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Powdermania 2012 Woche 7/13

Erst gut, dann super schlecht, dann wieder besser und dann die große Lawine

15.02.2012

Montags war die Welt noch in Ordnung. Perfektes Wetter und super Schnee für zwei Abfahrten weit abseits der Pisten. Die Wetteraussichten waren sehr ungünstig, weshalb wir uns beeilen mussten. Mittags war dann der Powder-Spaß vorbei und 35 mm (= 37 Liter / qm) Regen in 24 Stunden waren das Resultat einer Warmfront. Bereits am Mittwoch fiel bereits wieder Schnee, aber leider wurde es zuerst sehr kalt und daher war alles beinhart gefroren.

Regen in Hakuba ist nichts außergewöhnliches, nur die Häufigkeit hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Klimawandel?! Am Donnerstag und Freitag war dann mehr „dust on crust“ und nicht gerade berauschendes Skifahren angesagt.

Dann kam der Samstag und damit der Tag an dem wir alle beinhart in die Realität zurückgeholt wurden. Super Wetter bereits früh morgens und damit waren unsere Gedanken schon weit abseits der Pisten und mal wieder von dem Wunsch nach langen Abfahren beseelt. Der Lawinenbericht klang nicht gerade berauschend, aber andere Daten lagen uns nicht vor (mehr dazu am Schluss). Schon bei der Fahrt ins Skigebiet war der Wind deutlich spürbar und oben angekommen entpuppte sich der Wind als ausgewachsener Sturm. Trotzdem hielt uns nichts davon ab, unsere Abfahrt vorsichtig zu planen. Wir wussten, dass eine Regenkruste und Windverwehungen nicht grade die besten Voraussetzung sind aber „Man kennst sich ja aus…“ Die Abfahrt war ein Traum, - also gleich nochmals. Nach der 2. Abfahrt sahen wir in der Ferne ein Abrissstelle einer Lawine, aber wir waren blind vor Schneesucht und haben sogar noch eine dritte Abfahre unternommen. Alles lief gut. Zurück in der Lodge dann das böse Erwachen: Unsere Kollegen hatten sich in etwas steileres Gelände hineingewagt und nur Sekunden vor der Abfahrt löste sich unter deren Füßen eine riesige Lawinen, die 500 Meter ins Tal schoss und die Kategorie 3 erreichte. Viel Glück war im Spiel, da die Abrissstelle knapp unterhalb der Jungs war. Abends dann total geschockte Kollegen, die alle noch nie so nahe an einen großen Unfall vorbeigeschrammt waren. Für alle war klar, wir hatten alle viel Glück. Die „Red Flags“ an diesem Tag waren nicht übersehbar und trotzdem hat und die stabile Schneedecke, die nahezu während des gesamten Januars unser Vorteil war, blind gemacht. Wir sind uns alle einig, dass bis auf weiteres keiner von uns wieder dorthin geht. Die Regenkruste ist nach wie vor da und scheint sich nicht zu verändern. Sonntag war dann Skifahren im Wald und alles unter 35 Grad Steilheit angesagt. Wir alle hatten extreme Angst, einen Fehler zu machen.

Die Fotos der 7ten Woche in der Gallery

Anstelle von Land und Leute ein paar Worte zum Lawinenbericht und dergleichen

Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal einen Bericht jeweils am Freitag und Samstag früh, gültig für den jeweiligen Tag. Leider viel zu spät. Letztes Jahr hatten wir noch stündliche Wetterdaten wie Temperatur, Windstärke und Windrichtung von diversen Messstationen in der Region. Diese Jahre sind keinerlei Daten verfügbar. Einfach weg und niemand weiß warum. Lediglich ein guter Freund betreibt eine inoffizielle Website mit täglichen Updates und seinen Beobachtungen. Diese sind eine große Hilfe, aber keinesfalls mit den Daten vergleichbar, die wir von zu Hause gewöhnt sind.
Ich wünsche euch allen viele gute und vor allem unfallfreie Abfahren abseits der Piste!

Text: Patrick Fux

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