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WetterBlog 13 2021/22 | Stürmische Zeiten und ein Hoffnungsschimmer

Eine Lee-zyklone, zwei Orkantiefs und ein Föhnsturm noch dazu

16.02.2022

Im Golf von Genua hat sich eine Lee-Zyklone gebildet und überschüttet die Alpen von Süden her mit Schnee. Die Großwetterlage verbleibt stark zonal und damit feucht-mild. Starke Sturmtiefs durchziehen Nordeuropa gen Wochenende, mit viel mildem Wind und nassem Niederschlag. Deren Fronten sind an der Alpennordseite auch wetterbestimmend. Grund zur Freude bietet jedoch der Blick in die neue Woche!

Lage der Fronten am 15.2. Blau: Kaltfront, Rot: Warmfront, Lila: Okklusion add_circle
Met Office
Lage der Fronten am 15.2. Blau: Kaltfront, Rot: Warmfront, Lila: Okklusion

Im Golf von Genua hat sich eine Lee-Zyklone gebildet und überschüttet die Alpen von Süden her mit Schnee. Die Großwetterlage verbleibt stark zonal und damit feucht-mild. Starke Sturmtiefs durchziehen Nordeuropa gen Wochenende, mit viel mildem Wind und nassem Niederschlag. Deren Fronten sind an der Alpennordseite auch wetterbestimmend. Grund zur Freude bietet jedoch der Blick in die neue Woche!

Aktuelle Lage

Eine nordwestlich orientierte Anströmung ist gerade vielfältig wetterwirksam. Zum einen bringt sie der Alpennordseite leichten Niederschlag und zum anderen ist sie verantwortlich für die Bildung einer Lee-Zyklone auf der Alpensüdseite. Diese bringt weiten Teilen des Mittelmeerraumes, von Sizilien über den Appeninn bis an die kroatische Adriaküste, einges an Niederschlag. Sie verschiebt sich vom Golf von Genua in die Adria, ihre Fronten okkludieren und die östliche Alpensüdseite wird mit Schnee beglückt. Man munkelt, in den julischen Alpen könnte der halbe Meter geknackt werden! Im Bildmaterial findet ihr Eindrücke einer Webcam am Zoncolan, berühmt für eine Bergankunft im Giro d'Italia, dazu Niederschlagsradar und eine Messtation im Val Alba. Für die Locals ist das, angesichts des bislang trockenen Winters, ein PowderAlarm. Jedoch, die Temperaturen bleiben mild, denn es bleibt vorerst bei der Westanströmung.

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Webcam Zoncolan

Kurzfristig stürmisch

In dieser gradientstarken Westanströmung betten sich zwei Tiefdrucksysteme ein. Beide zwingen vor allem die Bevölkerung Nord- und Mitteleuropas, einige gemütliche Stunden in warm beheizten Wohnzimmern zu verbringen. Ihre Kerndrücke werden bis auf unter 960 hPa prognostiziert und bringen Orkan und Niederschlag. Nachdem die erste Zyklone Deutschland von heute Mittwoch auf Donnerstag passiert, rauscht am Freitag schon die nächste an. Die dazugehörigen Fronten werden auch der Alpennordseite Niederschlag bringen, leider zumeist in flüssiger Form. Womöglich werden auf den Gipfeln auch wieder Windgeschwindigkeit in Orkanstärke erreicht: man decke sich mit Vorräten an geistiger Nahrung ein und verschließe die Fenster gut!

Mittelfristig hoffnungsvoll

Für Anfang nächster Woche finden wir in den Modellen guten Grund zur Hoffnung. Gefühlt zum ersten Mal in diesem Winter dreht die Höhenströmung voll auf Nord. Sollte sich das bewahrheiten, werden sowohl deutsche Mittelgebirge als auch der gesamte Alpennordhang mit viel Schnee versorgt, und kälteren Temperaturen. Wenn sich dann auch noch die Hochdruckbrücke bildet, werden wieder alle grinsend den Powder im Bluebird shredden.

Ein Hoffnungsschimmer: 6h Niederschlag für Montag, 21.2. add_circle
ECMWF
Ein Hoffnungsschimmer: 6h Niederschlag für Montag, 21.2.
Föhn in der Antarktis

Wir haben längst alle verstanden, dass der Föhn zwar ein warmer Wind ist, aber kein Haartrockner. Die Meteorologinnen und Meteorologen wissen auch längst, dass seine Wärme mit dem feuchten Anstieg der Luftmassen im Luv der Alpen und dem trockenen Abfall im Lee zu tun hat. Nur ausgewiesenen ExpertInnen jedoch ist bekannt, dass es auch in der Antarktis Föhnstürme gibt. Vor kurzem wurde dadurch ein kolossales Stück Meereis fast zur Auflösung gebracht. Wenn dadurch die Landeismasse dem Ozean ausgesetzt wird, können üble Feedbacks den Eisbestand drastisch dezimieren. Obwohl das antarktische Eis in seiner Masse und Fläche dem Klimawandel bislang einigermaßen zu trotzen scheint - es mehren sich die Alarmzeichen. Immer häufiger brechen gigantische Eisberge ab und es durchziehen kilometerlanger Risse das, hoffentlich, ewige Eis. Mehr dazu hier.

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