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WetterBlog 14 2020/21 | Wechselhaft, dann warm

Nach der sehr kalten Woche naht nun eine sehr warme

17.02.2021

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Kältewelle ist vorbei und wird abgelöst von atlantischen Störungen, die zunächst noch etwas Niederschlag bringen, bevor sich zum Wochenende Sonne und sehr warme Temperaturen durchsetzen.

500hPa Geopotential und Bodendruck, Nordhemisphärenansicht, Dienstag 18.1. Tiefdruckentwicklung im NW Atlantik, Hoch über ME reicht bis weit nach Norden. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, Nordhemisphärenansicht, Dienstag 18.1. Tiefdruckentwicklung im NW Atlantik, Hoch über ME reicht bis weit nach Norden.

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Kältewelle ist vorbei und wird abgelöst von atlantischen Störungen, die zunächst noch etwas Niederschlag bringen, bevor sich zum Wochenende Sonne und sehr warme Temperaturen durchsetzen.

Großwetterlage

So schnell die Kälte letzte Woche kam, so schnell ist sie nun auch wieder verschwunden. Zum Wochenanfang hat der Atlantik wieder an Einfluss gewonnen und bereits am Montag erreichten die Vorboten der aktuellen Störungen in Form von hohen Wolken den Alpenraum. Das sonnige, teils sehr kalte Wetter ist vorbei und die entsprechenden arktischen Luftmassen sind bis auf weiteres wieder außer Reichweite. Was bleibt, ist ein weit nach Norden reichender Hochkeil, der sich von Mitteleuropa über Skandinavien bis nach Spitzbergen erstreckt und den Polarwirbel in diesem Bereich deutlich stört. Großräumig betrachtet befindet sich das Gegenstück zu diesem Keil im westlichen Nordatlantik: Westlich von Grönland fließen sehr kalte Luftmassen nach Süden. Über dem wärmeren Ozean regen sie die Tiefdruckentwicklung an. In den nächsten Tagen bildet sich dort ein zunehmend großräumiger Tiefdruckkomplex aus, der an seiner Ostseite warme Luft nach Norden pumpt und so den erwähnten Keil noch weiter stärkt.

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Kälte und viel Sonne wird demnächst abgelöst von Wärme und viel Sonne. add_circle
LR
Kälte und viel Sonne wird demnächst abgelöst von Wärme und viel Sonne.

Wetteraussichten

Momenten gelangen noch in rascher Folge mehrere kleine Störungen zu uns, allerdings sind das eher Streifschüsse, die an unserem Hoch "abprallen" und abgelenkt werden, bevor sie weiter nach Osten vordringen können oder viel Schwung ins Wettergeschehen bringen. Bis zum Ende der Woche verstärkt sich der Blockadeeffekt noch und Störungsausläufer erreichen uns dann gar nicht mehr.

Am heutigen Mittwoch ist eine schwache Kaltfront mit ein paar Regen- oder Schneeschauern aktiv, das verzieht sich aber schnell und noch am Vormittag dürfte es überall auflockern, bei relativ kräftigem Westwind. Im Süden bleibt es trocken. Der Donnerstag wird verbreitet sonnig, hohe Wolkenfelder ziehen durch, dürften die Sicht aber nicht wesentlich behindern. Die Nullgradgrenze bewegt sich auf etwas über 2000m. Am Freitag wird es zumindest im Norden der Ostalpen nochmal ein wenig unbeständiger mit Wolken und vielleicht ein bisschen Niederschlag (eher Regen als Schnee, nicht ergiebig). Im Westen ist es bereits sonnig. Das Wochenende sieht im gesamten Alpenraum dann sehr sonnig und stabil aus, bei sehr milden Temperaturen. Die Nullgradgrenze dürfte bis dahin bei 3000m und darüber liegen...

500hPa Geopotential und Bodendruck, Nordhemisphärenansicht, Donnerstag, 23.1. Weniger Kältezufuhr auf den NW Atlantik, zonalere Strömung. add_circle
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500hPa Geopotential und Bodendruck, Nordhemisphärenansicht, Donnerstag, 23.1. Weniger Kältezufuhr auf den NW Atlantik, zonalere Strömung.
Mittelfrist

Wie immer alles ohne Gewähr, aber derzeit erscheint es unwahrscheinlich, dass wir vor Mitte der kommenden Woche aus der vorfrühlingshaften Phase (= sehr warm und viel Sonne) heraus kommen. Der mögliche Ausweg aus der recht persistenten Großwetterlage, der sich aus heutiger Sicht für die kommende Woche andeutet, sieht folgendermaßen aus: Nach und nach verlagert sich der Nordamerikanische Kältepol des Polarwirbels etwas nach Westen, wodurch die Kaltluftzufuhr auf den NW-Atlantik abgeschwächt wird und in der Folge auch die Tiefdruck "Ausbuchtung" über dem Atlantik, die für massive Warmluftadvektion über Skandinavien sorgt. Der Motor, der sowohl den Tiefdruck über dem Atlantik als auch den Hochkeil über Mitteleuropa mit Energie versorgt, wird quasi abgedreht. Ohne diesen Antrieb stellt sich eine deutlich zonalere Lage ein. Für den Wettercharakter in den Alpen wird dann entscheidend, ob die Frontalzone weit genug im Süden liegt, um feucht-mildes Westwetter mit Berglandwinter zu produzieren, oder doch eher nur etwas mehr Wind bei gleichbleibend schneefeindlichen Temperaturen.

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