnitt bzw. unterdurchschnittlich. Global gesehen war der März überdurchschnittlich warm. Eine englische Zusammenfassung zum März im klimatologischen Kontext findet sich hier.

Der stratosphärische Polarwirbel hat sich Ende März von seinem winterlichen Zustand verabschiedet und geht in den “Sommermodus” über. Was das heißt und wie die Geschehnisse in der Stratosphäre mit den unteren Atmosphärenschichten zusammen hängen, ist hier recht anschaulich zusammen gefasst.

Der WetterBlog bewegt sich wie der Polarwirbel ebenfalls langsam in Richtung Sommermodus. Nächste Woche melden wir uns nochmal wie gewohnt, danach machen wir das vom Wetter abhängig.

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