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Freeridetour der Woche | Scalettahorn ab Dürrboden

Einfacher Aufstieg und steile Traumabfahrt oberhalb von Davos

06.04.2015
Von: C. N.

Davos bietet nicht nur für die Wichtigen der Welt, sondern auch für Tourengeher einen großen Spielplatz. Sobald die Straße bis Dürrboden geöffnet ist, kann man diese Traumtour ohne großen logistischen Aufwand genießen.

Aufstieg

Vom großen (kostenlosen) Parkplatz in Dürrboden (2.007 m) kann man mit dem Fernglas die Nordseite des Scalettahorns in Augenschein nehmen und anschließend über eine kleine Brücke und entlang des zunächst flachen Sommerwegs Richtung Scalettapass (Fußweg rechter Hand) starten. Kurz vor dem Pass und bevor die Hüfte vom ständigen Hangqueren ausgerenkt ist, links halten und weiter in die flache Ebene unterhalb des Scalettahorns aufsteigen. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten auf den Gipfel zu gelangen: Am sinnvollsten ist der Aufstieg auf den Grat über ein schmales, steileres Schneefeld zwischen Punkt 2.933 m und dem Scalettahorn. Von dort über den Grat auf den Gipfel. Oft benötigt man für die letzten Meter Harscheisen. (Man muss jedoch nicht auf den Gipfel steigen, um die Nordhängen befahren zu können.)
Achtung! Die Aufstiegsroute verläuft zwar nicht über besonders steile Hänge, jedoch sollte die Gefahr, welche von den darüber liegenden Hängen ausgeht, beachtet werden.

Abfahrt

Die Abfahrt entlang der Aufstiegsspur ist nicht besonders schön und bei tageszeitlicher Erwärmung aufgrund der steilen Hänge unter denen man sich im unteren Teil der Tour bewegt auch nicht empfehlenswert.
Interessanter ist die nordseitige Abfahrt: Man fährt vom Gipfel – eigentlich besser von einem wenige Meter tiefer liegenden Plateau – in die Nordhänge ein und über die vom Parkplatz ausgesuchte Linie ins Gletschertälli ab. (Die steile, oft steinige Abfahrt direkt vom Gipfel mündet ebenfalls in dieser Linie.) Anschließend flach (aber ohne Anschieben) zurück nach Dürrboden. Man kann von mehreren Stellen des Grats in die Nordhänge einfahren.
Achtung! Die nordseitigen Hänge sind sehr steil und können nur bei absolut sicheren Bedingungen befahren werden. Das Warten auf gute Bedingungen lohnt sich aber. Der Berg ist nicht überlaufen und Pulverschnee hält sich in den steilen Nordhängenlange.

Tipps

Achtung! Die Straße nach Dürrboden durchs Dischmatal ist im Winter gesperrt und öffnet erst im Frühjahr für den Verkehr. Informationen zur Straße finden sich auf der Seite des Berggasthauses in Dürrboden gibt es hier.

Die Tour verläuft komplett oberhalb der Baumgrenze. Für die Orientierung sind gute Sichtverhältnisse erforderlich.
Motivierte könnten vom Scalettapass aus zunächst Richtung Chüealp-Gletscher (Richtung Westen) aufsteigen und nach einer lohnenden Abfahrt zurück zum Pass das Scalettahorn in Angriff nehmen.
Die Tour kann auch im Winter begangen werden, dann allerdings als Tagestour mit höherem logistischen Aufwand: Vom Walserhuus hinter Sertig läuft man zunächst lange flach ins Chüealptal, steigt an dessen Ende zum Chüealp-Gletscher auf und fährt von dort aus Richtung Scalettapass ab. Von dort wie oben beschrieben. Anschließend aus dem Gletschertälli bis zum vorher organisierten Taxi, das einen zurück zum Walserhuus bringt. Problematisch ist dabei allerdings, dass man die steilen Nordhänge vorher nicht einsehen kann und im Notfall der Rückweg über das Chüealptal und die westseitige Abfahrt von der Sonne aufgeweicht sein könnte!

Informationen

Schwierigkeit: ***
Durchschnittliche Steilheit/Maximale Steilheit: bis maximal 35 Grad im Aufstieg; in der Abfahrt um die 40 Grad im oberen Teil – je nach Linienwahl
Exposition: N
Höhenmeter Start und Ziel: 2000 m
Höhenmeter bergauf und bergab: ca. 1050 hm
Dauer: ca. 3 Stunden
Beste Jahreszeit: Mai bis Juni
Anfahrtsbeschreibung: Vom Bodensee über die A13 bis Landquart. Über die Bundesstraße 28 nach Davos. Nach Davos links abbiegen Richtung Dischmatal. Auf der Dischmastraße (Wintersperre!) bis zum Parkplatz Dürrboden.
Topografische Karten: Swisstopo 1217 Scalettapass