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OpenSlopeMap: Hangneigungskarte von Skifahrern für Skifahrer

Praktischer Service von altruistischen Hobby-Kartographen

06.12.2016

Zwei skifahrende Softwareentwickler waren mit dem Angebot an online frei verfügbaren Hangneigungskarten unzufrieden und haben kurzerhand eine eigene Karte erstellt. Die OpenSlopeMap umfasst Österreich, Südtirol, Bayern und Slowenien, ist online wie offline nutzbar und kostenlos. Entwickler Peter Schnappauf über das Projekt OpenSlopeMap:

Zwei skifahrende Softwareentwickler waren mit dem Angebot an online frei verfügbaren Hangneigungskarten unzufrieden und haben kurzerhand eine eigene Karte erstellt. Die OpenSlopeMap umfasst Österreich, Südtirol, Bayern und Slowenien, ist online wie offline nutzbar und kostenlos. Entwickler Peter Schnappauf über das Projekt OpenSlopeMap:

Das Projekt ist von mir mit Unterstützung von Reini Riedl ins Leben gerufen worden. Wir sind nicht nur begeisterte Freerider und Skitourengeher sondern auch technisch sehr interessiert (Reini ist Dipl.Informatiker, ich bin Diplom-Physiker) und beruflich in der professionellen Software-Entwicklung tätig. Irgendwann haben wir begonnen, uns mit dem Thema Hangneigungskarten zu beschäftigen. Die Hangneigungskarten, die wir bis dahin kannten, waren teilweise ganz ok, jedoch sind die verfügbaren Lösungen immer mit irgendwelchen Einschränkungen verbunden. Manchmal ist es die schlechte Auflösung, manchmal sind die Karten nur relativ umständlich zugänglich (wie z.B. die guten Karten auf den leider eher umständlichen Web-GIS Seiten von Tirol und Salzburg), oder man kann sie nicht auch für eine Offline-Nutzung einfach verwenden.

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http://www.openslopemap.org/

Daher haben wir begonnen, auf Basis von gut aufgelösten und frei zugänglichen digitalen Geländemodellen (sogenannten DGMs) selbst Hangneigungskarten mit Hilfe einer Geoinformationssoftware zu erstellen. Je nach Region beruhen die Karten auf unterschiedlichen Auflösungen. So konnten für Österreich und Südtirol die Karten auf Basis von 10m-DGM-Auflösungen erstellt werden, während die Slowenien-Karte oder die Grenzregionen zu Österreich/Südtirol nur auf 20m-DGM-Auflösungen erstellt werden konnte. Das Land Bayern stellt leider nur 50m-DGM-Daten frei zur Verfügung. Bei Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Teilen Italiens konnten bislang keine brauchbaren und frei zugänglichen DGMs genutzt werden, entsprechend konnten für die Länder auch noch keine Hangneigungskarten erstellt werden. Sollten hier entsprechende Daten einmal frei zur Verfügung stehen, möchten wir natürlich auch diese Gebiete abdecken.

Für die Erstellung von Hangneigungskarten für das Lawinenrisikomanagement hat sich weitgehend die Meinung durchgesetzt, dass DGM mit 10m-Auflösung die am besten geeignete Grundlage bilden. Beim Erstellen von Hangneigungkarten geht man im Grunde immer Kompromisse ein. Ist das zugrundeliegende DGM zu grob kann das Gelände nicht mehr realitätsnah abgebildet werden. Legt man eine zu feine Auflösung zugrunde wird das Gelände sehr fein aufgelöst. Im Extremfall etwa mit 1m-DGMs würden die Hangneigungen sehr fein dargestellt, was jedoch auch nicht unbedingt den Gegebenheiten im Winter entsprechen muss, da je nach Schneedeckenmächtigkeit bestimmte Hangbereiche durch die Schneeauflage geglättet werden. Abgesehen davon werden die Hangneigungskarten dann farblich grieselig und nicht mehr so gut lesbar und würden gleichzeitig eine nicht gegebene Genauigkeit suggerieren. Daher sind im Normalfall 10m-DGM ein guter Kompromiss - wohl wissend, dass vereinzelt lokale Gegegebenheiten eine höhere Auflösung erfordern würden. In den weitaus überwiegenden Anwendungsfällen liefern die 10m-Daten das insgesamt realistischste Ergebnis.

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Zunächst haben wir das Ganze nur in sehr kleinem Stil gemacht und kleinräumige Kartenausschnitte erzeugt für die jeweilige Unternehmung, die wir geplant hatten. Da es viel zu Schade gewesen wäre, wenn nur wir beide diese Karten genutzt hätten, haben wir vergangenen Winter beschlossen, die Karten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und zwar frei und ohne jegliche kommerziellen Interessen. So habe ich dieses Jahr das Projekt OpenSlopeMap aufgesetzt und die vergangenen Monate über die Karte für die Ostalpen generiert. Man kann die Karten im Browser nutzen, aber eben auch fertige Karten-Dateien für die Offline-Nutzung z.B. auf einem Smartphone herunterladen. Wir wollten etwas Sinn stiftendes auf die Beine stellen und wir freuen uns riesig, wenn die Community das Angebot annimmt und hoffentlich viele Gleichgesinnte in den Genuss der Karte kommen.  

Jeder Anwender der Karte sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine Karte immer nur eine eingeschränkte Sicht auf die realen Gegebenheiten sein kann und daher niemals vollständig die tatsächlichen Verhältnisse darstellen kann!

Karten der Schweiz gibt es übrigens hier.

UPDATE 2017

Wir waren natürlich über die schneearmen Sommermonate auch nicht faul und haben ein paar sehr interessante Neuerungen für die OpenSlopeMap umgesetzt. Die wichtigsten Ändreungen sind dabei folgende:

1. Für die Länder Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol haben wir nun auch Hangneigungskarten mit einer deutlichen höheren Hangneigung erstellen können. Die Hangneigungskarten beruhen dabei auf digitalen Geländemodellen (kurz DGM) mit einer Genauigkeit von 5m. Bisher könnten wir nur Daten auf Basis von DGMs mit einer Genauigkeit von 10m erstellen. Bisher stehen diese exakten 5m-DGMs nur für die besagten Länder zur Verfügung. Sobald weitere Länder nachziehen werden wir auch diese entsprechend berücksichtigen. Dies sind nun unsere "High Resolution"-Karten.

2. Für Österreich, Südtirol und das Trentino haben wir Hangneigungskarten auf Basis von DGMs erstellet, die zwar auf den 10m-Daten beruhen, die jedoch durch das Verfahren der bikubischen Interpolation auf eine höhere Genauigkeit (irgendwo zwischen 5m und 10m) rückgerechnet wurden. Dies sind nun unsere "Medium Resolution"-Karten.

3. Wie ihr oben schon herauslesen konnten haben wir nun auch das Trentino mit unseren "Medium Resolution"-Karten neu mit abgedeckt.

4. Wir haben die Gradeinteilung bei Hangneigungen über 40° ein wenig überarbeitet. Zumeinen haben wir die Unterscheidung bis 55° auferweitert, zum anderen haben wir die Farbskala hinsichtlich einer besseren Unterscheidbarkeit optimiert.

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