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27. Derby de la Meije 2015 | Report

Kurzreport von der Mutter aller Freeride-Inferno-Rennen: Derby de la Meije, La Grave

16.05.2015

Das vielleicht berühmteste Massenstart-Freeride-Rennen der Alpen blickt auf eine beeindruckende 27jährige Tradition zurück. Am 3. April 2015 stürzten sich 832 Freerider die normalerweise 2000-Höhenmeterabfahrt vom über 3500 m hohen Gletscher (Dome de La-Lauze) nach La Grave hinunter. Wegen der mageren Schneeverhältnisse musste 2015 auf einer verkürzten Strecke gestartet werden, sodass die Abfahrt "nur" 1500 Höhenmeter aufwies.  Gestartet wird in Zehnerblocks im Minutentakt, wobei die Startreihenfolge ausgelost wird. Ein Startplatz um die 200 herum gilt als optimal, da die Strecke dann schon eingefahren und die durch die vielen Fahrer zwangsläufig entstehende Buckelpiste noch einigermaßen zügig zu meistern ist. Neben einer guten Linienwahl ist daher auch Glück ein entscheidender Erfolgsfaktor. So jagen in einer wilden Jagd ambitionierte Rennläufer zusammen mit kostümierten Spaßfahrern den Berg hinab und das Chaos ist entsprechend vorprogrammiert. Nur keine Kurven machen und irgendwie das nächste Steilstück überstehen lautet die Devise. Viele meistern es souverän, aber manche auch nicht: und Mensch und Material fliegen im hohen Bogen durch die Luft. Die meisten berappeln sich wieder, sammeln die verlorene Ausrüstung zusammen und rasen von den Zuschauern angefeuert weiter Richtung Ziel – oder bis zum nächsten Sturz. 

Das Derby de la Meije – bunt, schrill, verkleidet oder freakig…

Obwohl das Gelände La Graves und auch die Rennstrecke eine ziemlich ernste Herausforderung darstellen, zählt für viele Teilnehmer am Derby-Tag allein der Spaß: Als verkleidete Humorbolzen treten sie als Einzelfahrer oder gar als Rennteams in extra für das Derby gebastelten Outfits an: Ob als Bäume, Bienen oder Krankenschwestern: Den Verkleidungs-Fantasien sind keine Grenze gesetzt; auch was die Wahl der Sportgeräte angeht. So rasen neben Skiern, Snowboards und Monoskis auch verschiedenste Skibob-Konstruktionen und gelegentlich sogar Mountainbiker die Rennstrecke hinab. Genauso freaky wie viele der Teilnehmer ist auch die Stimmung: Eine Atmosphäre aufgeregter Vorfreude gemischt mit dem Geruch von Restalkohol und Marihuana hängt in der Luft über der Warteschlange an der Gondelbahn, kurz bevor das Rennen beginnt.

Das 27. Derby de la Meije hat übrigens der Franzose Olivier Meynet in beeindruckenden 4:16 Minuten vor Julien De Beytia, ebenfalls aus Frankreich und Sebastian Meyer gewonnen, wobei letzterer schon fast 15 Sekunden langsamer war.

Bei den Frauen gewann Caroline Meynet, die die Rennstrecke in 5 Minuten und 32 Sekunden meisterte. (Anmerkung der Red.: das Verwandtschaftsverhältnis zwischen den beiden Gewinnern ist uns leider nicht bekannt, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Namensgleichheit zufällig ist). Zweite wurde Alicia Blanc vor der Slowakin Katarina Kralova.

Bei den Snowboardern gewann Damien Donner in 6:32 vor seinem französischen Landsmann JP Viarouge. Bei den Snowboard-Frauen gewann Carole Dechambre in 8:39 Minuten vor Estelle Rizzolio.

Alle Ergebnisse gibt’s hier zum Nachlesen. 

Video vom 27. Derby de Meije, Fahrer: Seb Mayer

 

Einige Bilder von vorherigen Derby-de-Meije-Events