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Widerstand gegen Seilbahnprojekt(e) in den Kalkkögeln

Petition gegen die touristische Erschließung des Schutzgebietes Kalkkögel

08.07.2014

Die Kalkkögel in Tirol liegen südwestlich von Innsbruck zwischen den Skigebieten Axamer Lizum und Schlick 2000. Genau diese Lage könnte dem Schutzgebiet jetzt zum Verhängnis werden. Die Skigebiete sollen durch einen Lift verbunden werden, der mitten durch das geschützte Berggebiet führt. Seit kurzem versucht der österreichische Alpenverein mit einer Petition  ein Gegengewicht zum immer stärker werdenden politischen Lobbying der Planer herzustellen. 

Die schroffen Felsformationen in der Sellraingruppe wurden bereits im Jahr 1983 von der Tiroler Landesregierung auf Grund ihrer Einzigartigkeit unter Schutz gestellt. Dadurch bieten sie den Bewohnern des Großraums Innsbruck sowie vielen Touristen ein weitgehend unberührtes Naherholungsgebiet. Genau deshalb werden die Kalkkögel von vielen Wintersportlern als Touren- und Variantengebiet sehr geschätzt (siehebspw.  PowderGuide Tourentipp aus dem Winter 2011). Trotz der Nähe zu zwei Skigebieten fühlt man sich in den steilen Couloirs und weitläufigen Hängen dieser Gebirgsgruppe meist sehr weit weg vom Skitourismus und seinem oft allgegenwärtigem Hüttenkitsch und Aprés-Ski-Sound. Die Rechtslage scheint eigentlich klar. Mehrere Rechtsgutachten kommen zu dem Ergebnis, dass eine Erschließung der Kalkkögel nach aktueller Rechtslage nicht möglich ist. Doch die Planer des Zusammenschluss scheint das wenig zu interessieren und so gehen Planung und Lobbying für das Projekt weiter. Letztlich wurde der Druck der Planer auf die Politik und die Öffentlichkeit, das Schutzgebiet aufzuheben, immer größer (gerade erst wurden (wahrscheinlich bezahlte) Facebook-Posts gestartet, die für den Zusammenschluss werben). Damit die öffentliche Meinungsbildung nicht vollkommen den Beführwortern der Liftverbindung überlassen wird, hat sich der Innsbrucker Alpenverein gemeinsam mit dessen Dachorganisation, dem österreichische Alpenverein, entschlossen eine Petition gegen dieses Projekt zu starten.

 

 

Befürworter argumentieren, dass die für den Zusammenschluss benötigten zwei Liftstützen kaum negative Auswirkungen auf das Schutzgebiet haben können. Die für die Stützen benötigte Fläche mag zwar minimal sein, die Auswirkung auf die unberührte Landschaft dürften dennoch einschneiden sein. Noch viel gefährlicher als der Zusammenschluss und dessen Auswirkungen auf die Kalkkögel an sich, wäre aber das Signal, dass ein solcher Erfolg an die Planer anderer Skigebietserweiterungen in Schutzgebieten aussenden würde: Bleibt man nur hartnäckig und plant trotz eindeutiger Gesetzeslage unbeirrt weiter, haben selbst Projekte, die viele für unmöglich hielten, eine Chance auf Realisierung. Das dieses Argument nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Pläne, die die Stubaier Touristiker anscheinend bereits in der Schublade liegen haben. Neben dem eigentlichen zur Diskussion stehenden Zusammenschluss, denken die Planer möglicherweise bereits an eine Vielzahl weiterer Liftprojekte im Schutzgebiet oder dessen unmittelbarer Umgebung (siehe Beitrag des Alpenverein Innsbruck vom Juni 2014).

Damit viele von euch noch einzigartige Abfahrten in dieser unberührten und wunderschönen Landschaft erleben können, möchten wir euch einladen, die Petition zu unterstützen. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten der Alpenvereine (siehe Links unten).

Kommentare
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charlybrown 19.07.2014 | 10:39 Uhr

die spinnen doch die..............

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tobi 09.07.2014 | 09:55 Uhr

Man schaue sich doch auch unser grundsätzliches Feature zum Thema an http://www.powderguide.com/magazin/report/artikel/skigebietsausbauten-und-zusammenschluesse.html
Ich halte es für völlig widersinnig, für eine Sportart, die bestenfalls stagniert, immer weitere Kapazitätserhöhungen zu realisieren. Ich kann die Logik der Touristiker, die in einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb stehen, nachvollziehen. Es ist aber ein Logik, die, wenn sie viele betreiben, absolut unlogisch und umweltpolitisch verheerend ist. Und am Ende hat keiner gewonnen, lediglich die, die das richtige machen, nämlich nichts, bleiben auf der Strecke. Man könnte fast von einer Dialektik des (Skigebiets-)Fortschritts sprechen…