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Kurzbericht | Alpinmesse 2018 Innsbruck

Höher, schneller, weiter

26.10.2018

Die Alpinmesse in Innsbruck hat sich zum fixen Treffpunkt der deutschsprachigen Bergcommunity etabliert. Ein Kurzbericht über das Ausbleiben bahnbrechender Neuerungen, generelle Trends sowie das alljährliche Sehen und Gesehen werden:

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Lukas Ruetz
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Die Alpinmesse in Innsbruck hat sich zum fixen Treffpunkt der deutschsprachigen Bergcommunity etabliert. Ein Kurzbericht über das Ausbleiben bahnbrechender Neuerungen, generelle Trends sowie das alljährliche Sehen und Gesehen werden:

Etwa drei Wochen früher als üblich wurde Innsbruck durch die Alpinmesse am 20. Und 21. Oktober wieder zu dem Treffpunkt der Berg- und Outdoorcommunity. Und nicht nur der Zeitpunkt hat sich nach vorne verschoben, auch die Veranstaltung an sich übertrifft sich Jahr für Jahr selbst mit einem noch umfangreicheren Programm.

Schlendert man durch die Gänge des Messezentrums Innsbruck, kommt man sich mittlerweile vor wie auf einer kleinen ISPO. Auf die Schnelle bekommt man kaum mehr einen Überblick, was man dort alles finden kann und welche zusätzlichen Angebote es gibt. Dank dem umfangreichen Angebot haben sich auch heuer wieder zigtausende Besucher in Innsbruck eingefunden - trotz perfektem Bergwetter.

Neben den Ausstellern konnte man sich in dutzenden Reisevorträgen, zwei Multivisionspräsentationen bekannter Alpinisten, zig Workshops, dem alljährlichen Wettbewerb an der Boulderwand in den Ausstellungshallen, Produktpräsentationen am Laufsteg, Fachvorträgen oder im Forum bei kontroversen Fragestellungen verlieren. Daneben existiert mittlerweile auch eine Reihe an Service-Leistungen: dieses Jahr beispielsweise kostenlose Bindungseinstellung oder das professionelle Flicken von Kleidung.

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Lukas Ruetz
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Trends: Material

Am Hardware-Sektor tut sich im Grunde seit Jahren relativ wenig. Ein genauer Überblick über die für Freerider und Skitourengeher relevanten Neuerungen findet man auch in den ISPO-Artikeln der letzten Saison: Snowboards, Ski, Tourenbindungen & -schuhe, Lawinensicherheitsausrüstung, Bekleidung. Mir persönlich sind folgende Kleinigkeiten ins Auge gestochen:

  • Die Bauweise der Tourenski gleicht sich über die meisten Hersteller immer weiter aneinander an. Das Optimum aus Abfahrtseigenschaften, Haltbarkeit, Preis, Rentabilität, Schraubenhalt und Aufwand im Herstellungsprozess scheint bei einem PaulowniaKern mit Carbon-/Glasfaserlagen im Ober- und Untergurt, verstärkt mit einer Titanalplatte lediglich im Bindungsbereich, zu liegen. Auch K2 hat mittlerweile dem jahrelangen Druck nach leichteren Tourenski nachgegeben und baut sie nun ausschließlich in dieser Form.
  • Der Markt für Airbags ist mittlerweile auch heiß umkämpft und die großen Neuerungen scheinen hinter uns zu liegen. Getüftelt wird aber nach wie vor: Advenate stellt zum Beispiel nach der Erst-Präsentation bei der ISPO auch bei der Alpinmesse das kombinierte Atmungs-Airbagsystem vor.
  • Ein Eyecatcher ist nach wie vor die Salomon/Atomic Shift Bindung. Für mich persönlich stellt sich allerdings immer noch die Frage (allerdings als Tourengeher ohne Freeride-Ambitionen): Wenn man schon so hohen Wert auf die Abfahrtsperformance bzw. die Auslösung legt, dass man sich gegen eine „normale“ Pin-Bindung entscheidet, ist ein Lowtech Adapter wie ihn inzwischen bspw. auch Dynafit anbietet (um mit einer Alpinbindungen mit Pins aufsteigen zu können) nicht auch oder sogar besser für dieses Problem geeignet?  
  • Kleine „Garagen“Skihersteller kommen und gehen nach wie vor. Einige, wie das Innsbrucker Team rund um Spurart, scheinen allerdings Fuß gefasst zu haben. Einen interessanten Ansatz in Sachen Bauweise (Voll-Carbon-Jacket) und Shape verfolgt ein Allgäuer Einmann-Betrieb namens snørre mit sehr hochpreisigen Modellen. Sehr interessant, was Wellensurfer ins Schneesurfen in Sachen Shape einbringen. Augment – ein relativ junger Skihersteller aus Salzburg, der seinen Ursprung in hochpreisigen Abfahrtsrennski hat – baut nun auch hochwertige Tourenski. Allen kleinen Marken ist jedoch eines gemeinsam: Sie setzen auf Qualität und meist auf das hochpreisige Segment.
  • Schuhe mit sehr hoher Performance aber geringem Gewicht (meist zwischen 1300g und 1500g) und hoher Beweglichkeit liegen ebenfalls im Trend: Tecnica Zero G Tour Pro, Dynafit Hoji, Fischer Ranger Free.
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Lukas Ruetz
Camp it simple
  • In Bezug auf gewisse Rettungssysteme tut sich derzeit einiges: der schwedische Hersteller Recco [FOTO] stattet viele Hubschrauberstützpunkte erfolgreich mit einer Tonne aus, die die passiven Recco-Reflektoren (in verschiedenster Outdoor-Ausrüstung integriert) vom Hubschrauber aus detektierbar macht. Das System ist vor allem für Sucheinsätze im Sommer interessant: Die Crew kann mit 100km/h über bspw. Wälder fliegen und damit einen riesigen Bereich in kürzester Zeit absuchen. Österreich ist inzwischen als erstes Land flächendeckend mit diesen Detektoren ausgestattet.
  • Verhältnismäßig billig sind mittlerweile Satellitentelefone: Egal ob zum Leihen oder zum Kaufen. Für Skibums, die öfters in abgelegenen Gebieten der Welt unterwegs sind, aber auch für eine einzelne Reise kann man über ein Satellitentelefon mittlerweile ernsthaft nachdenken. Wer allerdings einen Satelliten-Internet-Router überlegt, der sollte dann doch Spitzenverdiener sein.
  • Apropos Skibums: Camp it Simple bietet lässige Bausätze, um einen Großformatwagen in ein Reisemobil zu verwandeln. Interessantes Konzept für alle, die nicht selbst basteln wollen - vor allem die neuen Cubes scheinen vielversprechend.

Fazit

Es war wieder einmal eine gelungene, top organisierte, interessante Veranstaltung, in der beginnenden Wintersaison. Die Alpinmesse ist ganz und gar dran, die ISPO des Kunden zu werden und hat sich zum fixen Punkt im Veranstaltungskalender entwickelt. Allen voran steht aber das Meet&Greet: nirgendwo sonst konzentrieren sich bei einer öffentlichen Veranstaltung im deutschsprachigen Raum derart viele Akteure der Szene.

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