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WetterBlog 19 2918/19 | Frühlingswetter zum Frühlingsanfang

Sonne bis auf Weiteres

20.03.2019

Es ist mal wieder Frühlingsanfang! Diesmal im astronomischen Sinn, soll heißen: Die Sonne steht heute senkrecht über dem Äquator und Tag und Nacht sind überall gleich lang. Das Wetter hält sich an den Kalender und sorgt für sonniges Bergwetter und – hoffentlich - Firnvergnügen

500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag 23.3.19: Hochdruck über dem Alpenraum. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag 23.3.19: Hochdruck über dem Alpenraum.

Es ist mal wieder Frühlingsanfang! Diesmal im astronomischen Sinn, soll heißen: Die Sonne steht heute senkrecht über dem Äquator und Tag und Nacht sind überall gleich lang. Das Wetter hält sich an den Kalender und sorgt für sonniges Bergwetter und – hoffentlich - Firnvergnügen

Aktuelle Lage und Aussichten

Von Westen breitet sich ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aus, um dort einige Tage zu verweilen. Am heutigen Mittwoch sind die Temperaturen noch eher frisch bei teils lebhaftem Wind aus nordöstlichen Richtungen. In den kommenden Tagen lässt der Wind nach und es wird wärmer. Dank der klaren Nächte dürfte sich verbreitetet ein guter Harschdeckel bilden und außer der tageszeitlichen Erwärmung (am Freitag Nullgradgrenze wahrscheinlich auf über 3000m) sollte gelungenen Firntouren nichts im Weg stehen. 

Bis zum Wochenende ändert sich an der Wetterlage nicht viel. Voraussichtlich schlägt es am Sonntag dann langsam um: Nach derzeitiger Modellmeinung erreicht gegen Sonntagabend eine Kaltfront die Alpen und läutet einen wechselhafteren, deutlich kühleren Wetterabschnitt zu Beginn der kommenden Woche ein.

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Viel Niederschlag, aber sehr warm am Turnagain Pass am Wochenende. add_circle
LH
KD
Viel Niederschlag, aber sehr warm am Turnagain Pass am Wochenende.

Permafrost wird wärmer

Die Schweizer Akademie der Naturwissenschaften und die WSL stellen fest: Nach einer kurzen Pause erwärmt sich der Schweizer Permafrost weiter. Im Rahmen des PERMOS Monitoring Netzwerks werden seit dem Jahr 2000 Bohrlochtemperaturen im alpinen Permafrost der Schweiz aufgezeichnet. Nach ein bis zwei schneearmen Wintern waren die Permafrosttemperaturen zuletzt etwas kühler  - wenig Schnee bedeutet, dass der Boden stärker auskühlen kann, da die “Isolationsschicht” fehlt. Nach dem schneereichen Winter 17/18 und dem sehr heissen Sommer 2018 sind sie nun aber wieder auf deutlich ansteigendem Kurs.

An der Oberfläche taut auch Permafrostboden im Sommer auf. Wie tief der Boden im Sommer auftaut ist nebend der Bodentemperatur in verschiedenen Schichten ein wichtiger Kennwert für den Zustand des Permafrostes. Die Tiefe der Auftauschicht erreichte an einigen Schweizer Standorten 2018 neue Rekordwerte. Widerstandsmessungen im Boden deuten zudem darauf hin, dass sich der Anteil an flüssigem Wasser im Untergrund erhöht – ein Indiz für fortschreitende Eisschmelze.

Etwa 5% der Schweizer Landesfläche sind Permafrostgebiet. Im gesamten Alpenraum findet man diskontinuierlichen Permafrost ab etwa 2500m, tendenziell in schattigen, schuttreichen Karen und nordseitigen Felswänden. Diskontinuierlich bedeutet, dass sich der Permafrost auf gewisse Bereiche – etwa schattige Schutthalden – beschränkt und nicht flächig auftritt.

Wie war das nochmal mit der Sonne und der Tag-und-Nachgleiche? add_circle
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Wie war das nochmal mit der Sonne und der Tag-und-Nachgleiche?

Kontinuierlichen Permafrost findet man vor allem in den Polargebieten. Voraussetzung dafür ist eine mittlere Jahrestemperatur an der Bodenoberfläche von -5 ° C oder weniger. Erhöhte Sonneneinstrahlung je nach Ausrichtung der Oberfläche – beim Gebirgspermafrost ein entscheidender Faktor – ist dann nicht mehr ausschlaggebend. Tiefliegender Permafrost übderdauert unter Umständen auch sehr warme klimatische Perioden. Im kanadischen Yukon wurde durch Bergbauaktivitäten freigelegtes Permafrosteis auf ein Alter bis zu 700 000 Jahren datiert.

Man findet so einiges in altem Eis, unter anderem Methan und CO2 (beides nicht förderlich, um den globalen Temperaturanstieg zu bremsen), Viren und Würmer. 30 – 40 000 Jahre alte Exemplare aus Sibirien wurden bereits erfolgreich aufgetaut und scheinen den Kryoschlaf unbeschadet überstanden zu haben, zumindest körperlich. Wie es ihnen mental geht, ist unbekannt - vermutlich hat sie keiner gefragt.

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