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King of Dolomites 2014 | Eventreport

“Powder-Shots” in den Dolomiten

01.03.2014

Zum zweiten Mal wurde der „King of Dolomites“ Powder-Photo-Contest in San Martino die Castrozza ausgetragen. Hierbei handelt sich um einen Fotowettbewerb, bei dem Teams aus zwei Skifahrern bzw. Snowboardern und einem Fotografen die Möglichkeit haben, in zwei Tagen die besten Bilder in der beeindruckenden Bergwelt der Dolomiten zu schießen, um damit nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch wertvolle Preise zu gewinnen!

Es ist Mittwochnachmittag und ich sitze in einem VW-Bus auf dem Weg nach San Martino di Castrozza,  einem kleinen Ort, der etwas abgelegen im Süden der Dolomiten, im Schatten der Pala-Gruppe liegt. Der Grund des Ausfluges ist meine Teilnahme am „King of the Dolomites" Fotowettbewerb als Vertreter der PowderGuide-Redaktion. Außer mir sitzen noch andereTeilnehmern des Events die aus Deutschland, Norwegen, Schweden und den Niederlanden anreisen im Auto, welches zuerst über den Brenner (wo es kräftig schneit), vorbei an Bozen (wo es leicht regnet) über den Passo Rolle (auf dem sich bereits eine gefährliche Schicht aus Schneematsch gebildet hat) bis nach San Martino (wo der Himmel zur Abwechslung klar ist) fährt.

Am Donnerstag steht eine Erkundungs- und Kennenlernskitour auf dem Programm, man würde ja auch schonmal gerne nach Foto-Locations für die kommenden Tage schauen. Die Erwartungen an den Tag sind allerdings niedrig. Es liegen zwar große Schneemengen, aber Gestern hat es bis auf deutlich über 2000 m geregnet, die Berge hängen im Nebel und auch die Lawinengefahr ist erheblich. Trotzdem nimmt eine große, internationale Gruppe, welche vor allem aus Athleten des Event-Hauptsponsors Arc'teryx besteht, die Gondel auf das Rosetta-Plateau. Leider ist den ganzen Tag eigentlich nur der Vordermann im Nebel zu sehen und auch die Abfahrtsmöglichkeiten halten sich in Grenzen. Der Schnee ist feucht und windbeeinflusst, ich habe keine Ahnung wie die Gegend überhaupt aussieht, das kann für Morgen ja heiter werden...

Am Freitag mache ich mich schon recht füh mit meinem Team (den Arc'teryx Athleten Knut und Henrik aus Norwegen) auf den Weg. Wir werden versuchen in zwei Tagen möglichst gute Bilder zu schießen, wollen aber auch das Gebiet kennenlernen und möglichst viel Skifahren. Beim vierten Mitglied unseres Teams handelt es sich um keinen geringeren als den Vorstand der hiesigen Bergführervereinigung (Aquile die San Martino), den 61 jährigen Narci. Er ist nicht nur topfit, sondern kennt natürlich, im Gegensatz zu uns dreien, die Gegend hervorragend. Zudem ist er hoch-motiviert und bleut uns bei jeder Gelegenheit ein, dass wir gefälligst den Contest zu gewinnen haben!
Uns kommt sowohl seine Ortskenntnis als auch seine Motivation gerade recht und so begeben wir uns auf sein Anraten nicht wie fast alle anderen Teams auf die Seite des Skigebietes mit dem Rosetta-Plateau, sondern auf die stark bewaldete Tognola-Seite. Das Gelände ist dort zwar kupierter und weniger steil, allerdings hat man einen Blick auf soviel Dolomiten, von der Marmolada-Südwand bis auf die Pala di San Martino, dass ein spektakulärer Foto-Spot schon vom ersten Lift aus erspäht wird. Vor allem Henrik scheint recht begeistert zu sein und meint etwas in die Richtung von :"Ich springe dann erst da über die Kante, fahre schnell, dann dort in den Gegenhang und mache eine Art Slide an der Windlip. Wenn es klappt". Ich denke mir: „Hoffentlich bleiben wenigstens seine Ski dran" und packe meine Kamera aus. Genau in diesem Moment zieht allerdings dichter Nebel über den Grat neben uns und binnen Sekunden sieht man kaum noch etwas. Wir beschließen etwas zu warten, aber in der kommenden Viertelstunde wird der Nebel nur dichter und breitet sich weiter aus, weswegen wir wieder zusammenpacken und uns in die höchsten Bereiche des Skigebietes begeben. Dort schaffen wir es zwar über den Nebel, der Hintergrund unserer Fotos besteht für praktisch den gesamten Tag allerdings fast permanent aus Wolken.Ganz oben fährt sich der Schnee gar nicht  schlecht und wir machen einige coole Fotos, wobei wir auch schauen, dass wir zumindest ein bisschen zum Skifahren kommen. Wir haben sogar noch einen Plan für ein Sonnenuntergangsfoto, allerdings kommt es bei einem Lift zu einem Stromausfall und wir sitzen im Tal fest. Nach einem kurzen Kaffee und einem etwas längeren Bier in der Bar verabschieden wir uns von Narci, der nach Hause muss und gehen zum Abendessen. Draußen beginnt es zu schneien, ich sichte noch ein wenig die Bilder des Tages, wobei ich schon merke, dass eine gute Platzierung im Contest wohl nichts wird, vor allem da für Morgen Schneefall und erneut schlechte Sicht vorhergesagt ist.

 

 


Und tatsächlich hat es am Samstagmorgen gute 20 cm Neuschnee im Ort und ist noch immer am schneien. Wie sich bald herausstellt, musste Narci offenbar doch nicht so dringend heim, zumindest war er auch nach dem Abendessen noch lange genug in der Bar anzutreffen um meine beiden Teamkollegen unter den Tisch zu trinken. Entsprechend spät erscheinen diese zum Frühstück, und auch ihre Gesprächigkeit hält sich zunächst in Grenzen. Der frische Powder im Skigebiet hebt die Stimmung aber schnell, es herrschen grandiose Treeskiing-Bedingungen! Heute ist Thomas unser Guide. Leider beschränken sich seine Englischkenntnisse auf left, right, up, down, good, bad, jump und backflip. Dafür kennt er viele „Jumps", über die sich unser Team einen großteil des Tages fröhlich hinunterwirft, allen voran Henrik, dem der gestrige Abend schon nicht mehr anzumerken ist. Da wir uns mittlerweile auch einigermaßen kennen und einschätzen können (Zitat Knut: „Ja wenn du sagst die Landung ist einigermaßen okay, dann weiss ich, die ist besser als was wir in Norwegen den ganzen Winter hatten"), geht es auch zügig mit dem Fotoschießen und wir kommen viel zum Skifahren. Dank der tollen Bedingungen haben wir einen riesen Spaß.Praktisch nie sehen wir andere Skifahrer, geschweige denn andere am Contest teilnehmende Teams. Der Tag vergeht unglaublich schnell, wobei der Schneefall gegen Nachmittag nachlässt. Nach Liftschluss verabschieden wir uns von Thomas, nach dem Abendessen suchen wir die Fotos aus, welche wir zur Beurteilung durch die Jury einreichen wollen. Danach verabschieden sich Knut und Henrik, die Morgen bereits früh zum Flughafen aufbrechen, um wieder nach Norwegen zu fliegen.

 

 


Am Sonntag ist das Wetter warm, aber wunderbar, keine Wolke zeigt sich am Himmel. Ich gehe mit einigen anderen Event-Teilnehmern an der Rosetta skifahren. Vor allem am Vormittag sind die Bedingungen noch richtig gut, gegen Nachmittag wird es nicht nur verspurter sondern der Schnee auch zunehmend feucht. Obwohl wir fast nicht anhalten, sind meine besten Bilder wohl alle von heute, für den Contest damit natürlich zu spät. Nach kurzer Verwirrung aufgrund eines durch einen eigensinnigen Fiat Cinquecento mit offensichtlich defekter Handbremse blockierten Liftparkplazes finden wir uns am späteren Nachmittag am Dorfplatz zur Ergebnisverkündung ein. Neben den Gewinnern der offenen „Wannabe"-Kategorie werden auch die der „Wannababies" (unter 18 Jahre) und der „Pros" gekürt, vor allem bei letzteren auch mit wirklich starken Bildern. Dass es für unser Team nicht aufs Podium gereicht hat, nimmt Narci, der natürlich ebenfalls anwesend ist, alleine auf sich. Er hatte offenbar überlegt uns an die Location des Gewinnerbildes zu führen, dies aufgrund der langen Dauer aber verworfen. Wir hatten natürlich trotzdem eine super Zeit und hoffen auf eine Wiederholung des Events im nächsten Jahr!

Hier geht es zur Website des Events mit den Gewinnterfotos!

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