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Contestgeschehen 7 2019 | FWT in Fieberbrunn

Der Bericht vom Contest am Wildseeloder

26.02.2019

Strahlender Sonnenschein, eine gute Schneelage, frühlingshafte Temperaturen und etwas Neuschnee erwarteten die Rider der Freeride World Tour beim dritten Stop der Saison am Sonntag in Fieberbrunn.

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Jeremy Bernard / Freeride World Tour
terrainFieberbrunn

Strahlender Sonnenschein, eine gute Schneelage, frühlingshafte Temperaturen und etwas Neuschnee erwarteten die Rider der Freeride World Tour beim dritten Stop der Saison am Sonntag in Fieberbrunn.

Trotz der dank der reichlichen Schneefälle im Januar exzellenten Schneelage in Fieberbrunn war man wohl allerseits froh als am Freitag fast unverhofft ca. 20cm Neuschnee fielen. Da es recht warm war, wurde der frische Schnee auch nicht komplett vom kräftigen Wind verblasen und so gab es am Wildseeloder recht gute Contestbedingungen. Vor allem im von unten gesehen rechten Teil des Constesthangs war weicher, wenn auch etwas schwerer, Schnee vorzufinden, während im felsdurchsetzten linken Teil an manchen Stellen eine unangenehm harte Kruste zum Vorschein kam. Die gute Schneelage dieses Jahr erlaubte aber eine breite Auswahl aus verschiedensten Möglichkeiten, die von den Fahrern auch genutzt wurden, was nicht nur zu einigen neuen Linien sondern auch zu einem abwechslungsreichen Contest führte.

Am Samstag starteten alle Beteiligten relativ früh, der Start der Snowboard Herren war schließlich schon für 9 Uhr angesetzt, weswegen die Rider dieser Kategorie auch kurzerhand mit dem Helikopter auf den Gipfel des Wildseeloders transportiert wurden. Die anderen Teilnehmer machten sich dann nach und nach zu Fuß auf den Weg zum Startgate.

Snowboard Herren

FWT-Veteran Samy Luebke eröffnete den Contest mit einem schnellen und souveränen Run durch den exponierten Hangebereich lookers left und stand einen ordentlichen 360 im unteren Bereich des Face. Mit 80.67 Punkten sollte es später Rang drei für den US Amerikaner werden. Bereits der dritte Rider, Davey Baird aus Alaska, erreichte über 85 Punkte. Er konnte mit einem Run im rechten Teil des Hangs überzeugen, wobei er durch einen steilen Einstieg mit zwei Drops punktete. Doch auch dies sollte nur für den zweiten Platz reichen, denn der Gesamtführende Victor De Le Rue zeigte nicht nur einen schnellen und extrem soliden Run, sondern schaffte es auch, drei 360ies einzubauen. Das honorierten die Judges mit dem ersten Platz. Der Sieger erzählte nach dem Event im Interview das er seinen Run noch kurzfristig geändert hatte, nachdem die Bedingungen bei den Ridern vor ihm so gut ausgesehen hatten. Gigi Rüf schaffte es mit einem 360 und einer mit zahlreichen weiteren mit Sprüngen gespickten Linie auf Platz 4.

Insgesamt waren die Snowboard Herren verhältnismäßig ausgeglichen und die Leistungen auch in den letzten drei Contests recht konstant. So sind die drei Gewinner in Fieberbrunn auch aktuell die drei Gesamtführenden in der Tour. Während Victor De Le Rue wohl nur noch ein Top-Resultat für den Gesamtsieg benötigt, sind aber auch Davey Baird, Sammy Luebke und Gigi Rüf noch gut im Rennen.

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Jeremy Bernard / Freeride World Tour
terrainFieberbrunn
Ski Herren

Bei den Skifahrern auf der World Tour führt aktuell wenig am Südtiroler Markus Eder vorbei, der diese Saison konstant vorne mitfährt. Bei ihm scheinen die Drops höher, die Fahrweise zügiger, die Backflipss und 3er solider zu sein als bei der Konkurrenz, und dazu sieht alles noch spielend einfach aus. Kombiniert mit seiner meist kreativen Linienwahl macht ihn das zum Favoriten. Dies zeigte sich auch in Fieberbrunn, wo er als zweiter Starter mit einem 3er im oberen Bereich des Hangs, zwei sehenswerten Transfers in der Mitte und einem abschließenden, weit gesprungenen Backflip die Latte so hoch legte, dass keiner der Konkurrenten nachziehen konnte. Andrew Pollard konnte mit einem schnellen Run im rechten Teil des Face - garniert mit zwei ordentlichen 3ern - lediglich den zweiten Platz erringen. Der französische Gesamtsieger 2017, Leo Slemett, zeigte als letzter Skifahrer eine kreative Linie mit einem exponierten Double im oberen Teil des Hangs, zahlreichen weiteren Drops und einem ordentlichen Backflip kurz vor dem Ziel und schob sich damit noch auf den dritten Platz.

Weitere sehenswerte Runs sind meiner Meinung nach die von Kristoffer Turdell und Mickael Bimboes, die auf den Plätzen 4 und 5 landeten. Leider verletzte sich Craig Murray bei einem gewaltigen 3er im oberen Teil des Hangs und auch Yann Dumax-Baudron stürzte mehrmals nach einem starken Beginn. Auch Fabio Studer als einziger Österreicher bei den Ski Herren stürzte und belegte daher nur Rang 15.

Nach seinem zweiten Sieg der laufenden Saison kombiniert mit einem zweiten Platz, liegt Markus Eder bei den Ski Herren schon fast uneinholbar vorne, zumal Craig Murray, der Sieger von Kicking Horse, wohl den Rest der Saison ausfällt. Kristoffer Turdell, der Gesamtsieger der letzten Saison liegt zwar nach Punkten aktuell auf Platz 2, wird sich aufgrund seiner bisherigen Platzierungen (zweimal 4. und einmal 7.) aber nur noch schwer verbessern können. Potential in der Gesamtwirkung schnell weiter nach vorne zu kommen hätten vor allem Tanner Hall (aktuell Platz 4) und Andrew Pollard (aktuell Platz 7), die beiden immerhin einen zweiten Platz belegt haben und mit einem weiteren Top-Ergebnis viele Punkte gut machen könnten.

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Jeremy Bernard / Freeride World Tour
terrainFieberbrunn

Ski Damen

Bei den Skifahrerinnen eröffnete Jacqueline Pollard das Feld und zeigte eine eindrucksvolle Linie mit einer Straightline inklusive mandatory Air und mehreren soliden Drops, was am Ende Platz zwei für die junge US Amerikanerin bedeutete. Damit zog sie mit ihrem Bruder gleich, der ja kurz zuvor den zweiten Platz bei den Ski Herren eingefahren hatte. Die Gesamtführende Arianna Tricomi landete trotz eines kreativen Einstiegs im rechten Teil des Face und einem soliden Run nur auf dem sechsten Platz, was auch als Zeichen für das in den letzten Jahren stark gestiegene Niveau bei dem Damen gesehen werden kann. Den Sieg fuhr die Norwegerin Hedvig Wessel ein. Sie baute ein großes Cliff im obersten Bereich ihres Runs ein und krönte ihre Line nach einigen weiteren Features mit einem sehenswerten Backflip im unteren Bereich. Als letzte Fahrerin schaffte es Elisabeth Gerritzen aus der Schweiz mit einem schnellen Run mit mehreren großen Drops im rechten Teil des Face aufs Podium.

Somit war Ski Damen die einzige Kategorie, in welcher der Sieg in Fieberbrunn nicht an den Führenden der Gesamtwertung ging. In der Gesamtwertung bleibt es spannend, da Arianna Tricomi und Jacqueline Pollard fast gleichauf liegen, aber auch Elisabeth Gerritzen und Hedvig Wessel sind noch nicht abzuschreiben.

Snowboard Damen

Zum Abschluss des Tages starteten die Snowboarderinnen am Wildseeloder. Erika Vikander, die das Feld eröffnete, belegte mit einem flüssigen Run im rechten Teil des Hangs den dritten Platz. Anna Orlova startete direkt danach und setzte noch einen drauf, indem sie einen sehr steilen Hangbereich und enige Drops in ihren sehr sauberen Run einbaute. Das brachte ihr Platz 2 ein. Beide mussten sich allerdings der zuletzt startenden Gesamtführenden Marion Haerty geschlagen geben, die eine exponiertere und anspruchsvollere Linie wählte und diese ebenfalls sauber herunterbachte. "Ich hatte die Linie schon letztes Jahr gesehen und wollte sie unbedingt fahren. Ich freue mich total und habe kräftig Selbstbewusstsein für den nächsten Event getankt", berichtete Marion Haerty nach ihrem Sieg. Die Gesamtsiegerin des Vorjahres, Manuela Mandl, stürzte leider und konnte sich somit bei ihrem Heimbewerb nicht gut platzieren.

Damit sind nach drei Wettbewerben bei den Snowboarderinnen vor allem Marion Haerty und Anna Orlova aussichtsreich in der Gesamtwertung platziert.

Livestream und Ausblick

Nach einem rundum gelungenen Stop in Fieberbrunn, bei dem nicht nur die Organisation, sondern auch die Rider und die Zuschauermengen zeigten, dass Freeriden immer profesioneller wird, geht es nun witer nach Andorra, wo in Ordinao Arcalis bereits in wenigen Tagen der nächste Stop der FWT ansteht. Dort geht es dann nicht nur um die begehrten Plätze für das Finale in Verbier, sondern auch um die Startplätze für die nächste Saison.

Wie immer gibt es einen schön übersichtlichen Livestream zum Nachschauen hier:

 

 

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