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WetterBlog 1/2014 | Auf ein Neues

Endlich ist es wieder soweit! Aber was eigentlich?

13.11.2013

Es ist noch nicht Winter, weder nach meteorologischem, noch nach kalendarischem Verständnis. Es liegt auch noch nicht allzu viel Schnee. Mit der unbedingten Fröhlichkeit des jährlich grüßenden Murmeltiers wird schon seit ein paar Wochen trotzdem suggeriert, dass irgendwas soweit ist.  In den Sommerschlaf versunkene Online-Portale wachen wieder auf, die Gletscher füllen sich mit Skiclubs aus Mitteldeutschland, und wenn man den Spuren im Variantengelände Glauben schenkt, was manchmal wirklich schwer fällt, dann scheint auch der gemeine Freerider mit einem Überschuss an Pre-Season-Motivation gesegnet zu sein.

Aktuelle Lage und Aussichten

 Worum könnte es also gehen? Nachdem es im Oktober irgendwann mal kräftig und bis in die Täler geschneit hat (man erinnere sich an Verkehrsprobleme wegen umgestürzter Bäume), war es bis vor einigen Tage in den Nordalpen überdurchschnittlich warm und föhnig, dank einer zähen süd-west Lage. Diese ist nun vorbei und die Temperaturen entsprechen wieder eher dem, was man Mitte November erwarten würde. An der Vorderseite eines Hochs über dem Atlantik kommt es am Donnerstag zu einem Kaltluftvorstoß und in der Nacht auf Freitag bringt eine Kaltfront wohl die ein oder andere Handbreit Schnee. Etwas mehr Potential gibt es Richtung Samstag in den Südalpen, wo ein Genautief für Stauniederschläge sorgen dürfte. Und ja, genau, im Norden gibt es dann wieder Föhn.

Bodendruck und 500hPa Geopotential, Vorhersage für Donnerstag, den 14. November. (Quelle: Wetterzentrale.de) 

Und sonst so?

Wie war eigentlich der Sommer? Erinnert sich noch jemand an das Hochwasser Anfang Juni? Als erst die Österreichischen Alpen überschwappt wurden und man in der Folge zusehen konnte, wie die Flutwelle in diversen Flüssen stromabwärts wanderte und verzweifelte Anwohner noch Tage später bei strahlendem Sonnenschein Sandsäcke schleppten? Neben immensen Schäden sorgte das Ganze auch dafür, dass die Ablation (=Eisschmelze) an vielen Gletschern im hydrologischen Jahr  (Oktober bis September) 2012/13 deutlich geringer ausfiel, als in den letzten Jahren. 

Dann gab es da noch das hier:Mitte Oktober bedrohten drei tropische Wirbelstürme die Küsten Asiens. (Bildquelle: http://qz.com/134870/radar-images-three-powerful-storms-phailin-nari-and-wipha-menace-asia-at-the-same-time/)Es handelt sich um zwei zusammengesetzte Satellitenbilder vom 12. Oktober (Bildquelle). Zu sehen sind, von links nach rechts, Phailin, Nari und Wipha, die in Asien für Massenevakuationen sorgten, als es hierzulande zum ersten Mal kräftig schneite. Phailin war einer der stärksten Zyklone, die je im Indischen Ozean beobachtet wurden. Man beachte, dass Phailin in diesem Bild den Golf von Bengalen mehr oder weniger komplett ausfüllt. Bevor jetzt jemand meint, dass das ja bei einem Genautief (Golf von Genua) auch so aussieht, erinnere ich daran, dass der Golf von Bengalen etwa sechs mal größer als Deutschland ist. Ein ähnlicher Sturm forderte dort 1999 über 10.000 Todesopfer. Dank der frühzeitigen Evakuation von über einer halben Million Menschen gab es bei Phaila nur sehr wenige Tote.

Anders sieht es leider aktuell bei Typhoon Haiyan aus, der vor ein paar Tagen auf die Philippinen traf und noch immer zurecht die Nachrichten beherrscht. Zum Abschluss ein Bild, bei dem zumindest der Wetterblog Gänsehaut bekommt und sich denkt, wie schön es ist, dass man sich hier zu Lande über so banale Dinge Gedanken machen kann, wie ob es mit dem Winter jetzt wirklich und endlich wieder soweit ist. Quelle: Eumetsat

http://www.flickr.com/photos/eumetsat/10726056545/