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Tourentipp | Piz d'Err

Grossartige Tour auf den Torwächter des Julierpass

19.12.2017

Der Piz d’Err ist einer der höchsten Berge am Julierpass, dem Tor ins Engadin. Obwohl der Berg an sich bekannt ist, ist er im Winter nicht überrannt. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Anstiege etwas anspruchsvoller sind oder eine Hüttenübernachtung beinhalten. Doch die Abfahrt und das Panorama entschädigen für jeden Schweisstropfen, der im Anstieg verbrannt wird.

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Philip Crivelli
terrainPiz d'Err

Der Piz d’Err ist einer der höchsten Berge am Julierpass, dem Tor ins Engadin. Obwohl der Berg an sich bekannt ist, ist er im Winter nicht überrannt. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Anstiege etwas anspruchsvoller sind oder eine Hüttenübernachtung beinhalten. Doch die Abfahrt und das Panorama entschädigen für jeden Schweisstropfen, der im Anstieg verbrannt wird.

Der Julierpass und besonders Bivio sind traditionelle Tourengebiete. In der Hauptsaison sind zwischen der Passhöhe und Bivio einsame Touren eine Seltenheit. Biegt man jedoch schon vor Bivio bei Sur links in Richtung Alp Flix ab, ist die Wahrscheinlichkeit, selbst eine Spur legen zu dürfen um Einiges grösser.

Aufstieg

Vom Dorfrand von Sur folgt man der Strasse zur Alp Flix. Die Alp liegt oberhalb des Waldrandes auf einer grossen Fläche. Von hier aus traversiert man den Hang entlang Richtung Norden. Auf der rechten Seite öffnet sich nach einer Weile ein Talkessel an dessen Ende der Piz Calderas und unser Ziel, der Piz d’Err, liegen. Interessanterweise überragt der Piz Calderas den Piz d’Err um 20 Meter, dennoch steht er in Punkto Bekanntheit im Schatten seines Nachbarns. Auf einer Höhe von 2800 m beginnt nun der anspruchsvolle Teil des Aufstiegs. Hier biegt man in einen steilen Südhang ein, den man erst wieder auf einer Höhe von etwa 3250 m verlässt. Nach dem Steilhang geht es über flachere Hänge bis das Gelände Richtung Gipfel wieder steiler wird. Für den letzten Anstieg zum Gipfel lässt man die Ski im Skidepot. Nun steigt man in die Scharte zwischen den zwei Gipfeln und folgt dem Grat in südlicher Richtung zum Hauptgipfel.

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Philip Crivelli
terrainPiz d'Err

Abfahrt

Der Lohn der Mühen steht nun an. Ab dem Skidepot führt die Abfahrt erst entlang des Gletschers Richtung Nord-Osten. Am Ende des Gletschers fällt das Gelände steil ab. Die Abfahrt führt nun ziemlich direkt in Richtung Norden hinunter zur Alp d’Err. Ab 2700 müM wird der Hang wieder flacher und läuft allmählich bis etwas oberhalb der Alp d’Err aus. Von dort fährt man dem Talboden folgend zur nächsten kleinen Alp. Hier bei der Alp Viglia biegt man auf eine Forstrasse ein und fährt dieser entlang nach Tgant Pensa. Je nach Schneelage kann man noch einiges weiter auf der befestigten Strasse fahren, oft jedoch werden die letzten Meter runter bis Tinizong zu Fuss bewältigt.

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map.geo.admin.ch

Variante

Je nach Schneebedingungen, Fitnessstand und Wetterverhältnissen gibt es einige Varianten bei dieser Tour. Für die offensichtlichste Variante steigt man über den Steilhang im Aufstieg zum Piz d’Err auf der westlichen Seite aus und gelangt so auf die linke Seite des Piz d’Err. Gleich wie auf der rechten Seite befindet sich auch dort ein Gletscher. Und gleich wie auf der anderen Seite führt der Hang am Ende des Gletschers steil ins Talbecken zur Alp d’Err.

Fazit

Um die Tour als Eintagesprojekt durchzuführen braucht es ein wenig Planung. Da man nicht direkt wieder an den Startpunkt zurückgelangt, lohnt es sich zu überlegen, wo man das Auto stehen lassen will. Oder ob man die Tour besser mit dem ÖV unternimmt. Wie immer hängt dies von verschiedenen Faktoren ab.

Der Anstieg ist besonders im steilen Südhang anspruchsvoll. Harscheisen und evtl. Steigeisen können die Sache entschärfen. Die Abfahrt ist Weltklasse, setzt jedoch sichere Bedingungen voraus, da der Hang sehr steil und schlecht einsehbar ist.

Die weitere Abfahrt durch das Tal ist nicht mehr schwierig. Trotzdem hat das nur im Sommer bewirtschaftete Tal seinen Reiz. Auch die Forststrasse durch den Wald sollte man nicht unterschätzen, da sie nicht besonders breit und das Gelände rund herum in einigen Bereichen steil ist. Unter gewissen Schneebedingungen ist es nicht ganz einfach, dort stilvoll runter zu fahren.

Am Ende des Tages ist der Pir D'Err eine extrem lohnende, aber anspruchsvolle Tour in einem Gebiet, in dem man nicht sehr viele Tourengeher trifft.

Informationen

Um von Tinizong nach Sur zu kommen die Busverbindungen über den Julierpass am besten kurz auf www.sbb.ch checken. Wir haben unser Auto am Ende des befahrbaren Bereichs der Strasse von Sur Richtung Alp Flix parkiert. Infos zur Schneelage sind schwierig zu finden. Grundsätzlich ist das Gebiet in Mittelbünden nicht mit Rekordschneemengen gesegnet, was die Voraussetzungen für sichere Bedingungen und genügend Schnee, vor allem in den tieferen Gebieten, massgeblich beeinflussen kann. Eventuell können die Webcams in Bivio und Savognin nützliche Informationen bringen.

Wichtig! Nordöstlich des Baches im Tal zur Alp d’Err ist Wildschutz Gebiet. Jedoch gibt es auch dort einige erlaubte Anstiege und Abfahrten. Dafür am besten die aktuellen Karten auf map.geo.admin.ch konsultieren.

Schwierigkeit (5-stufige Skala):****
Besondere Gefahren: Wie immer gilt es, die Lawinen Situation zu beachten. Die Abfahrt führt durch sehr steiles Gelände. Auch für den Aufstieg setzt es sicheres gehen in steilen Gelände voraus.
Exposition: Aufstieg mehrheitlich Süd, Abfahrt mehrheitlich Nord
Höhenmeter Start und Ziel: Start Sur 1610 müM, Piz d’Err 3377 müM, Tinizong 1232 müM
Höhenmeter Aufstieg und Abfahrt: Aufstieg ca. 1800 Höhenmeter, Abfahrt ca 2000 Höhenmeter, je nach Schneelage
Dauer: 8 Stunden
Beste Jahreszeit: März-April
Anfahrtsbeschreibung: Von Tiefencastel her kommend im Weiler Sur dem Schild in Richtung Alp Flix folgen. Je nach Schneelage das Auto im Dorf oder entlang der Strasse Richtung Alp Flix hinstellen.

Hinweis: Die PG Tourentipps sind allgemeine Beschreibungen von Touren, die uns ganz subjektiv gut gefallen. Unsere Tourentipps BEZIEHEN SICH NICHT AUF DIE AKTUELLEN VERHÄLTNISSE. Lest den Lagebericht und die Wettervorhersage und richtet euch in der Tourenplanung danach.

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