Suche

WetterBlog

WetterBlog 20 2021/22 | Aprilwetter

Bis Ende der Woche unbeständig

06.04.2022

Nach dem trockenen, staubigen März ist das unbeständige Aprilwetter eine Wohltat, findet zumindest der WetterBlog. Endlich passiert wieder was! In den letzten Tagen kam bei Neuschnee und tiefen Temperaturen sogar nochmal richtig Winterfeeling auf, auch wenn die Basis leider zu wünschen übrig lässt. Bis inklusive Wochenende geht es wechselhaft und stürmisch weiter, dann dürfte sich das Wetter beruhigen.

Die schönen Seiten des Aprils. add_circle
LH
Die schönen Seiten des Aprils.

Nach dem trockenen, staubigen März ist das unbeständige Aprilwetter eine Wohltat, findet zumindest der WetterBlog. Endlich passiert wieder was! In den letzten Tagen kam bei Neuschnee und tiefen Temperaturen sogar nochmal richtig Winterfeeling auf, auch wenn die Basis leider zu wünschen übrig lässt. Bis inklusive Wochenende geht es wechselhaft und stürmisch weiter, dann dürfte sich das Wetter beruhigen.

Aktuelle Lage und Aussichten

Entscheidend für unser Wetter ist nach wie vor ein massiver Tiefdruckkomplex über Skandinavien, durch den immer wieder Fronten in den Alpenraum gelenkt werden. Am heutigen Mittwoch (6.4.2022) ist es bei Zwischenhocheinfluss relativ ruhig. Am Nachmittag nimmt die Bewölkung zu und hier und da gibt es Schnee- oder Regenschauer. In der Nacht auf Donnerstag erreicht eine kräftige Störung zunächst die Westalpen, dann auch den Rest. Es etabliert sich eine stürmische Westlage: Niederschlag gibt es vor allem in den westlichen West- und Nordweststaulagen, leider bei ziemlich hohen Schneefallgrenze. Im Osten kommt deutlich weniger an. Am Alpensüdhang ist es aufgelockerter aber auch nicht ungetrübt und auch hier dürfte der kräftige Wind bei Bergunternehmungen stören. Im Westen und Norden sieht die Kombination aus Sturm, Wolken und Niederschlag am Donnerstag sehr ungemütlich aus. Am Freitag ändert sich wenig - der Niederschlagsschwerpunkt verschiebt sich etwas nach Osten, aber es bleibt sehr stürmisch und relativ mild mit Regen bis ~2000m.

Durch eine Verwellung der aktuell eher zonalen, großräumigen Strömung über dem Atlantik verändert sich zum Wochenende die Anströmungsrichtig in den Alpen. Aus West wird Nordwest. Damit sinken die Temperaturen deutlich und eine voraussichtlich in der Nacht auf Samstag eintreffende Kaltfront lässt die Schneefallgrenze wieder sinken. Der Samstag wird aus heutiger Sicht kühl, eher dicht bewölkt (hier und da vielleicht mit ein paar Sonnenfenstern) und schaueranfällig. Der Temperatursturz gegenüber dem Vortag dürfte ziemlich markant ausfallen und sollte in die Bekleidungs- und sonstige Planung mit einbezogen werden.

Für die Westalpen geht sich ein PowderAlarm aus. Ob der kältere Schneefall am Samstag auch für den Norden/Osten alarmwürdige Mengen bringt, wird uns das allwissende Orakel bald mitteilen. Wir warten gespannt!

Am Sonntag sieht es dann nach einer Wetterberuhigung und recht sonnigen Verhältnissen aus. Der Sonntag verläuft noch relativ kühl, am Montag dürfte es dann schnell deutlich wärmer werden. Für die kommende Woche zeichnet sich ruhiges, warmes Hochdruckwetter ab.

Anzeige
Anzeige
500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag, Samstag, Montag. Stürmische Westlage dreht auf Nord, mittelfristig wärmer. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag, Samstag, Montag. Stürmische Westlage dreht auf Nord, mittelfristig wärmer.

IPCC Report: Systemwandel dringend nötig

Seit Montag ist auch der dritte Teil des aktuellen IPCC Reports fertig und veröffentlicht. Working Group 3 befasst sich mit der Klimawandelmitigation, also Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung (Working Group 1 - Physical Science Basis - kümmert sich um die physischen Erklärungen, Working Group 2 - Impacts, Adaptation and Vulnerability - um Klimawandelfolgen und Anpassung). Die Botschaft von Working Group 3 ist sehr deutlich und nicht überraschend: Jetzt oder nie.

Die Grafik zeigt die möglichen "Hebel" für Emissionsreduktionen in verschiedenen Sektoren. Je länger der Balken, desto größer die Wirkung. add_circle
IPCC
Die Grafik zeigt die möglichen "Hebel" für Emissionsreduktionen in verschiedenen Sektoren. Je länger der Balken, desto größer die Wirkung.

Um das 1.5°C Ziel zu erreichen, müssen die globalen Emissionen spätestens 2025 ihren Höhepunkt erreichen und dann rapide sinken, bis 2030 um 43%. Derzeit steigen die Emissionen und sind so hoch wie nie, sie steigen nur ein bisschen langsamer als noch vor einigen Jahren. Wie die Reduktionen zu erreichen sind, ist im Prinzip klar: Umfassende, sehr schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen, Umstieg auf erneuerbare Energien in allen Sektoren mit gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs. Wie das wiederum geht, ist in den meisten Fällen auch klar und oft sind die entsprechenden Methoden sehr ausgereift und längst großskalig einsetzbar (erneuerbare Energien, Elektrifizierung, …). In manchen Bereichen sind alternative Methoden mit wenig oder keinen klimaschädlichen Emissionen noch auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe, bewegen sich aber auch in Richtung Kommerzialierbarkeit (betrifft z.B. die Herstellung von Stahl).

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagt über den Bericht: "Es ist ein Dokument der Schande, ein Katalog der leeren Versprechen, die die Weichen klar in Richtung einer unbewohnbaren Erde stellen." Es geht um wesentlich mehr als die Winter der Zukunft.

  • keyboard_arrow_left vorherige
  • nächste keyboard_arrow_right