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Update LVS-Geräte Winter 2014/15

Tracker 3 als einziges neues LVS-Gerät des Winters 14/15, Software-Updates für Pieps und Arva LVS-Geräte

14.01.2015

Die größte Dynamik in der Entwicklung der Lawinennotfallausrüstung verzeichnet zweifelsohne die Entwicklung und Vermarktung der Lawinenairbagtechnologie; das heißt jedoch nicht, dass sich bei den Lawinenverschüttetensuchgeräten nichts tut. Auch hier schreitet die Entwicklung voran, wenn auch eher im Detail…

Die größte Dynamik in der Entwicklung der Lawinennotfallausrüstung verzeichnet zweifelsohne die Entwicklung und Vermarktung der Lawinenairbagtechnologie; das heißt jedoch nicht, dass sich bei den Lawinenverschüttetensuchgeräten nichts tut. Auch hier schreitet die Entwicklung voran, wenn auch eher im Detail…

Tracker 3 | Das einzige neue LVS-Gerät der Saison 2014/15

Lange angekündigt, ist das rein digitale Dreiantennengerät Tracker 3 von BCA (das Unternehmen gehört inzwischen zu K2) nun endlich im Handel erhältlich und löst das Tracker 2 ab. Das Ziel bei der Entwicklung des Tracker 3 bestand darin, erneut ein schnelles und äußerst einfach zu bedienendes Gerät zu entwickeln.

Wir werden in Kürze das neue Tracker 3 LVS-Gerät testen können, bis dahin geben wir euch einen zusammenfassenden Übersichtsbericht über die Stärken und voraussichtlichen Schwächen des neuen Geräts. Ein ausführlicher Testbericht erscheint noch in der Saison 2015

Stärken des Tracker 3:
-  Signalverarbeitung in Echtzeit
- Äußerst schnelle und direkte Führung des Suchenden zum Verschütteten
-  Anzeige, ob mehrere Personen bzw. Sender verschüttet worden sind.
-  Einfache und intuitive Gerätebedienung
- Sog. Big-Picture-Mode: Hierbei wird die Signalisolierung aufgehoben und alle empfangenen Signale werden der Reihe nach in Entfernung und Richtung angezeigt. Ungeübte Nutzer und Laien scheinen mit dieser Funktion jedoch häufig überfordert zu sein.
-  Tolle Größe, gelungene Optik (erinnert an ein Smartphone)
-  Sehr gutes Tragesystem

Schwächen des Tracker 3:
- Das Tracker 3 verfügt über keine "echte" Markierfunktion, stattdessen bietet das Gerät einen SS-Modus (= Signal Supression), bei dem während einer Minute das stärkste Signal unterdrückt wird. Die Entwickler gehen davon aus, dass diese Zeit genügt, um das Signal des nächsten Verschütteten ausreichend zu verfolgen, sodass dessen Signal als stärkstes empfangen wird.
- Geringe Reichweite für den Empfang von Verschütteten: die empfohlene Suchstreifenbreite beträgt 40 Meter, was jedoch von seriösen Testern als eher ambitioniert bzw. „optimistisch“ bewertet wird.
- Gewöhnungsbedürftiger Signalton

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Tracker 3 – vorläufiger Eindruck

Das Tracker 3 Lawinenverschüttetensuchgerät von BCA kann das, was die meisten anderen LVS auch gut können: Einen Verschütteten schnell und einfach lokalisieren. Eine tolle Optik und ein überzeugendes Tragesystem machen das Gerät ziemlich vielversprechend. Mit den Top-LVS von Mammut, Ortovox und Pieps scheinen die Spezialfeatures für geübte Benutzer und Experten jedoch nicht mithalten zu können. 

Das Gerät ist ab rund 280 Euro erhältlich.
Gerätemaße: 11,5 x 7,1 x 2,4 cm.
Gewicht: 315 Gramm, inklusive Trage- und Befestigungssystem 

Software-Updates – Pieps und Arva

Bei den anderen Geräteinnovationen handelt es sich um Verbesserungen der Gerätesoftware. Diese sog. Firmware-Updates sind in der Regel kostenlos und dringend zu empfehlen, weil sie erkannte Schwächen beheben und die Performance der Geräte deutlich zu verbessern vermögen.

Pieps
Die österreichische Firma Pieps bietet für ihre Geräte DSP Sport und Pro das sog. 2.0-Update an. Dieses Update sollte auch dann durchgeführt werdne, wenn die im Januar 2014 erschienene Firmware 1.5 bereits installiert worden ist. Die neue Gerätesoftware beseitigt ein gravierendes Problem, das von der Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins identifiziert wurde: Werden mit der alten Gerätesoftware zwei Verschüttete gesucht bzw. zwei Signale empfangen, passiert es recht häufig, dass, wenn Sender 1 als „gefunden“ markiert worden, auch der Sender 2 nicht mehr lokalisierbar ist. Daher sollte die neue Software dringend beim nächsten Händler von Pieps, der auch den LVS-Service durchführt, installiert werden. Die neue Software enthält auch einen Gruppencheck-Modus. Weitere Infos…

Arva
Arva bietet für seine LVS-Geräte Link, Axis und ProW eine neue Software (5.0) an. Diese Software ermöglicht eine neue Funktion, die als „Dynamic Interference Management“ bezeichnet wird. Auch die Neo-Modelle der Saison 2014/15 ermöglichen diese Funktion in ihrer Gerätesoftware 3.0.

Was kann dieses neue „Betriebssystem“: Es gibt wohl nur wenig Sportarten, bei denen Menschen mehr Elektroschnickschnack mit sich herumtragen als beim Freeriden. Entsprechend überfüllt mit elektronischen Services und -Signalen sind die Skigebiete. (Hier ist nicht der richtige Ort um über diese Entwicklung zu schimpfen …) Weil LVS-Geräte hochgradig empfindlich auf elektromagnetische Signalen reagieren, kann andere Elektronik die Funktion der LVS-Geräte beeinträchtigen. In solchen Fällen soll das „Dynamic Interference Management“ bei den Modellen Neo und ProW aktiviert werden. Diese Funktion geht jedoch deutlich zu Lasten der Gerätereichweite, wodurch jedoch der Einfluss externen Störungsquellen minimiert werden kann. In ungestörter Normalumgebung beträgt die empfohlene Suchstreifenbreite 60 m, im „minimum Level/SR 30“ hingegen 30 m und im „maximum Level/SR 15“ sogar nur 15 m.

Achtung! Dieselben Probleme mit der Markierfunktion von als gefunden markierten Sendern wie bei Pieps treten auch bei den Arva-Modellen auf: Die neue Software löst diese Probleme nicht! Auf der ISPO 2015 soll das Nachfolgegerät Evo4 vorgestellt werden, das über eine „echte“ Markierfunktion verfügt.

Quelle der hier genannten Informationen: das Risikomanagementfachmagazin BergUndSteigen 

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