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WetterBlog 10 2021/22 | Sonne so weit das Auge reicht

Nettes Tourenwetter, aber erstmal kein Schnee in Sicht

12.01.2022

Das Hochdruckwetter begleitet uns weiterhin. Bis inklusive Wochenende bleibt es sehr sonnig. Dabei steigen die Temperaturen und vor allem in höheren Schichten wird es wieder um einiges milder. In vielen Tälern hängt Hochnebel und es ist dank Inversion deutlich kälter als auf den Bergen. Wetterumstellung mit Chance auf Neuschnee voraussichtlich nächste Woche.

Wo ausreichend Schnee liegt, gibt es nun einige Tage schönes Tourenwetter. add_circle
LH
Wo ausreichend Schnee liegt, gibt es nun einige Tage schönes Tourenwetter.

Das Hochdruckwetter begleitet uns weiterhin. Bis inklusive Wochenende bleibt es sehr sonnig. Dabei steigen die Temperaturen und vor allem in höheren Schichten wird es wieder um einiges milder. In vielen Tälern hängt Hochnebel und es ist dank Inversion deutlich kälter als auf den Bergen. Wetterumstellung mit Chance auf Neuschnee voraussichtlich nächste Woche.

Aktuelle Lage und Aussichten

Entscheidend für unser Wetter ist zur Zeit ein Hochdruckgebiet mit Zentrum vor der französischen Atlantikküste. Noch liegt das Hoch etwas gekippt und schräg in der atmosphärischen Landschaft und streckt sich von Frankreich nach Skandinavien. An der Ostflanke des Hochs kann dadurch kalte Luft aus Osten in Richtung Alpen fließen, was uns sonniges aber relativ kaltes Wetter beschert (linke Karte im Bild unten). Das ändert sich in den nächsten Tagen. Der “Hochdruckarm” nach Skandinavien wird quasi vom Polarjet überfahren und das Hoch rutscht ein Stück nach Nordosten (mittlere Karte). Die kalte Luft verabschiedet sich damit und in der Höhe wird es merklich wärmer. Es stehen wieder einige “fußkalte” Inversionstage mit viel Sonne in den Bergen an.

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500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS. l.n.r.: Mittwoch, 12.1.22, Freitag, 14.1., Montag, 17.1. add_circle
meteociel.fr
500hPa Geopotential und Bodendruck, GFS. l.n.r.: Mittwoch, 12.1.22, Freitag, 14.1., Montag, 17.1.

Mittelfirist

Zum Wochenende hin schwächt sich das Hoch langsam ab, aber der sonnige Wettercharakter bleibt uns zunächst noch erhalten. Die Unsicherheiten in der Prognose nehmen ab etwa Sonntag stark zu. Ein winterfreundliches Szenario in der GFS-Glaskugel deutet an, dass die derzeit ziemlich zonale Strömung über dem Atlantik stark verwellt, mit Tiefdruckentwicklung in Nordostkanada und einem weit nach Norden reichenden Keil im Bereich von Grönland (rechte Karte im Bild oben. Achtung unsicher!). Damit stünden die Zeichen gut für einen Kaltluftausbruch über Mitteleuropa. Neuschnee wäre auch dabei, nach derzeitigem Stand vor allem auf der Alpennordseite. Das Ganze steht noch auf wackligen Füßen und das ECMWF Modell hat eine etwas weniger schneefreundliche Sicht der Dinge. Auch hier sind aber nächste Woche Niederschlagssignale in den Läufen und in jedem Fall wird es wettermäßig wieder abwechslungsreicher. Bis dahin empfiehlt es sich, irgendwo über dem Nebel die Aussicht zu genießen. Der WetterBlog wünscht sich trotzdem bald Nordstau, am besten natürlich mit anschließender Tiefdruckentwicklung im Mittelmeer damit alle paritätisch powdern können.

Fließender Übergang von der Lawinen- zur Waldbrandgefahr. add_circle
www.naturgefahren.ch
Fließender Übergang von der Lawinen- zur Waldbrandgefahr.
Trockenheit und Waldbrandgefahr

Der Süden hätte mehr Schnee nämlich definitiv nötig! In der Schweizer Naturgefahrenkarte muss man zur Zeit genau hinschauen, um heraus zu finden, wo die orange Einfärbung erhebliche Lawinengefahr anzeigt und wo es um erhebliche Waldbrandgefahr geht. Vor allem auf der Südseite der Alpen sind einige Bereiche sehr trocken und wo kein Schnee liegt, kann es im Winter schnell zu Bränden kommen. Im Herbst abgestorbenes, trockenes Gras eignet sich gut als Zunder. Tendenziell brennt es am häufigsten 1) im Sommer, wenn während trockener Hitzeperioden Boden und Vegetation austrocknen, und 2) in den Frühjahrsmonaten. Wenn der Schnee etwa in Südhängen schon geschmolzen ist, die frische Vegetation aber noch nicht da ist, braucht das trockene, alte unter Umständen Gras nur einen Funken, um zum Problem zu werden.

Brände bzw. Waldbrandgefahr im Winterhalbjahr sind grundsätzlich nicht ungewöhnlich, aber man könnte natürlich trotzdem der Meinung sein, dass im Januar im Tessin ausreichend Schnee liegen sollte, um darüber nicht nachdenken zu müssen… Der Tiroler Lokalpresse konnte man zuletzt entnehmen, dass Feuerwehren in Osttirol sich ebenfalls für Waldbrände wappnen. Auch hier ist es trocken und aufgrund von Waldschäden durch Lawinen und Sturmlagen in den letzten Jahren gibt es stellenweise besonders viel Totholz, was die Brandbekämpfung schwieriger macht.

Es ist also eindeutig an der Zeit, dass Ullr oder Frau Holle wieder aktiv werden!

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