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WetterBlog 20 2018/19 | Sonne voraus!

Gutes Bergwetter in Aussicht

27.03.2019

Eine Großwetterlage des Typs „antizyklonal Nord“ bringt Sonne (daher antizyklonal) bei relativ kühlen Temperaturen (weil Nordanströmung). Gute Voraussetzungen, um die kleine Neuschneeerfrischung der letzten Tage demnächst bei bestem Tourenwetter zu nutzen!

High-Resolution Visible Sat Bild vom Dienstag. Je blauer die Wolken, desto höher sind sie. add_circle
ZAMG
High-Resolution Visible Sat Bild vom Dienstag. Je blauer die Wolken, desto höher sind sie.

Eine Großwetterlage des Typs „antizyklonal Nord“ bringt Sonne (daher antizyklonal) bei relativ kühlen Temperaturen (weil Nordanströmung). Gute Voraussetzungen, um die kleine Neuschneeerfrischung der letzten Tage demnächst bei bestem Tourenwetter zu nutzen!

Aktuelle Lage und Aussichten

Die Alpen liegen am östlichen Rand eines Hochs mit Kern über den Britischen Inseln. Die dadurch bedingte, nördliche Anströmung bringt kühlere Luftmassen und zumindest der Osthälfte derzeit noch Wolken und sogar die ein oder andere Schneeflocke, allerdings setzt sich von Westen her das Hoch immer mehr durch.

Im Satellitenbild vom Dienstag (rechts) ist das schon schön zu sehen: Vom Hauptkamm nach Norden zu sind die Alpen frisch verschneit, im Osten Stauen sich noch die Wollen. Richtung Westen werden die Wolken am Alpennordhang immer weniger. Und im Süden ist es bei Nordföhn quasi wolkenlos.

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500hPa Geopotential und Bodendruck, Donnerstag 28.3. Antizyklonale Nordlage mit Restwolken im Osten und Sonne von Westen. Nord-Süd Druckgradient über den Alpen produziert Nordföhn. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, Donnerstag 28.3. Antizyklonale Nordlage mit Restwolken im Osten und Sonne von Westen. Nord-Süd Druckgradient über den Alpen produziert Nordföhn.

Der morgige Donnerstag verläuft im Osten noch relativ bewölkt, aber voraussichtlich trocken. Dann folgen einige sehr sonnige Tage für den gesamten Alpenraum. Gegen Sonntagabend zieht nach derzeitiger Modellmeinung ein kleiner Trog mit zugehörigem Frontensystem durch und es wird unbeständiger.

Der Blick in die Glaskugel zeigt eine sehr spekulative Option auf eine schneetechnisch nachhaltigere Störung Mitte nächster Woche, aber wie üblich ist das noch mit großen Unsicherheiten behaftet.  

Höhenkaltluft und Wärme am Boden

Im Gegensatz zur sehr warmen Hochdruckphase vergangene Woche bleiben die Temperaturen diesmal verhältnismäßig niedrig, weil die aus Norden herangeführten Luftmassen kälter sind. Dadurch ergibt sich auch eine andere atmosphärische Schichtung: Die warme Höhenluft der letzten Woche in Kombination mit Inversionskälte am Boden war sehr stabil – das heißt, dass kaum vertikaler Austausch stattfindet, weil die kalte „schwerere“ Luft sowieso schon unter der warmen, „leichteren“ Luft liegt und nicht aufsteigt.

Frühlingserwachen (aber noch mit Winterkleid) add_circle
LH
Frühlingserwachen (aber noch mit Winterkleid)

Diesmal ist die Luft in der Höhe aber ziemlich kühl und der Boden erwärmt sich tagsüber mit der stärker werdenden Sonne schon recht kräftig, was zu mehr Instabilität führt: die warme, „leichte“ Luft am Boden will nach oben. Dadurch entstehen Wolken und die Schaueranfälligkeit nimmt zu. Wir sind noch nicht auf dem Instabiliätslevel sommerlicher Hitzegewitter, aber so langsam gehören zumindest Quellwolken wieder zur Tagesordnung. Je weiter das Frühjahr voranschreitet, desto mehr, es naht schließlich der April und das sprichwörtliche Aprilwetter – im April sind die Temperaturen in der Höhe bei passender Anströmungsrichtung meist noch kalt genug für Schnee, aber der Boden ist oft schon warm genug, um konvektive (Schnee)Schauer zu produzieren.  Es ergibt sich das jahreszeitentypische Wechselbad aus Sonne, Wolken, Schauer, Sonne, Schauer, Osterhase.

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