Suche

Events
Anzeige

Freeride World Tour 2015 in Chamonix | Report

Favoritensiege und beeindruckende Comebacks beim 1. FWT Stopp in Frankreich

27.01.2015

Vor der atemberaubenden Kulisse des Mont Blanc Massivs kämpften am 24. Januar 2015 die besten Freeriderinnen und Freerider auf Ski und Board um die ersten Punkte der FWT Saison 2015. Nach einem spannenden Wettkampf bei herausfordernden Schneebedingungen waren am Ende auffallend viele ehemalige FWT-Gesamtsieger auf dem Podium zu finden.

Contest Day Wolkendecke add_circle
Lukas Zoegernitz
terrainChamonix
Contest Day Wolkendecke

Vor der atemberaubenden Kulisse des Mont Blanc Massivs kämpften am 24. Januar 2015 die besten Freeriderinnen und Freerider auf Ski und Board um die ersten Punkte der FWT Saison 2015. Nach einem spannenden Wettkampf bei herausfordernden Schneebedingungen waren am Ende auffallend viele ehemalige FWT-Gesamtsieger auf dem Podium zu finden.

Bei der ersten Sesseliftfahrt am Tag vor der offiziellen Face Inspection waren viele der Fahrer (einige von ihnen haben bereits mehrere Winter in Chamonix verbracht) überrascht, wie wenig Schnee am Berg lag. Großteils waren nicht mehr als 40 cm Schneedecke als Basis vorhanden. Viele Bereiche waren kaum aufgefüllt und die meisten der Hänge waren oft noch mit kleineren Felsen durchsetzt. Schnell war klar, dass das letztjährige Contest Face nicht fahrbar sein würde. Am Nachmittag verrieten dann aber schon die ersten Fahnen und Aufbauarbeiten auf welchem Face gefahren werden wird. Das Face bietet einige Features aber wenige sehr technische Passagen und ist kürzer als die meisten FWT Faces. Um den Ridern auf dem kurzen Wettbewerbshang trotzdem verschiedene und anspruchsvolle Linien zu ermöglichen, wurden zwei Starttore definiert. Bis am Tag der Faceinspection der erste Vorläufer ins Face einfuhr, waren viele Rider noch sehr skeptisch, wie die Schneeverhältnisse im neuen Contest Face sein würden. Die ersten spray-igen Turns von Headjudge Martin McFly Winkler stimmten dann aber alle zuversichtlich für den Wettbewerb am folgenden Tag.

 

Am Contest Tag hieß es dann früh aufstehen für die Rider: Auf Grund eines vorhergesagten guten, aber kurzen Schönwetterfensters wurde der Start auf acht Uhr dreißig vorverlegt. Das bedeutete, dass die Rider den ersten Lift bereits um 6:00 Uhr nehmen mussten und einige die ersten Warm Up Runden bereits weit vor Sonnenaufgang absolviert hatten. Gegen 7:30 Uhr trafen dann die ersten Sonnenstrahlen dann auf das Contest-Face. Im Tal war jedoch, wie bereits die Tage zuvor, eine dichte Wolkendecke, was den Start der Helikopterund damit den Start des Wettkampfes auf kurz vor 9 Uhr verzögerte.

Anzeige
Anzeige
Facecheck add_circle
Lukas Zoegernitz
terrainChamonix
Facecheck

Snowboard Men

Die Snowboard-Herren eröffneten die Show und nach einem soliden Run von Armand Camille hängte Sammy Luebke (USA) gleich einmal mit einem flüssigen Run mit vielen Airs und einem stylishen 360er mit Grab die Messlatte entsprechend hoch. Dieser Run sollte dann schließlich auch den ersten Platz für ihn bedeuten. Colin Boyd (USA) hatte gleich danach eine passende Antwort bereit und zeigte in seinem Lauf zwei 360er. Was nach einem sicheren Podium-Run aussah endete jedoch mit einem Sturz nach einem Method beim letzten Feature. Alex Hoffmann aus Österreich verpatzte bei seiner World Tour Premiere leider seinen ersten Sprung und landete im End­klas­se­ment auf Platz 12. Der zweite Innsbrucker im Starterfeld der Snowboarder, Routinier Flo Orley, zeigte gleich darauf einen schnellen, flüssigen Runs mit vielen Airs und landetet damit auf dem 3ten Platz. Sasha Hamm aus England war dann der erste Snowboarder, der aus dem zweiten Starttor losfuhr. Nach einigen schnellen Turns in sehr steilem Gelänge, landete er einen der größten Drops bei den Snowboardern seit langem, um gleich anschließend einen zweiten großen Sprung über einen Rücken anzuschließen. Mit seinem Run machte er es den Judges nicht leicht. Diese gaben letztendlich dem Run von Sammy den Vorzug und Sasha landete auf dem zweiten Rang.

Ski Men

Stefan Häusl aus St. Anton war dann der erste der Ski- Herren, der die neue FWT Saison eröffnete. Stefan war auf Grund einer Krankheit nicht top fit und daher auch, anders als die anderen Rider, erst am Vortag des Wettbewerbes nach Chamonix angereist. Er zeigte einen soliden und sicheren Run, ähnlich dem einiger Snowboard-Herren, und belegte damit den 15. Platz. Als zweiter Starter folgte gleich danach Fabio Studer aus Voralberg. Beim Versuch eine kleine Wechte gleich zu Beginn des Hangs zu backflippen überdrehte er und überschlug sich einige male in steinigem und steilem Gelände. Er konnte noch selbst aus dem Face fahren, zog sich aber, wie sich später herausstellte, eine Knieverletzung zu und muss die nächsten vier Wochen pausieren. Damit ist für ihn die FWT 2015 bereits nach dem ersten Stopp vorbei. Der Innsbrucker Fabi Lentsch wählte bei seinem ersten Antreten in der FWT eine Line mit drei Sprüngen und startete, wie man das von ihm erwartet hatte, sehr ambitioniert in seinen Run. Nach einem soliden ersten und zweiten Sprung fing sich im Anlauf zu seinem dritten Sprung ein Tail seiner Ski in einer Spur und er kam komplett zum Stillstand. Die Judges bewerteten das wie einen Sturz und er belegte schlussendlich nur den 22. Platz. Etwas später fuhr Reine Barkered (SWE) souverän (weil einige Sprünge etwas dosierter) die gleiche Linie und belegte damit Platz 2. Auch zwei andere Rookies, die aus der FWQ Serie aufgestiegen waren hatten bei ihrem Debüt wenig Erfolg. Rodney George (USA) zeigte über ein Double den wahrscheinlich größten Trick des Tages, konnte den massiven Backflip aber nicht stehen. Ivan Malakhov wirkte bei seinem Run etwas verhalten und stürzte. Der einzige Deutsche Starter Felix Wiemers aus Biedenkopf verpasste im unteren Teil seines Runs sein zweites Feature und musste sich daher mit Platz 21 zufrieden geben. FWT Champion 2013 Drew Tabke (USA) stand in seinem Run einen Backflip und einen 360er und landete damit auf Rang 3. Der zweite der letztjährigen Gesamtwertung Sam Smoothie (NZL) hatte Pech und musste mit einer direkt vor dem Start gebrochenen Skischuhschnalle ins Rennen gehen. Trotzdem zeigte er einen fehlerfreien Lauf mit einigen Sprüngen. Dieser wurde von den Judges jedoch nicht honoriert und Sam landete nur auf dem 16. Platz. Als der Wahl-Innsbrucker mit englischem Pass Neil Williman seinen Run starten wollte, wurde der Bewerb für über eine Stunde unterbrochen. Grund war ein Sturz bei der gleichzeitig ausgetragenen Juniors Series, nachdem der Rettungsheli, auf Grund des Nebels im Tal lange nicht wieder zurück auf den Berg fliegen konnte. Lautstark unterstützt vom aus La Clusaz angereisten Fanclub startete der Champion der letzten Saison Loic Collomb-Patton in seinen Run. Nach einer soliden Top-Air sprang er mit einem riesigen Satz blind in eine der Rinnen des Face, um anschließend mit voller Geschwindigkeit nach rechts zu seinem dritten Sprung zu fahren. Bei diesem baute er auch noch einen Shifty ein und landete damit verdient auf Rang 1. Samuel Andermatten wählte eine fast gleiche Line wie Loic und erreichte damit den 4. Platz. Der Wahl-Arlberger Juan Bergada aus Argentinien zeigte einen trickreichen Lauf und belegte damit den 5. Gesamtrang.

Snowboard Women

Die Snowboarderinnen machten bei den Damen den Anfang und die Gesamtsiegerin des Vorjahres Shannan Yates (USA) lieferte als erste Starterin gleich den Siegeslauf ab. Im technischen rechten Teil des Hanges fuhr sie eine Linie mit 3 Sprüngen und sicherte sich damit Platz 1 und wieder die Führung in der Gesamtwertung. Die ehemalige FWT-Gewinnerin Anne-Flore Marxer zeigte bei Ihrem Comeback einen soliden Rund und machte sich zu ihrem Geburtstag mit Platz 2 selbst ein Geschenk. Dritte wurde die FWT-Gesamtsiegerin Elodie Mouthon (FRA) und komplettierte damit das Podium, das bei den Snowboard-Frauen ausschließlich aus FWT-Champions bestand.

FWT 2015 Chamonix Podium Ski Women add_circle
Lukas Zoegernitz
1. Eva Walkner (AUT) 2. Christine Hargin (SWE) 3. Silvia Moser (ITA)
terrainChamonix
FWT 2015 Chamonix Podium Ski Women

Ski Women

Bei den Ski Damen war die Salzburgerin Eva Walkner nach zweijähriger Verletzungspause die erste Starterin. Da Nadine Wallner und Lorraine Huber verletzungsbedingt nicht am Start waren, war sie auch die einzige Dame aus Österreich beim FWT-Stopp in Chamonix. Durch die Unterbrechung bei den Herren waren bereits hohe Wolken aufgezogen, wodurch für die Ski-Damen die Sicht zum einen deutlich schlechter und zum anderen auch die Spuren und der Sluff der vorherigen Fahrer deutlich härter geworden waren. Eva startete ihren Lauf mit einem Sprung aus schwierigem Gelände und konnte nach einigen schnellen Turns auch noch einen zweiten Sprung zeigen, was ihr schlussendlich den Sieg bringen sollte. Einige der Damen, wie die direkt von den X-Games angereiste Janina Kuzma (NZL), hatten nach ihren Sprüngen mit den schlechter werdenden Bedingungen zu kämpfen und stürzten. Die aus der FWQ-Serie aufgestiegene Italienerin Silvia Moser fuhr im technischeren Teil des Face einen schnellen Lauf mit vielen Sprüngen und landete bei ihrem FWT Debüt auf Platz 3. Die gleich danach startende Christine Hargin (SWE) fuhr eine flüssige, fehlerfreie Linie im gleichen Teil des Faces wie Eva Walkner. Unter anderem auf Grund der kleineren Sprünge, musste sie sich aber mit Platz 2 zufrieden geben.

Besonders bei den Ski-Herren und Snowboard-Damen Podiums zeigte sich, dass wie viele der ehemalige Gesamtsieger der Freeride World Tour beim Auftakt zum Auftakt der Saison 2015 top fitt sind, indem sie souverän in die Top 3 fuhren. Alle Snowboard-Damen und Ski-Herren am Treppchen haben bereits zumindest einmal den Gesamtsieg bei der Tour geholt. Man darf also gespannt sein, ob die FWT 2015 eine neue Doppelweltmeisterin oder vielleicht sogar einen Tripel-Weltmeister hervorbringt.

Nach einer ausgiebigen Afterparty und gemütlichen Runs in den Skigebieten von Chamonix am Sonntag macht sich die Freeride-World-Tour-Show nun auf dem Weg nach Fieberbrunn. Die Bedingungen am dortigen Contestface, dem Wildseeloder, waren bis vor kurzem noch sehr schlecht. Schneefälle in den vergangenen Tagen und mehr Schnee in der Vorhersage lassen aber auf eine Austragung in Fieberbrunn hoffen. Für Samstag zeigt die Wetterprognose aktuell auch ein Schönwetterfenster. Wir können nur hoffen, dass die Riderinnen und Rider auch in Österreich die Möglichkeit haben auf einem der World Tour würdigen Face um die heiß begehrten Plätze für den FWT Stopp in Alaska zu kämpfen.

  • keyboard_arrow_left vorherige
  • nächste keyboard_arrow_right