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Schneegestöber

Snow-how – Schnee und Lawinen

Snow-how für Freerider

05.10.2008

Wird wasserreiche Luft in der Atmosphäre auf weit unter 0° C abgekühlt, bilden sich winzige Eiskristalle. Je nach Entstehungsbedingungen können über 6000 verschiedene Kristallformen vorkommen. Alle haben eine gleichmäßige, sechseckige Grundform. Verbinden sich mehrere Kristalle miteinander, entstehen Schneeflocken. Bei Temperaturen um 0°C schneit es große Flocken, wenn es extrem kalt ist, nur noch einzelne Kristalle. Es gibt verschiedene Arten von Neuschnee.

Powder / Pulverschnee – der Freeride-Traum

Powder fällt bei großer Kälte in sehr kleinen Flocken. Er besteht zu über 90% aus Luft und ist daher leicht und locker.
Da Pulverschnee sehr trocken ist, kann man daraus keine Schneebälle formen. "Echter? Pulverschnee bildet die vergleichsweise harmlosen Lockerschneelawinen. Kommt es aber, wie im Winter 1998/99, zu katastrophalen Schneefällen, können die gefährlichsten Lawinen entstehen – Staublawinen.
Fällt der Schnee unter Windeinfluss – und das ist im Gebirge leider fast immer der Fall, dann ist der Schnee nicht mehr locker, sondern gebunden. Gebundener Neuschnee kann zur tödlichen Falle werden, da er Schneebrettlawinen bildet.
Schneit es bei relativ warmen Temperaturen, sind die Flocken groß und der Schnee ist feucht und schwer.

Pappschnee

Pappschnee bildet an sehr steilen Hängen nasse Lockerschneelawinen. Leider eignet sich der nasse Neuschnee besser für Schneeballschlachten als zum Freeriden.

Graupel

Graupelkörner entstehen, wenn in der Luft an Eiskristallen Wassertröpfchen anfrieren. Dabei entstehen kleine, lufthaltige Kugeln.

Reif

Es gibt auch Schneekristalle, die nicht vom Himmel fallen, sondern an der Schneeoberfläche als Oberflächenreif – oder an Gegenständen als Raureif (Anraum) entstehen. Oberflächenreif bildet sich in klaren Nächten. Feuchtigkeit aus der Luft kristallisiert an der kalten Schneeoberfläche aus und bildet blätterförmige Eiskristalle. Diese können sehr groß werden, sind aber extrem zerbrechlich.

Wird Oberflächenreif von einer Neuschneeschicht eingeschneit, wirkt er wie ein Kugellager und stellt die perfekte Lawinengleitfläche dar. Diese eingeschneiten, oft nur wenige Millimeter dicken Reifschichten sind für viele Lawinenunfälle verantwortlich. Eingeschneiter Oberflächenreif: perfekte Gleitfläche für Schneebretter!

Noch mehr Schnee

Raureif (auch Anraum genannt) wächst, bei Nebel und Wind, an unterkühlten Gegenständen immer gegen den Wind, sodass man daran die Windrichtung ablesen kann.

 

Regen
Hin und wieder regnet es selbst im Winter bis in die Gipfelregionen. Während dem powdersüchtigen Freerider dabei das Herz schwer wird, steigt die Lawinengefahr stark an. Überall können Nassschneelawinen losreißen, die oft als Grund- bzw. Bodenlawinen direkt auf der Grasnarbe abgleiten.

 

 

Die Schneedecke

Der im Verlauf des Winters fallende Schnee lagert sich am Boden ab. Die Schneedecke besteht aus verschieden dicken Schichten, die aus unterschiedlichen Schneearten bestehen. Schneekristalle sind sehr instabile und zerbrechliche Gebilde. Vom Augenblick ihrer Entstehung in der Atmosphäre bis zum Schmelzen verändern sie sich laufend. Man spricht dabei von Umwandlung oder Metamorphose. 

Diese Umwandlungsvorgänge beeinflussen die Lawinengefahr, daher ist es für Freerider wichtig, die vier Umwandlungsvorgänge zu kennen, die in den weiterführenden Artikeln vorgestellt werden.

  • Umwandlung durch Wind und Druck

  • Abbauende Umwandlung

  • Aufbauende Umwandlung

  • Schmelzumwandlung