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Touren/Resorts

Chamonix, Treffpunkt der Freerider und Extremskifahrer

Chamonix, Mont Blanc, Teil I

18.02.2009


Nach einem guten Frühwinter und viel Treeskiing wird es Zeit die großen Lines in Angriff zu nehmen. Wo kann man dies besser als in Chamonix? Nach langem Warten ist es nun endlich soweit, wir sind in Chamonix angekommen und werden in den nächsten drei Wochen von unseren Erlebnissen und Erfahrungen berichten.

Freeridemekka Chamonix

Chamonix ist der Treffpunkt des Alpinismus in Frankreich. Der Ort im dem 1924 die Olympischen Winterspiele statt fanden, liegt in der Region Rhone Alps. Neben rund 10.000 Einwohner bietet Chamonix zu Spitzenzeiten Platz für 60.000 Gäste. Im Winter ist Chamonix vor allem ein Treffpunkt für Freerider und Extremskifahrer.

Zur Gemeinde Chamonix gehören auch die Orte les Bossons, les Praz de Chamonix, les Tines, le Lavancher, Argentière sowie im Norden des Chamonix Tals Le Tour. Vor allem Argentiere ist durch das Skigebiet Les Grand Montets sehr bekannt.

Der höchste Punkt des Skigebiets ist die Aiguille du Midi mit 3842 m. Diese Gondelwird bevorzugt von Bergsteigern genutzt die zum Mont Blanc aufsteigen wollen. Aber auch für Freerider hat die legendäre Seilbahnarchitektur der Gipfelstation ebenso eine hohe Bedeutung da sehr bekannte Abfahrten wie beispielsweise die Mallory Route, das Cosmiques Couloir, Rond Glacier oder Mer de Glace von dort erreichbar sind. Neben der Aiguille du Midi gibt es in Chamonix noch die Gebiete Le Brevent mit dem bekannten E.N.S.A. Couloir und la Flegere.

Eine Tageskarte für das komplette Gebiet kostet 48,50 ? in der Hauptsaison. Es gibt zwischen den Gebieten keinen Liftverbund, Busse und Züge bringen den Liftnutzer aber bequem von Gebiet zu Gebiet. Wir besitzen die Mont-Blanc-Unlimited Saisonkarte. Sie kostete im Vorverkauf 700?. Inbegriffen bei dieser Karte ist auch Verbier und für einen Aufpreis von 7 Euro kann man alle 4 Täler in Verbier fahren. Zudem gibt es einige Gutscheine für Gratiskarten für Gebiete wie zum Beispiel Les Portes du Soleil.

 

Die ersten Tage

Da Anfang der Woche in Chamonix aufgrund von starken Schneefall und Wind keine Lifte in Betrieb waren, machten wir uns auf den Weg nach Verbier zum Treeskiing. Es sind von Argentiere bis nach Le Chable (Talort Verbier) ca. 50 km für die man etwa 45 Autominuten veranschlagen muss. Bei starkem Schneefall ist jedoch ein waches Auge auf den Pass Col des Montets (1461 m) zu richten. Ein geschlossener Pass bedeutet das Aus für die schnelle Überfahrt. Bei der Rückfahrt von Verbier - mit standesgemäßem Powdergrinsen - standen wir nämlich vor unerwartet rot gefärbten Strassenschildern: "Col des Montets - CLOSED". Dies hatte für uns die unbequeme Fahrt über Genf zur Folge: an die drei Stunden Fahrt, einen Umweg von 200 km und teure französische Autobahngebühren!

Die Sonne zeigte sich nach wie vor nicht und der Pass war weiterhin geschlossenen. So machten wir uns auf den Weg nach Le Tour, da es dort einige vielversprechende Waldabschnitte gibt. Nachdem durch die starken Niederschläge und dem starken Wind der vergangenen Tage immer noch kaum Lifte in Betrieb waren, konzentrierten sich die Menschenmassen auf Le Tour mit entsprechenden Endlos-Schlangen an den Liften. Leider waren auch dort nicht alle Lifte in Betrieb was zudem zu einem schnellen Verspuren führte. In kürzester Zeit wurden feine Powderhänge zu Buckelpisten. Ja, auch das ist Chamonix. Nichts desto trotz fanden wir auch unter diesen Umständen nette Tree-Runs ohne Konkurrenz.

 

Sonne + Neuschnee + Chamonix = Biglines

Nach nun einigen Tagen ohne Sonne und only Tree-Runs wünschten wir uns zur Abwechslung mal wieder offenes Gelände mit Big-Turns. Unser Wunsch sollte vorerst nicht Erfüllung gehen. So fuhren wir nach Brévent bei wieder mal starkem Schneefall. Eine kleine Hoffnung hatten wir noch, da die Sonnenwahrscheinlichkeit für diesen Tag bei 10 Prozent lag. Am Brévent angekommen, ging es auf den höchsten Punkt hinauf (2525 m). Oben angekommen entschieden wir uns erst Mal einen Warmup Run im Couloir Allais (300 m 30°-35°) zu machen. Auf dem Weg dorthin passiert das Unerwartete: die ersten Sonnenstrahlen geben uns Einblicke in das Couloir.

Der Schnee ist ein Traum! Tief, ungebunden, stabil, schnell und selbst der Sluff ist heute harmlos. Es scheint so als wäre Brévent vom starken Wind der vergangenen Tage verschont geblieben. Das Couloir mündet im Brévent Bowl, wo das "Bushwacking" oder auch "Combat Skiing" genannt, anfängt. Die große Bowl ist gut gefüllt und es sind fast keine Spuren zu sehen. Bei diesen Bedingungen ist es überhaupt kein "Combat" sondern eher ein "High Speed durchfetzen". Auch gibt die Bowl den Blick frei bis in den Talboden und nach Cahmonix - einzigartig.

Danach ging es in das Couloir Bellin (400 m bis zu 40°) und die Sicht wurde wieder deutlich schlechter. Jedoch hatte man durch die Felsen noch eine akzeptable Sicht und der Schnee war ein Traum. Nach einigen 1500 HM Highspeedruns durch das Bellin hatte der Wettergott etwas Mitleid mit uns. Gegen Ende des Skitages zeigte sich auch endlich die Sonne mal vollständig, was wir schamlos ausnutzten um das berühmte Couloir E.N.S.A. (400 m, die ersten 20 m 42°, danach so um die 40°) zu fahren. Die lächerlichen drei Spuren, die wir im Couloir vorfanden, trübten am Ende dieses phänomenalen Tages unseren Abfahrtsspaß nicht im geringsten.