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ContestGeschehen 08/2020 | Wrap up

Das plötzliche Ende einer durchwachsenenen Ski- und Contestsaison

02.04.2020

Das Finale der FWT in Verbier wurde natürlich bereits vor 2 Wochen abgesagt. Eigentlich wäre das 25. Jubiläum des Verbier Xtreme dieser Tage angesetzt gewesen. Die Ergebnisse der FWT und FWQ wurden eingefroren und die momentan Führenden zu den GesamtsiegerInnen erkoren. In diesem Artikel fasst dieses Ranking inklusive der neu Qualifizierten aus den FWQs zusammen.

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FWT | J. Bernard
Nils Mindnich
terrainFieberbrunn

Das Finale der FWT in Verbier wurde natürlich bereits vor 2 Wochen abgesagt. Eigentlich wäre das 25. Jubiläum des Verbier Xtreme dieser Tage angesetzt gewesen. Die Ergebnisse der FWT und FWQ wurden eingefroren und die momentan Führenden zu den GesamtsiegerInnen erkoren. In diesem Artikel fasst dieses Ranking inklusive der neu Qualifizierten aus den FWQs zusammen.

Zum heurigen Winter in den Alpen brauche ich hier glaube ich nicht viel schreiben – ähnlich durchwachsen war auch der globale Winter für die FWT. Wenig Schnee in Japan, viel Schnee aber zuvor auch viel Wind in Kicking Horse, kaum Schnee und sehr warme Temperaturen in Andorra ließen die Veranstalter die Erwartungen, die man an die Contestserie der Freeride Elite hat, nicht ganz erfüllen. Einzig der Fieberbrunn Stopp Anfang März ermöglichte es den TeilnehmerInnen, ihre Fähigkeiten in angemessener Umgebung zur Schau zu stellen.

Wenige Tage nach dem Stopp in Fieberbrunn spitzte sich auch in Tirol, der Schweiz und anderen mitteleuropäischen Ländern die Situation bezüglich der aktuellen Pandemie immer weiter zu. So beschloss die FWT Organisation, alle FahrerInnen so schnell es geht ab Donnerstag, den 12.3., nach Verbier zu holen, um am darauf folgenden Sonntag einen vorgezogenen Verbier Xtreme doch noch abzuhalten. Nachdem sich die FahrerInnen nach dem Fieberbrunn Stopp weit verteilt hatten, kamen die meisten von ihnen noch einmal nach Verbier. Aus diesem Vorhaben wurde bekanntermaßen nichts, da ab Sonntag auch in der Schweiz alles zu war. Manche der FWT AthletInnen wurden dann bei der Rückreise in die USA positiv auf Covid 19 getestet.

Seitdem ist Skifahren natürlich und hoffentlich vorrübergehend sehr unwichtig geworden, aber vielleicht gib es noch LeserInnen, die sich weiterhin zumindest daheim vor dem Bildschirm damit auseinandersetzten wollen. Jenen kann man das Video zum 25. Jubiläum des Xtreme Verbier empfehlen, hier geht man auf die Geschichte des Events ein. Es kommen nochmal alle Generationen der ContestfreeriderInnen vor und es wird einem klar, wie lange z.B. die Zeit der Zackrissons und Ducroz mittlerweile her ist und auch wie sehr sich das "Freeridebusiness" seitdem verändert hat. Um wieder in 2020 anzkommen, kann man sich den Einblick, den Drew Tabke hier bezüglich seiner 2020er Saison aus Fahrersicht gibt, gönnen.

Nun soll es aber noch um die finalen Ergebnisse der Saison gehen. Viele wissen vielleicht gar nicht, dass der Sieg der Gesamtwertung nicht mit einem zusätzlichen Preisgeld durch die FWT belohnt wird. Geld bekommt man nur für die Podiumsplätze bei den Stopps und jenes Geld, das man den GesamtsiegerInnen geben könnte, wird über das gesamte Feld gleichmäßig als Startgeld für die jeweiligen Stopps verteilt. So bleibt es jedem/jeder selbst überlassen, den Titel im Zuge von Sponsoren- oder sonstigen Verträgen zu monetarisieren, sofern möglich.

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Arianna Tricomi, Marion Haerty, Isaac Freeland, Nils Mindnich add_circle
Freeride World Tour
FWT SiegerInnen 2020
Arianna Tricomi, Marion Haerty, Isaac Freeland, Nils Mindnich

Ski Herren

Dank seiner lässigen Freestyletricks, allen voran der Switch 540 Misty in Andorra, heißt der neue Champion bei den Skifahrern Isaac Freeland (USA). Als FWT-Newcomer gewinnt der 24-Jährige auch den „Rookie of The Year Award 2020“. Platz zwei geht wie im Vorjahr an den Weltmeister von 2018, Kristofer Turdell (30, SWE), der damit zum vierten Mal hintereinander unter den Top Drei landet. Rang drei sichert sich Andrew Pollard (25, USA), der letzte Saison Platz vier belegt hatte und als „Rookie of The Year 2019“ geehrt worden war. In der Gallery seht ihr die Rankings mit den FahrerInnen, die für die FWT 2021 qualifiziert sind. Aus deutschsprachiger Sicht sind Tao Kreibich (AUT) und Konstantin Ottner (GER) nicht für nächste Saison qualifiziert. Konstantin hat jedoch eine verletzungsbedingte Wildcard für kommende Saison bekommen. Erfahrungsgemäß, und da sich sonst kein Österreicher über die FWQ Serie qualifiziert hat, könnte Tao nach seinen an sich guten, aber nie fehlerfreien Leistungen, auf eine Wildcard hoffen.

Ski Damen

Arianna Tricomi (ITA) ist zum dritten Mal hintereinander FWT Siegerin. Dabei hatte die 27-jährige Italienerin sich nach dem Tourstopp in Kicking Horse (Golden, BC) am Sprunggelenk verletzt. Trotz dieses Rückschlags gab sie den Kampf um den Titel nicht auf und startete erfolgreich und smart. Letztendlich konnte sie bei ihrem Sieg in Fieberbrunn demonstrieren, dass sie den Titel nicht auf Grund des vorzeitigen Abbruchs der Tour geschenkt bekommen hat. Platz zwei ging an Hedvig Wessel (24, NOR), die letzte Saison Vierte gewesen war und die vor allem mit ihren Backflips beeindruckte. Dritte wurde mit Jaclyn Paaso (USA) die erfahrenste Skifahrerin der Tour: Die 38-Jährige ist seit 2013 bei der FWT am Start und erkämpfte sich den Podiumsplatz mit starken Auftritten in Ordino Arcalís und Fieberbrunn. „Rookie of The Year 2020“ wird Jessica Hotter (26, NZL), die konstante Leistungen zeigte und den Contest in Kanada gewann.

Snowboard Damen

Bei den Snowboarderinnen setzt Marion Haerty (FRA) ihre Dominanz fort und gewinnt den Weltmeisterinnentitel zum dritten Mal in Folge. Dank dreier Saisonsiege stand die 28-Jährige schon nach dem Stopp in Fieberbrunn und damit vor der Absage des Xtreme als Gesamtsiegerin fest. Nur eine konnte sie diese Saison einmal schlagen: Newcomerin Michaela Davis-Meehan (28, AUS) holte sich den Sieg in Ordino Arcalís und wird damit Zweite im Gesamtklassement. Dritte wurde Erika Vikander (29, USA), die in den letzten beiden Wintern jeweils Platz vier belegt hatte.

Snowboard Herren

Er ging mit einer Wildcard an den Start und holte sich gleich den Gesamtsieg: Nils Mindnich (USA) konnte die Freerideszene bei seinem FWT-Debüt 2020 nachhaltig beeindrucken. Nach einem zweiten Platz beim Auftakt in Japan schlug der 25-Jährige vor allem in Fieberbrunn zu, wo er nicht nur den Österreich-Stopp gewann, sondern auch die am gleichen Tag nachgeholte Andorra-Etappe. Danach hätte er in Verbier nur mehr an den Start gehen müssen, um den Gesamtsieg zu sichern. Platz zwei ging an Titelverteidiger Victor De Le Rue (30, FRA). Dritter wird der dreimalige Gesamtsieger Sammy Luebke (30, USA), der damit seit seinem FWT-Debüt 2013 immer unter den Top Vier platziert war. Dank seines zweiten Platzes in Fieberbrunn ist Gigi Rüf (38, AUT) mit dem sechsten Gesamtrang als einziger Österreicher für die nächste FWT-Saison qualifiziert.

FWT Rookies 2021 add_circle
FWT Rookies 2021
FWQ Ergebnisse

Nach der Absage aller verbleibenden FWQ-Contests wurden die Gesamtwertungen mit Stand 16. März 2020 eingefroren. Nur wenige 4* Contests konnten bis dahin stattfinden, die Hoffnung von einigen, bei den letzten großen Contests in Nendaz oder Obergurgl zu punkten, trat nicht ein. Damit stehen die Namen der zwölf Athletinnen und Athleten offiziell fest, die genug Punkte für die Teilnahme an der FWT 2021 gesammelt haben. Das gesamte Ranking gibt es hier.

Ski Herren FWQ

Sechs Skifahrer stoßen 2021 zum Line-up der etablierten FWT-Fahrer, die Top 3 aus jeder Region. Maël Ollivier (FRA) aus La Fou d’Allos zeigte während der gesamten Saison technische Runs und starke Leistungen, vor allem bei den 4* FWQs in La Rosière und im Montafon. Den zweiten Platz sicherte sich David Deliv (SWE) aus Åre vor Jamesa Hampton (NZL) aus Mont Olympus. Der Kiwi gewann den 4 * FWQ The North Face Frontier und freut sich nun darauf, die FWT 2021 mit seinen Freunden Craig Murray (NZL) und Blake Marshall (NZL) zu bestreiten.

Der FWQ-Sieger bei den Amerikanern, Ross Tester (USA), hat sich in den letzten Jahren die gesamte Freeride-Pyramide hochgearbeitet und war Juniorenweltmeister 2017 in Grandvalira (AND). Aber er ist nicht der einzige ehemalige Junior, der jetzt auf die FWT vorrückt. Auch Cooper Bathgate (CAN), der Schüler von Coach und FWT-Kommentator Derek Foose, war früher auf der Freeride Junior Tour erfolgreich. Raymond McDermott (USA) aus Arapahoe Basin, Colorado, vervollständigt als Sieger des 4 * FWQ in Kicking Horse, Golden, BC (CAN) die Liste der jungen Nachwuchs-Rider auf der FWT 2021.

Ski Damen FWQ

Zwei Skifahrerinnen haben sich für die FWT 2021 qualifiziert, die jeweiligen FWQ-Erstplatzierten der Region 1 und 2. Zuzanna Witych (POL) ist ein weiterer Beweis dafür, dass Freeriden keine Grenzen kennt: Sie ist weitab der Alpen in Lodz geboren und nimmt nächste Saison ebenso an der FWT teil wie Tracy Chubb (USA), die unter anderem den 4 * FWQ in Kicking Horse, Golden, BC (CAN) gewonnen hat. Die Wienerin Claudia Klobasa (AUT) verpasste die Qualifikation trotz zweier Podiumsplatzierungen bei 4-Sterne-FWQs als Dritte des Gesamtklassements knapp.

Snowboard Herren FWQ

Bei den Snowboardern rücken mit den Siegern der jeweiligen Region zwei neue Fahrer auf die FWT auf. Nach zwei Wintern bei den amerikanischen Qualifiern hat Hugo Serra (FRA) sich seinen Traum erfüllt und fährt nächste Saison auf der FWT 2021. Dort trifft er auch auf Michael Mawn (USA), einen früheren Halfpipe-Spezialisten, der mit seiner starken Technik überall auf dem Berg glänzen kann. Für Timm Schröder (GER) aus Bad Tölz reichte es trotz des Sieges beim 4 * FWQ in Silvretta Montafon und Platz zwei beim The North Face Frontier im Endergebnis nur für Rang drei. Er hofft auf die Qualifikation im nächsten Jahr!

Snowboard Damen FWQ

Mit den Erstplatzierten aus den Regionen 1 und 2 verstärken nächste Saison zwei neue Fahrerinnen das Feld der Snowboarderinnen. Claire McGregor (NZL) lebt in Verbier und hat den FWQ-Zirkus der Region 1 mit drei Siegen dominiert. Katie Anderson (CAN) hatte die Qualifikation 2019 knapp verpasst und darf nun endlich bei der FWT mitfahren.

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