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Nendaz 3* FWQ: Report

FWQ Saisonabschluss in den Westalpen

10.04.2013

Der letzte FWQ-Tourstop der 2013er FWQ Saison in der Schweiz macht zum 2. Mal Halt in den 4 Vallées – das Skigebiet, das auch als Mekka der Freerider gilt. Und das nicht von ungefähr...!
Niko war in der nun schon vergangenen Saison bei vielen FWQ Tourstopps quer durch die Alpen am Start und schildert uns abschließend nochmal ausführlich seine Eindrücke aus Nendaz! Danke für deine Motivation und deinen Einsatz Niko! (T.H.)Am Wochenende des 23.-25. März 2013 wurde die 7. Auflage des legendären Nendaz-Freeride Contests im Skigebiet der 4 Vallées ausgetragen. Inzwischen ist die nette Skistation, gelegen auf einem Hochplateau auf ca. 1400 Metern, wohl auch durch die unmittelbare Nähe zu Verbier, unter Freeridern sehr bekannt. Neben den Anforderungen für den Skitourismus im 21. Jahrhundert wird hier noch versucht die ursprüngliche Walliser Tradition zu bewahren. Über 400 Pistenkilometer, einige Fun-Parks und unzählige Tiefschneeabfahrten locken die Schneebegeisterten und Powderjunkies ins Gebiet. Außerdem ziehen die über 3000 Meter hohen Berge Mont Fort und Mont Gelé die Wolken wie magisch an, sodass Winterniederschläge von über 10 Meter pro Saison zu erwarten sind... Sounds good – is soo good!

Ausgangslage:

Nach 4-wöchiger Neuschneeabstinenz in einigen Teilen des Wallis kündigten sich neue Schneefälle genau zum richtigen Zeitpunkt an: In der Woche vor dem Contest kamen in Höhenlagen oberhalb von 2000 Metern ungefähr 20-30 cm Neuschnee zusammen, sodass die Contesthänge vom Dent de Nendaz und Mont Gond wieder mit einer schönen Pulverschicht überzogen waren. Die Nordost- Ausrichtung der Hänge trug zudem dazu bei, dass die Schneequalität zu konservieren, sodass diese immer noch hervorragend war.

Und auch die Unterlage von 200-300 cm am Berg war mächtig und machte einige Routen fahrbar, die sonst nur schwer fahrbar gewesen wären... Alles in allem hatte es Schneehöhen, die im Vergleich zum langjährigen Mittelwert bei satten 140% lagen! (Quelle: Slf.ch).

Die Action:

Am Freitag hieß es bei den 2 Qualifikations- Runs am Hausberg "Dent de Nendaz", die wie ein 2* FWQ Wettbewerb zählten, eine schöne Line zu fahren und ja nicht zu stürzen, um sich für das große 3* Finale am superschönen "Mont Gond" Massiv zu qualifizieren.

Beim Contest war dieses Jahr wieder viel los: Bei den Qualifikationsrennen waren insgesamt über 100 Rider internationaler Herkunft am Start. Davon waren 42 Skifahrer, 39 Snowboarder, 19 Skifahrerinnen und 8 Snowboarderinnen. Das Programm war wie folgt organisiert:

Nachdem man Freitag früh zwischen 7 und 8 Uhr sein Liftticket unten an der Liftstation vom "Tracouet" abgeholt hatte, ging es auch gleich hoch auf den Berg, wo man im gleichnamigen Gipfelrestaurant noch ein kleines Frühstück und seine Startnummer etc. erhielt. Nebenbei gab's noch einige Informationen zu den Schneebedingungen am Berg, Sicherheitsbestimmungen sowie dem Ablauf. Wie schon bei einigen anderen Contests in diesem Jahr, galt auch in Nendaz: First runs first! und es war wichtig, beide Runs am Nordost- Face des Dent de Nendaz vor 15 Uhr zu absolvieren, um eine Chance für's Finale zu haben. Anschließend ging es für uns direkt zum Facecheck. Die rechte Seite des Faces war dabei der Run 1 und die linke der Run 2, wobei die Reihenfolge, für die man sich entschied, egal war, doch seht selbst:

 


Ich absolvierte meine Runs bis mittags, sodass am Nachmittag noch genug Zeit blieb um sich die anderen Rider bei ihren Abfahrten anzuschauen, zu reden oder einfach nur in der doch schon intensiven Frühlingssonne zu chillen.

Um 20 Uhr wurden dann die Ergebnisse in der gemütlichen, mexikanisch angehauchten Cactus Bar verkündet. Neben den Gewinnern des Tages wurden zusätzlich alle Finalisten beim sog. Bib-Draw gekürt. Aus deutscher Sicht diesmal ziemlich erfreulich: 5 Finalisten und 3 super Resultate: Neben den Skifahrern Tim Fritz (2.) und Felix Wiemers (3.), konnte sich auch Tobias Wohlmannstetter (PowderGuide Reporter von den OpenFaces Axamer Lizum, Amn. d. Red.) als 17. den Einzug ins Finale sichern. Bei den Snowboardern hatte Johannes Schnitzer den 1. Platz gemacht (Gratulation!), und auch ich habe mich als 17ter noch qualifiziert. Wir freuten uns alle wirklich ziemlich auf den Mont Gond!

Am nächsten Morgen hieß es Aufbruch um 8 Uhr in Siviez, von wo es dann gleich in Richtung Gipfelrestaurant am Plan du Fou ging. Schon auf dem Weg dorthin hatte man Zeit seine Line nochmals etwas zu studieren. Nach nem zweiten Frühstück und Riders Briefing sollten sich die Mädels mit den frühen Startnummern dann auch schon bald auf den Weg zum Gipfel machen, wobei man als späterer Starter genug Zeit hatte, die Routenwahl nochmals zu überdenken. Der Mont Gond ist ein großes Massiv mit ziemlich vielen, krassen und/oder interessanten Lines, weshalb die Wahl mitunter etwas schwieriger sein kann... Beim Anblick lässt sich das wahrscheinlich recht gut nachempfinden!

Beim Aufstieg oder spätestens am Gipfel angekommen, bemerkt man dann eine weitere Herausforderung: Die rechte obere Seite des Berges ist extrem konvex verlaufend, sodass es dort sehr schwierig sein kann, sich zu orientieren. Man sieht einfach nicht weit ein! Da ich mich für diese Seite entschied, habe ich genau das bei der meiner Abfahrt feststellen müssen. Meine voher ausgesuchten Kicker im oberen Teil waren einfach nicht mehr auffindbar... Sehr schön zu fahren war es trotzdem!

Im Anschluss an meinen Run machte ich mich dann auf den Weg zur Zuschauertribüne, von wo aus man einen genialen Blick auf den Berg hat und sich ganz entspannt die anderen Rider bei ihren Runs beobachten konnte.

Hier gibts die Ergebnisse und ein paar Actionfotos vom Finale:

 

 

Es war, wie auch schon am Vortag, eine beeindruckende Show: Bei den Snowboardern begeisterte der "österreichische Brite" Sascha Hamm mit einem Run der von sehr hoher Geschwindigkeit und drei ganz massiven Sprüngen geprägt war. Auch die Schweizer Snowboarderin Estelle Ballet aus Vercorin ist mit ihren 18 Jahren sehr gut im Powder-Business angekommen und fährt bessere Lines als viele Jungs! (Was sie anschließend auch beim FWT Finale am Bec des Rosses zeigen konnte!). Sonst wurden natürlich wieder sämtliche Tricks ausgepackt und von Back- und Frontflips, über 360s, stylische Grabs und dicken Cliffdrops war alles mit dabei!

Bis zu der Ergebnisverkündung um 15 Uhr blieb noch Zeit im angrenzenden Terrain ein paar Turns in den Pulver zu ziehen... 

Fazit

Eine wirklich sehr gelungene 7. Auflage des Nendaz Freeride Contest fand bei super Schneeverhältnissen und strahlendem Sonnenschein statt. Die Faces waren wieder einmal hervorragend zu fahren und auch sonst hat's glaub ich allen Teilnehmern sehr gut gefallen. Wir freuen uns schon sehr aufs nächste Jahr!

Mit sehr großer Bestürzung und Traurigkeit habe ich in der Woche nach dem Contest erfahren, dass Albin Oskarsson, ein befreundeter Snowboarder, der diese Saison an einigen Freeride World Qualifier Contests teilgenommen hat, inzwischen verstorben ist.

Zuletzt hab ich den sehr symphatischen und witzigen Schweden beim Nendaz Freeride getroffen und wir hatten schon Pläne fürs nächste Jahr geschmiedet. Albins offene und freundliche Art und seine Begeisterung für's Freeriden machten ihn sehr beliebt. Wir werden dich vermissen!

Leider läuft bei einigen die Zeit viel zu schnell ab – deshalb geht raus und genießt jeden Tag!

Albin, my friend. Rest in peace. See you on the other side! - Niko

Abschließend noch das Highlight Video vom Event: