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WetterBlog 17 2020/21 | Aprilige Aussichten, spannende Mittelfrist

Der Winter meldet sich doch nochmal

10.03.2021

Das Wetter gestaltet sich in den nächsten Tagen wechselhaft, mit gar nicht so schlechten Schneeoptionen, vor allem ab nächster Woche. Wir drücken die Daumen, dass sich die Glaskugel nicht irrt und ihre derzeitige Vision beibehält. Langfristige Zukunftsvisionen sind leider deutliche weniger schneereich, meldet die ZAMG.

500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag, 12.3. Kräftige Westströmung mit eingelagerten Störungen und immer wieder sonnigen Abschnitten. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, Freitag, 12.3. Kräftige Westströmung mit eingelagerten Störungen und immer wieder sonnigen Abschnitten.

Das Wetter gestaltet sich in den nächsten Tagen wechselhaft, mit gar nicht so schlechten Schneeoptionen, vor allem ab nächster Woche. Wir drücken die Daumen, dass sich die Glaskugel nicht irrt und ihre derzeitige Vision beibehält. Langfristige Zukunftsvisionen sind leider deutliche weniger schneereich, meldet die ZAMG.

Aktuelle Lage und Aussichten

Die Alpen geraten zunehmend in eine kräftige Westströmung und die Frontalzone rückt näher. Am heutigen Mittwoch lockert es im Anfangs noch bewölkten Norden im Tagesverlauf zunehmend auf, allerdings bleibt es teils ungemütlich windig und kühl. Am Donnerstag wird es etwas milder, nach wie vor bei Wolken und hier und da etwas Sonne, bis gegen Nachmittag eine Kaltfront von W nach O über die Alpen zieht. In den nördlichen Westalpen kommt damit bis Freitag voraussichtlich auch gar nicht so wenig Neuschnee zusammen. Wir sind gespannt, ob sich das Orakel hierzu vielleicht sogar mal wieder zu Wort meldet! Weiter im Osten schneit es auch ein bisschen, aber deutlich weniger. Im Süden bleibt es mehr oder weniger trocken.

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Strahlendes Winterwetter am vergangenen Wochenende. add_circle
LH
Strahlendes Winterwetter am vergangenen Wochenende.

Mittelfrist

Zunächst bleiben wir in der stürmischen Westströmung, die auch am Wochenende wechselhaftes, windiges Wetter bringt, bei dem sich Schauer und Sonne immer wieder abwechseln - welche dieser Optionen wann genau eintrifft ist schwer vorherzusagen, da es sie so rasch aufeinander folgen. Interessant wird die mögliche Entwicklung ab Sonntag – die Kaltfront morgen wird ein netter Wintergruß, die Umstellung der Großwetterlage wie derzeit ab So in den Modellen zu sehen, wäre eine substantielle Rückkehr des Winters! Es zeichnet sich ab, dass sich das Azorenhoch zunehmend nach Norden aufwölbt, wodurch die Westströmung nicht mehr direkt zu uns gelangt, sondern nach Norden abgelenkt wird, bevor sie auf der anderen Seite der Welle dann als Nordanströmung wieder in Richtung Alpen rauscht. Tritt das so ein, wird die kommende Woche im Norden kalt und schneereich und der PowderAlarm ist vorprogrammiert. Noch gibt es natürlich keine Gewähr, aber man darf hoffen!

Die Zukunft des Schnees in Österreich

Die langfristigere Zukunft des Schnees ist dagegen nicht so erfreulich. In einer Studie der ZAMG und anderen Österreichischen Forschungsinstitutionen wurde ein neuer Datensatz erstellt, der detaillierter als bisher aufzeigt, wie sich die Schneesituation in Österreich seit 1961 verändert hat. Die Ergebnisse sind erwartbar ernüchternd. Über alle Höhenlagen und die Fläche des Landes gemittelt, hat die Schneedeckendauer seit Anfang der 60er Jahre um 40 Tage abgenommen – es liegt also im Schnitt über einen Monat weniger lang Schnee als früher. In tiefen Lagen ist die Abnahme stärker, in hohen Lagen ist sie weniger ausgeprägt.

Je effizienter der Klimaschutz, desto geringer die Abnahme der Schneedeckendauer. Die Grafik zeigt die Änderung der Zahl der Tage mit Schneedecke je nach Höhenlage und Klimaszenario bis zum Jahr 2100. RCP8.5 bezeichnet das Szenario ohne Klimaschutz, RCP4.5 das Szenario mit mäßigem Klimaschutz und RCP2.6 das sogenannte Paris-Ziel mit einer Erwärmung unter 2 Grad. add_circle
ZAMG
Je effizienter der Klimaschutz, desto geringer die Abnahme der Schneedeckendauer. Die Grafik zeigt die Änderung der Zahl der Tage mit Schneedecke je nach Höhenlage und Klimaszenario bis zum Jahr 2100. RCP8.5 bezeichnet das Szenario ohne Klimaschutz, RCP4.5 das Szenario mit mäßigem Klimaschutz und RCP2.6 das sogenannte Paris-Ziel mit einer Erwärmung unter 2 Grad.

Auf Basis von Modelldaten zur Entwicklung des Klimas wirft die Studie auch einen Blick in die Zukunft. Ohne globale Maßnahmen zum Klimaschutz wird der Schnee weiter weniger werden. In Höhenlagen bis 1000m muss man in diesem Fall mit einer Abnahme der Schneedeckendauer um 60% rechnen. Lässt sich die globale Erwärmung auf die bei der Pariser Klimakonferenz beschlossenen 2°C beschränken, beträgt die Abnahme nur noch 20%.

Während die Temperaturen eindeutig steigen, gibt es beim Niederschlag in Österreich in den letzten Jahrzehnten wenn dann nur lokale Trends. Die Abnahme von Schneehöhen und Schneedeckendauer ist darauf zurück zu führen, dass Niederschlag öfter als Regen fällt und eine bereits bestehende Schneedecke schneller schmilzt. Kleinräumige Trends in der Menge des Niederschlags können diesen Prozess je nach dem dämpfen oder verstärken. Mit zunehmender Höhe wird es kälter, so dass es dort auch in Zukunft noch öfter als in tiefen Lagen kalt genug für Schneefall sein wird. Ob in einem Jahr viel Schnee liegt oder nicht, hängt in hohen Lagen nach wie vor in erster Linie von der Witterung ab. In tiefen Lagen überlagert der Trend zu warmen Temperaturen zunehmend die natürliche Variabilität in der Schneehöhe, da die Variabilität im Niederschlag zwar noch gegeben ist, der Niederschlag aber oft schlicht als Regen fällt.

Umso wichtiger also, sich für den Klimaschutz zu engagieren und Schnee in tiefen Lagen zu genießen, wenn er sich mal blicken lässt!

 

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