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PowderAlarm

PowderAlarm 07 – Dumpicane

PowderAlarm 07 | Dumpicane

15.12.2011

Es dumpt! Und das bei Wind in Hurrikanstärke! Die passende Bezeichnung des kommenden Systems wäre für Freerider: Dumpicane. Da unserer PowderGuide Wetterexpertin, die einzige die sich wirklich auskennt, die Entstehung bereits erläutert hat (WetterBlog für Freerider 07/2012), kommt jetzt nun was es für uns bedeutet. Es "dumpt"!

Die Mengen der bisherigen Tage sind gewaltig und bereits von Dienstag bis Heute (Donnerstag, 15.12.) sind stellenweise über 50-60 cm im Westen gefallen.

Die Vorhersage eines solches Systems ist extrem schwierig und in punkto Zugbahn schwanken die Modelle selbst jetzt noch hin und her. Aber, und das ist das gute, die Niederschlagsvorhersagen sind robust. Das heißt, es wird dumpen und zwar nicht zu knapp. Praise Ullr! Ich unterscheide die kommende Zeit bis Sonntag in zwei Teile: heute bis Samstag Morgen, also den Kern des Dumpicanes, und den folgenden Nordweststau.

Teil 1 – Dump auf Anschlag

Die bunten Karten und die Warnungen der professionellen Kollegen deuten es an: Die Mengen sind gewaltig. Von heute bis Samstag Mittag rechne ich in Frankreich von den Oisans bis nach Norden sowie im Westen der Schweiz bis ins Unterwallis mit folgenden Mengen: Verbreitet sollten locker 70-100 cm zusammenkommen. In extremen Staulagen könnten auch 120 bis 150 cm zusammenkommen. Das ist aber die maximalste Menge die ich sehe und sie wird auch, wenn überhaupt, nur ganz vereinzelt erreicht werden. Die aufsummierten „beinahe 2 m“ aus unseren Modell (Zur PG-Neuschneeprognose) sehe ich aber nicht, da der Höhenbias des Modells hier zu großzügig ist. Man bemerkt, dass es immer am Mont Blanc am meisten schneit ;). Durch die Stärke des Sturms wird der Niederschlag auch weit in das ansonsten niederschlagsarme Zentralwallis gedrückt, so dass ich dort, im Goms, im Berner Oberland sowie am zentralen Alpennordhang auch 40-70 cm für möglich halte. Im Wallis oder Goms eventuell auch mehr da diese Effekte durch den reindrückenden Westniederschlag schwer abschätzbar sind.

Vom zentralen Alpennordhang bis zum Arlberg sollten 25-50 cm zusammenkommen können. Weniger in den Regionen die von Westen abgeschirmt sind. Mehr am Arlberg und im Glarnerland.

Weiter östlich und südlich wird es weniger und es können maximal 0-30 cm werden, wobei die Modelle am Dachstein auch mehr hergeben, was ich mir aber nicht vorstellen kann. Aber liebe Ostalpinen: Es gibt immerhin auch Modellhoffnung.

Anfangs liegt die Schneefallgrenze um 1500 m, sollte aber ab Freitag Mittag in den Keller gehen und am Wochenende gibt es Schnee bis ganz runter. Das heißt: Cold smoke on top. Zumindest dort wo kein Wind herrscht und das ganze nicht zu 4 Meter hohen Triebschneepaketen aufschichtet.

Teil 2: Der Nordweststau

Den folgenden Nordweststau neigen die Modelle zu unterschätzen und ich sage trotz der eher dürftigen Vorhersagen von Samstag Morgen bis Sonntag Abend verbreitet von Chamonix bis zum Dachstein in den Nord/Nordweststaugebieten 20-40 cm vorraus. Im Süden des Alpenhauptkamms und im Wallis kommt davon aber nichts mehr an und auch Frankreich werden die Mengen südlich von Grenoble rapide weniger. Hierbei lehne ich mich aber weit aus dem Fenster, denn selbst unser Dumpicane ist noch nicht ganz klar und daher ist die Folgeentwicklung nicht ganz trivial. Zu den weiteren Tendenzen sage ich nichts, denn es ist vollkommen unklar was ab Montag passiert. Wenn ich mit meinem Schnorchel aus dem Powder wieder aufgetaucht bin, gibt es am Sonntag oder Montag einen neuen Alarm.

Wo würde ich wann fahren? Sag ich euch nicht, aber ich würde mich Freitag tief in den Bäumen verstecken, um nicht weggeweht zu werden und auch Samstag/Sonntag ist eher schlechte Sicht mit Schneefall im Norden. Es kann aber das ein oder andere Wetterfenster auftauchen, speziell inneralpin, so dass man auch Skigebiete aufsuchen kann, die Bäume und Gelände bieten.

Achtet auf die Lawinengefahr, lest die Bulletins und lasst es langsam angehen. Der Wind ist monströs!

Powder to the people!

 

Text: Lars Oelmann