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WetterBlog 16 2016/17 | Bröckelt das Betonhoch?

Wetteraussichten und Klimanews

15.02.2017

Noch befinden wir uns ohne jeden Zweifel im Einflussbereich des massiven Omega Hochs mit Kern im Bereich Dänemark. In den Südalpen gab es noch bis Anfang der Woche Wolken und die ein oder andere Schneeflocke, im Norden wurde der Sonnenschein schon länger nicht von mehr als ein paar hohen Föhnwolken getrübt. Zum Wochenende wird es unbeständiger und im Norden schneit es ein wenig. Außerdem: Neuer Europa Klima Report und sonstige Lesetipps.

500hPa Geopotential und Bodendruck, Karte von Dienstag, 14.2. Ein mächtiges Hoch sorgt für ungetrübten Sonnenschein. Im Westen der Alpen ist es wärmer, im Osten ist der Einfluss kälterer Luft spürbar, die an der Ostflanke des Hochs einfließen kann. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, Karte von Dienstag, 14.2. Ein mächtiges Hoch sorgt für ungetrübten Sonnenschein. Im Westen der Alpen ist es wärmer, im Osten ist der Einfluss kälterer Luft spürbar, die an der Ostflanke des Hochs einfließen kann.

Noch befinden wir uns ohne jeden Zweifel im Einflussbereich des massiven Omega Hochs mit Kern im Bereich Dänemark. In den Südalpen gab es noch bis Anfang der Woche Wolken und die ein oder andere Schneeflocke, im Norden wurde der Sonnenschein schon länger nicht von mehr als ein paar hohen Föhnwolken getrübt. Zum Wochenende wird es unbeständiger und im Norden schneit es ein wenig. Außerdem: Neuer Europa Klima Report und sonstige Lesetipps.

Aktuelle Lage

Während kalte Luft aus dem Osten in Ost- und Teilen Mitteleuropas noch für eher gedämpfte Temperaturen sorgt, ist es in Südeuropa und vor allem in Skandinavien, über dem Polarmeer und der Osthälfte Grönlands seit einigen Tagen sehr warm. Die Temperaturen lagen teilweise 10 Grad und mehr über dem für die Jahreszeit üblichen, langjährigen Mittel. In Island wurde am Sonntag mit 19.1 °C ein neuer Februarrekord aufgestellt.

In den Alpentälern spielen nach wie vor nächtliche Inversionen eine Rolle für die Temperatur, allerdings verstärkt sich die Kälte dadurch nicht mehr so extrem wie noch vor einigen Wochen, da die Sonne inzwischen meist genug Kraft hat, um die Inversionsschicht im Laufe des Tages auszuräumen.

Aussichten

Heute und am morgigen Donnerstag tut sich wenig und es bleibt bei mehr oder weniger ungetrübtem Sonnenschein. Anschließend wird das Hoch nach Süden abgedrängt. Am Freitag nähert sich eine Störung aus Westen, die tiefere Temperaturen mit sich bringt und etwas Neuschnee am Alpennordhang (aus heutiger Sicht nur sehr vereinzelt mehr als 10cm). Am Wochenende folgt langsam wieder eine Wetterberuhigung, ebenfalls von Westen nach Osten voran schreitend.

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Samstag im Tiroler Oberland: Viel Sonne, ein paar hohe Wolken Richtung Hauptkamm. add_circle
LH
Samstag im Tiroler Oberland: Viel Sonne, ein paar hohe Wolken Richtung Hauptkamm.

Die Entwicklung nächste Woche ist noch unsicher. Derzeit sieht es nach unbeständigerem, deutlich zonalerem Westwetter aus (was verglichen mit der derzeitigen Lage auch keine Kunst ist). Je nach dem, wo die Frontalzone zu liegen kommt, könnte das dem Bergland immer wieder Niederschlag bringen, oder auch nicht. Im weiter entfernten Glaskugelbereich gibt es durch die im Osten noch immer vorhandene Kälte und die großräumigen Druckstrukturen (Polarwirbel) durchaus noch Potential für richtige Winteroptionen, aber das ist natürlich Spekulation.

Lesetipps aus der Klimawelt

Die Europäische Umwelt Behörde hat einen neuen Klimareport veröffentlicht: Climate change, impacts and vulnerability in Europe 2016. Der Report enthält in erster Linie Updates zu Themen, wie man sie beispielsweise auch aus den IPCC Reports kennt, also etwa zur vergangenen und zukünftigen Entwicklung von Schlüsselvariablen wie Temperatur, Niederschlag, Eis, Schnee und Extremwetter in Europa. Hier findet sich eine Zusammenfassung

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Einige der Hauptpunkte aus dem Report:
Die Temperaturen über Land in Europa lagen zwischen 2006 und 2015 1.5°C über vorindustriellem Niveau. In den letzten Jahrzehnten haben extreme Niederschlagsereignisse zugenommen, vor allem in Nord- und Nordosteuropa. Die Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen und andere Extremwetterereignisse hat als Folge des anthropogenen Klimawandels zugenommen. Fast alle Europäischen Gletscher schrumpfen. Die Schneebedeckung in der Nordhemisphäre hat im letzten Jahrhundert abgenommen, besonders seit 1980. Dürreperioden scheinen in Südeuropa häufiger vorzukommen und heftiger auszufallen als in der Vergangenheit. Klima bedingte Extremereignisse haben in den EEA Mitgliedsländern zwischen 1980 und 2013 zu wirtschaftlichen Schäden in Höhe von 400 Milliarden Euro geführt. Die Wachstumsphase vieler Pflanzenarten wird durch den früher einsetzenden phänologischen Frühling immer länger. Die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten verschieben sich tendenziell nach Norden bzw. nach oben (in den Bergen).

Bei der NASA gibt es wie so oft eine schöne Bildersammlung von der Erde aus dem All betrachtet. In Images of Change kann man sich durch vorher-nachher Satellitenbilder klicken, die deutliche Veränderungen unterschiedlicher Art zeigen, von Hochwasser über Dürre, Waldbrände, Tagebau und mehr. Ebenfalls immer empfehlenswert: die Climate Time Machine. Hier gibt es gelungene Visualisierungen der Entwicklung diverser Klimavariablen.

Und schließlich: Postfaktische Debatten, Fake News und Verschwörungstheorien sind für Klimawissenschaftler ein alter Hut. Umfassender, verständlicher Blogpost zu den vielen Dingen, die in der öffentlichen Klima Diskussion oft falsch laufen.

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