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Kanada-Japan-Ski-Trip | Teil XI – Mt. Baker, Mt. Washington, Whistler

Kanada-Japan-Ski-Trip | Teil XI

29.03.2011

Den Montag meiner vorletzten Skiwoche verbrachten wir in Mount Washington, wo wir am Vorabend bis ins Gebiet gefahren waren und uns mal wieder den Luxus einer sog. Ski-in/Ski-Out-Unterkunft gönnten, um auch sicher den ersten Lift zu erwischen. Wir hatten Bedenken, dass die enormen angesagten Schneemengen die Zufahrtstraße blockieren könnten und das wollten wir keinesfalls riskieren.

Und der angesagte Neuschnee fiel tatsächlich: 45 cm über Nacht, 65 cm in 24 Stunden – ein toller Schneebericht vom Skigebiet um 7 Uhr früh und es schneite weiterhin ergiebig. Unsere Laune war natürlich super und einem grandiosen Powderday stand eigentlich nichts im Wege, dachten wir zumindest? Leider haben wir nicht mit der Sonne, den steigenden Temperaturen und dem kräftigen Wind gerechnet. Erst war fast alles geschlossen wegen der notwendigen Lawinensicherungsarbeiten. Später öffneten Teile des Gebietes. Der Schnee wurde mit jeder Fahrt schwerer, zudem war die Talstation des neuen Lifts zugeschneit und musste in stundenlanger Arbeit freigeschaufelt werden. Fast alle Pistenfahrzeuge wurden benötigt, um die Zufahrtsstraße, die Parkplätze und der Unterkünfte von den Schneemassen zu befreien und daher waren die Chancen für eine Öffnung fast null. Enttäuscht verließen wir das Gebiet frühzeitig, um noch am selben Tag nach Whistler zu fahren.

Der Dienstag war mein erster Tag in Whistler in dieser Saison. Obwohl ich schon häufig hier war, gehören Whistler-Blackcomb (WB) jedes Jahr auf meinen Reiseplan. Ohne WB fehlt mir einfach was! Die Größe des Gebietes, die steilen und super steilen alpinen oder auch Waldabfahrten, das beeindruckende Liftsystem sind für mich einfach einzigartig. Es erlauben viele Tage hier zu verbringen, ohne dass Langeweile aufkommt. Über Nacht hatte es geschneit und damit waren vier Tage in Folge Neuschnee zusammengekommen, auch wenn der Schnee nicht immer super leicht zu fahren war. An diesem Tag war der Schnee jedenfalls in den Hochlagen spitze, wenn er auch etwas schwerer weiter unten. Dies ist in Whistler Mitte März normal, da der Ort sehr tief gelegen ist. Insgesamt ein toller Tag und den ganzen Tag immer mehr Neuschnee – was will man als Freerider mehr?

Auch am Mittwoch war ich wieder begeistert von Whistler. Seit der Eröffnung der Peak to Peak Gondel schaue ich jedes Mal mit glänzenden Augen auf die Waldabfahrt genau darunter. Leider waren die Bedingungen nie passend – bis heute! Eine geniale Abfahrt mit steilen und sehr steilen Teilstücken. Absolut geniale Jumps und eine super Sicht auf die bis zu 400 m über dem Boden schwebende Gondel. Wir könnten nur die Nordseite fahren, aber diese ist sowieso die bessere und ermöglicht zudem einen einfachen Rückweg über die Waldstraße zurück ins Skigebiet. Die Abfahrt steht ab sofort auf der Liste meiner besten Abfahrten.

Donnerstag – und ich war regelrecht verliebt in diese Region. Nach mehr als 150 cm Neuschnee in den letzten Tagen wurde das Wetter zunehmend sonniger und damit wurde auch der Blackcomb-Gletscher geöffnet. Toller Pulverschnee und als Zugabe diese umwerfende Aussicht! Ein Skifahrer hat an diesem Tag eine große Lawine ausgelöst, aber zum Glück ohne verschüttet zu werden: Wie viel Glück er hatte, davon zeugen die vielen durch die Lawine abgeknickten Bäume. Nachmittags fuhren wir mit der sensationellen Peak to Peak Gondel nach Whistler Mountain und fuhren anschließend unsere liebste Abfahrt "Peak to Creek": Von ganz oben bis ganz unten im Wald und das im März. Die Schneedecke ist mehr als drei Meter dick und sogar ganz unten war der Neuschnee noch okay. Da wir die letzten drei Tage sehr genossen haben, entschieden wir uns, noch einen weiteren Tag zu bleiben

Am Freitag war zudem das Wetter vom Feinsten und selbst der Schnee war für die Jahreszeit auch noch nach zwei Tagen ohne Neuschnee sehr gut. Der meiste Neuschnee war zerfahren, aber wir fanden immer noch ein paar schöne Powderturns in den Wäldern. Wie groß das Gebiet ist, wurde uns heute wieder bewusst. Zwei Einheimische haben uns mitgenommen und Abfahrten gezeigt, die wir auch nach all den Jahren noch nicht gekannt haben. Endlose Höhenmeter im etwas dichteren Wald, aber dafür auch nicht verspurt. Nach vier Tagen wurde es dann Zeit wieder nach Vancouver zu fahren. Für Jay war es der letzte Tag. Steve und ich werden uns morgen mal wieder Mt. Baker vornehmen. Die haben dort fast drei Meter Neuschnee in einer Woche erhalten. 
Der Samstag war bereits der Rückreisetag für Jay und Steve. Steve hatte jedoch erst einen Flug kurz vor Mitternacht und daher noch genügend Zeit für einen Tag in Mt. Baker. Mit einer Schneedecke von über sechs m Mächtigkeit und etwas Neuschnee stand einem Traumtag nichts im weg. Die Sonne war immer mal wieder von Wolken bedeckt, doch ansonsten ein Winterzauber vom Feinsten. Leider konnten wir kaum etwas abseits der Piste fahren. Mit 280 cm Neuschnee in ca. 10 Tagen war die Lawinengefahr nach wie vor groß und so blieben wir vorwiegend innerhalb des Skigebietes mit kleinen Abstechern hinter "das Seil". Rund um das Gebiet ist ein Seil gespannt, das klar begrenzt, wo das gesicherte Gebiet aufhört. Anders als in anderen Regionen kann man jedoch überall auf eigenes Risiko das Gebiet verlassen. Ganz oben stand heute den ganzen Tag ein Skipatroller. der über die Lawinengefahr informierte und auch noch gleich prüfte, ob die Lawinengeräte eingeschaltet sind. Ein sehr sympathischer Ansatz, wenn nicht alles verboten ist, so wie in Japan.

Am Sonntag stand dann eine lange Autofahrt nach Red Mountain an. Lars, den ich aus Japan kenne und der den Winter in den Alpen verbracht hat, wird auch kommen und daher haben wir uns für einen Tag Skifahren und einen Tag CAT-Skiing entschieden (CAT ist Skifahren mit der Pistenfahrzeug im Backcountry)

Die letzte volle Skiwoche geht damit zu Ende. Nächste Woche noch zwei Tag auf den Brettern, eine Heimreise mit Umwegen und schon bald muss ich wieder ins Büro…

Alle Bilder der 11. Woche in der Gallery

 

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