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Eventreport | Click on the Mountain

Die Jagd nach guten Shots auf der Sonnenseite des Mont Blanc

18.03.2015

Bereits zum siebten mal fand Mitte März 2015 auf der Südseite des Mont Blanc im italienischen Courmayuer der Click on the Mountain Foto-Contest statt. Schwierige Bedingungen prägten die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs. Die Teams ließen sich davon aber nicht bremsen und lieferten am Ende der drei Contest-Tage starke Fotobücher ab. Mit Lorenzo Rieg als Fotograf und Lukas Zögernitz als Skifahrer waren auch zwei Mitglieder der PowderGuide Redaktion als Teilnehmer in Team drei vertreten.Vier Teams bestehend aus einem Fotografen, zwei vom Fotografen ausgewählten Fahrern, einem lokalen Fahrer und einem Guide hatten 72 Stunden Zeit, Fotos in Courmayeur und der dortigen Bergwelt zu schießen. Der Fokus lag natürlich auf Ski- und Snowboard-Bildern, aber auch Landschaft- und Lifestyle-Shots waren gefragt, um am Ende ein ausgewogenes Fotobuch mit 20 Fotos abzuliefern. Die Teams bestanden meist aus einem Mix aus Ski und Snowboardern und mit Seb Mayer war auch ein Telemarker am Start. Auch die Nationen waren Bunt gemischt: Neben den Locals aus Italien (Simon Gruber, Matthias Fabro) waren Franzosen (Kevin Guri, Seb Mayer), Österreicher (Flo Orley) ein Russe (Ivan Malakhov) und ein Argentinier (Niki Salecon) unter den Fahrern. Mit dem Skigebiet in Coumayeur, der Helbronner-Gondel auf das Mont Blanc Massiv und einem Heli-Tag standen den Teams auch von Treeruns bis zu ausgesetzten, hochalpinen Steilrinnen eine breite Auswahl von Geländeformen zur Verfügung.

Tag 1 – die Suche nach Schnee und Sicht

Bei tiefliegenden Wolken, durchziehenden Schneeschauern und damit verbundener schlechter Sicht war die Suche nach möglichen Fotomotiven im Skigebiet von Courmayeur denkbar schwierig. Die Schneebedingungen waren trotz des nur sehr geringen Niederschlags in den vorangegangenen Tage über der Waldgrenze durchaus in Ordnung. Für fette Powder Shots in den Bäumen war der gefallene Neuschnee jedoch zu schwer und Regen bis auf über 2000 m machte die Suche nach passenden Spots entsprechend schwierig. In steileren Rinnen war der gefallene Neuschnee aber gut fahrbar und daher versuchte unser Team drei einige Shots von Lines durch Rinnen zu ergattern. Hier machte dann aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es waren zwar immer wieder Fenster mit brauchbarer Sicht in den umliegenden Bergen zu beobachten, leider hielt sich der Nebel im gewählten Face aber hartnäckig. Daher war die Ausbeute an Skifotos für Tag 1 eher mickrig. Da für die nächsten Tage besseres Wetter vorhergesagt war, fokusierten sich viele Teams dann an Tag 1 auch auf Lifestyle-Bilder.


Tag 2 – Wetterbesserung, Sturm und Klettereinlagen

Am zweiten Tag des Wettbewerbs war das Wetter wie angekündigt deutlich besser. Die Windfahnen am Gipfel des Mont Blanc ließen aber schon erahnen, dass keine Möglichkeit bestand den Heli oder die Gondel zur Punta Helbronner zu nutzen. Daher waren alle Teams auch am zweiten Tag wieder im Skigebiet unterwegs. Da auch die beiden höchsten Gondeln im Skigebiet geschlossen waren, fanden sich viele Teams in den wenigen Spots mit gutem Schnee wieder. Bei den meisten Teams war die Ausbeute an Ski Fotos vom ersten Tag noch recht gering und daher war der Druck spürbar, endlich gute Shots zu bekommen. Auf Grund des limitierten Platzangebots bedeutete das für viele Fahrer einzelne Schwünge möglichst gut aussehen zu lassen, kurz wieder hochzuhiken, – und das ganze dann nochmal zu versuchen. Für viele Team funktionierte das gut und so waren die Gesichter beim gemeinsamen Abendessen schon dutlich zufriedener als an Tag eins. Zwei Team nutzten den schönen Tag auch, um in den Westhängen beeindruckende Sunset-Shots zu machen. Für unser Team lief der Tag nicht ganz nach Plan und nach einer langwierigen Abfahrt in schwierigem Gelände auf einer durch den Regen gebildeten Eiskruste verpasste man auch die Möglichkeit für den Sunsetshot, da der einzige Weg aus einer von einer Lawine ausgewaschene Rinne aus zwei Abseillängen bestand.

 

Tag 3 – Wetterbesserung und Helitime

Der Wind legte sich am dritten Tag und somit war es für die Helis möglich, zu starten. Nach dem obligatorischen Espresso am Morgen, machten sich alle Teams hoch motiviert zu ihren zugelosten Heli-Drop-Zonen auf, um am letzten Tag noch die besten Shots für den Contest zu bekommen. Der Sturm der letzten beiden Tage hatte aber natürlich auch hoch oben dem Schnee ordentlich zugesetzt und je nach Exposition war es auch mit Unterstützung des Helis schwierig guten, unverblasenen Schnee zu finden. Von Winddeckel bis Slush war alles vertreten, – Schnee der auf Fotos leider nicht so vorteilhaft aussieht. Daher war auch der dritte Tag recht arbeitsreich für Fotografen und Rider. Doch das unglaubliche Panorama und die beeindruckenden Gletscher mit ihren Spalten und Brüchen lieferten einen perfekten Rahmen. Beim gemeinsamen Pick-Up-Point konnten sich die Teams vor den nächsten Flügen auch zu den Bedingungen in den jeweiligen Spots austauschen bevor es wieder, jedes Team für sich, auf den Berg ging. Der Tag verlief wie im Flug und unser Team hatte bei letzten Flug noch das Glück, dank der guten Verbindungen des Guides, auf einem ausgesetzten Gipfel über Courmayeur abgesetzt zu werden. Dort entstanden noch einige Bilder mit dem Sonnenuntergang im Hintergrund und für viele der Teammitglieder auch unvergessliche Eindrücke von der Berlandschaft rund um die Stadt. Mit der Ausbeute des Tages waren dann auch alle Teams recht zufrieden, auch wenn der zugeloste Heli-Spot nicht für alle vorteilhaft war.

 


Die Gewinner

Währen die Jurymitglieder ihre Entscheidung trafen und die Fotografen nach einer langen Nacht, in der sie den Bildern den Feinschliff am Laptop gegeben hatten, eine verdiente Pause machten, taten sich einige Fahrer der verschiedenen Teams zusammen, um einen gemeinsamen Skitag am Mont Blanc-Massiv zu verbringen. Am Abend wurden dann im Ortszentrum vom Courmayeur die Fotobücher aller Teams vorgestellt und die Entscheidung der Jury bekannt gegeben. Durchsetzten konnte sich der deutsche Fotograf Klaus Polzer mit seinem Team Flo Orley (AUT), Niki Salecon (ARG) und Raffaele Cusini (ITA). Sie lieferten ein ausgewogenes Portfolio ab, in dem neben kreativen Shots vor allem auch das hohe Niveau der Rider zur Geltung kam. Auch der Preis für das beste Skifoto ging an Klaus Polzer für einen Powdershot von Niki Salecon. Das beste Snowboardfoto ging an Hiishii, ebenfalls für einen Powdershot von Simon Gruber. Insgesamt war die Qualität und Ausbeute der Fotos für die schwierigen Verhältnisse sehr beeindruckend und alle Teams konnten zufrieden noch einmal beim gemeinsamen Abendessen die gute italienische Küche und Gastfreundschaft genießen.