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Testbericht Bergans Isogaisa Jacke

Die Top-Freeridejacke der Skandinavier im Bergfüher-Praxistest

10.02.2012

Bergführer und Fotograf Stefan Neuhauser testet für PowderGuide die Top-Freeridejacke aus der aktuellen Bergans-Kollektion. Stephan ist seit Mitte Dezember 2011 mit der Isogaisa Jacke und der Stranda Hose von Bergans in den Allgäuer und den südfranzösischen Alpen beim Freeriden unterwegs und testete die Jacke ausführlich.

Sowohl die Jacke aus 3-lagigem New Generation Dermizax™ NX, als auch die Stranda Hose aus 2-lagigem Dermizax™ Stretch, haben den starken Schneefällen und dem immer wieder einsetzenden Regen im Dezember bestens Stand gehalten.

Die neue Dermizax™ Membran ist wasser- und winddicht bei doppelt so hohem Feuchtigkeitstransport. Ich Stoff ist super weich und dünn, was Vor- und Nachteile hat: Er hält nicht so warm, so dass man niedrigeren Temperaturen, die unteren Schichten anpassen muss. Bei minus 10 Grad oder kälter habe ich eine Primaloft Jacke darunter gezogen, ansonsten einen Fließ. Dafür ist die Jacke aber extrem leicht und kann denk ich auch im Sommer zum Bergsteigen oder für kühle Abfahrten mit dem Radl benutzt werden.

Alpiner Einsatz

Auch im hochalpinen Bereichen konnte ich mich auf diese Kombination bestens verlassen: Beim Abseilen, stören keine Reisverschlüsse oder Schnickschack unterm Hüftgurt. Die zwei großen Seitentaschen sind sowohl, bei der Jacke, als auch bei der Hose so platziert, dass sie trotz Tragen eines Hüftgurts oder eines Rucksacks optimal zu öffnen sind. Ergänzt werden die Seitentaschen der Jacke von einer Brusttasche mit integriertem Brillenputztuch, welchem ich mich immer wieder bedient habe. Im Inneren der Jacke befindet sich zusätzlich eine Tasche zum Verstauen der Brille sowie eine kleine per Reisverschluss verschließbare Tasche mit “Audioausgang” in der ein MP3-Player Platz finden kann. Alle Taschen sind aus einem Mesh, das der optimalen Belüftung dient. Apropos Belüftung: Die Jacke verfügt über Lüftungsreisverschlüsse unter den Armen.

Ein abnehmbarer Schneefang mit einem Antirutsch- Gummi verhindert dass Schnee von unten in die Jacke eindringen kann. Nimmt man den Schneefang heraus, lässt sich die Jacke mit den Hosen Sirdal II und Sirdal Insulated zu einem Einteiler verbinden. Dies ist leider mit der von mir getesteten Stranda nicht möglich, aber aufgrund des guten Schneefangs und des hoch geschnittenen Hosenbundes nicht nötig, da diese das Eindringen von Schnee verhindern konnten.

Die Hose verfügt über einen langen Reisverschluss der in beide Richtungen über die gesamte Beinlänge so geöffnet werden kann, dass genau dort Frischluft zugeführt werden kann, wo einem zu warm ist. Zudem ist die Hose mit einem Fieldsensor™ gefüttert, was super angenehm ist, da es die Feuchtigkeit perfekt abtransportiert. Die verstellbaren, abnehmbaren Hosenträger habe ich entfernt, da sich die Hose am Bund mit einem nicht störenden Klettverschluss perfekt dem Hüftumfang anpassen lässt.


Am unteren Beinende sind Gamaschen angebracht, die sich mit einem Klettverschluss schließen lassen. Durch ein Gummiband haftet die Gamasche so gut am Skischuh, dass es reicht sie oberhalb der Schnallen anzubringen. Auf Höhe der Knie befindet sich ein herausnehmbares Isolierpad, es wärmt die Knie und schützt bei Stürzen oder Kollisionen. Beim ersten Tragen haben mich diese gestört, seit dem Sie die Form der Knie angenommen haben schätze ich sie.

Obermaterial und Style

Das dünne, komfortable, weiche und leichte Oberflächenmaterial bereitete mir anfangs etwas sorgen. Vor allem im Wald oder bei Felskontakt vermutete ich, dass es nicht stabil genug sein könnte, was sich bis jetzt allerdings nicht bestätigt hat. Vielmehr noch, das Material bietet kaum Angriffsfläche, auch an den typischen Reibungspunkten von Rucksack und Hüftgurt sind immer noch keine Gebrauchsspuren zu erkennen. Selbst an den Hosenbeinen, sind aufgrund des robusten Stoffes an der Innenseite keine Schnitte durch Skikanten zu erkennen, was für mich schon ein Qualitätsmerkmal darstellt.

Ich find die Kombi stylisch und farblich perfekt abgestimmt. Sie ist super bequem, weil der Stoff irgendwie jeder Bewegung zu folgen scheint und der Schnitt sehr gut gelungen ist. Die Rückenpartien von Hose und Jacke sind verlängert. Der asymetrische Reisverschluss an der Jacke, endet nicht am Kinn, sondern seitlich, was zudem dem Style noch einen letzten kleinen Aufschub verpasst.

Fazit

Die superleichte, schöne und atmungsaktive Kombination hat mir in jeder Situation am Berg Freude bereitet.

Bildergallerie mit tollen Aufnahmen von Stephan Neuhauser

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