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Shops 1st try & ISPO 2018 | Snowboard & Splitboards

Splitboards, Noboards, Powboards – das kommt 2018 auf den Markt

06.02.2018

„Die ISPO in München ist bei der Snowboard-Industrie zweitrangig. Der Puls der Branche schlägt bei der Händler-Messe (Shops 1st try) im Alpbachtal.“

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Karakoram Verts

„Die ISPO in München ist bei der Snowboard-Industrie zweitrangig. Der Puls der Branche schlägt bei der Händler-Messe (Shops 1st try) im Alpbachtal.“

Diesem Zitat aus der Kronenzeitung, dem feinen Florett des etablierten Printjournalismus in Österreich, ist aus unserer Sicht wenig hinzuzufügen. Schaut man auf die letzten Jahre, so verringerten sich die Stände der Snowboardhersteller auf der ISPO zusehends. Ein Trend, der nun auch die Skiindustrie zu erfassen scheint. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg – also hat sich PowderGuide für euch eine Woche vor der ISPO ins Alpbachtal aufgemacht, um einen (nahezu) kompletten Überblick über die Neuerungen der nächsten Saison zu haben. So viel sei verraten, es hat sich gelohnt! Einige der wirklich interessanten Neuerungen wären uns wahrscheinlich durch die Lappen gegangen. Interessanterweise waren gerade Microbrands sowohl bei der ISPO als auch beim Shop 1st try zu sehen. ISPO is not dead, yet.

Genug der einführenden Worte. Nachfolgend wie immer ein möglichst umfassender Überblick über die Neuerungen der kommenden Saison in den Bereichen Solidboards/Splitboards, Bindungssysteme und Boots.

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Jones Mind-Expander Familie

Snowboards /Splitboards

Bei den Splitboards und Snowboards hielt der Powder-Shape Trend nun im dritten Jahr in Folge an. Diesen Winter passt dann endlich auch mal das Wetter zu den Shapes. Allgemeine Entwicklungen sind Leichtbau, 3D-Base Elemente sowie weiterhin die Kurz-und-Breit Fish-Shapes.

Amplid hat in den vergangenen Jahren so einiges richtig gemacht, das muss jeder Beobachter der Szene neidlos anerkennen. Mit dem Miligram haben sie in den letzten zwei Jahren die Messlatte in Sachen gewichtsoptimiertem, stabilen Splitboard für andere Hersteller verdammt weit nach oben gelegt. Bisher sind andere Hersteller nicht wirklich gefolgt und Amplid schickt sich schon an, eventuell im nächsten Jahr, das Microgram mit 2,2 Kilogramm Kampfgewicht in den Wettbewerb zu schicken. Das wären dann noch einmal 300 Gramm weniger als beim Miligram. Wenn das Board von den Fahreigenschaften an ihre bisherigen Bretter heranreicht, wird Amplid damit seiner Technologie- Marktführerschaft bis auf weiteres zementieren, das scheint keine gewagte Prognose. Die bestehenden Splitboards behält Amplid bei und nutzt nun die Union Hooks, um eine cleane Base zu haben.

Zudem bringt Amplid nach dem Erfolg des Surfari/Milisurf noch ein weiteres, breiteres (280 mm) Swallowtail namens „Aloha Vibes“. Der Name ist Programm, würde ich sagen.

BuddyBuddy ist ein kleine Snowboardmarke aus Dresden, die mit ihrer eigenen, „Anchor-core-Technology“ genannten Kernfertigungsmethode, das Potential hat, eine reale Innovation in den Aufbau von Snowboard und Ski zu bringen. Tatsächlich gibt es BuddyBuddy schon zwei Jahre, allerdings waren sie bisher nicht auf meinem Radar, das hat sich nun gottseidank geändert. Die erwähnte Technologie ist auf ihrer Homepage sehr anschaulich erklärt und eventuell haben wir die Möglichkeit bei PowderGuide ein Brett im Test vorzustellen. Zudem sehen wir nächste Saison unter Umständen sogar ein Splitboard aus ihrer Manufaktur im Erzgebirge.

Nachdem bei Burton in den letzten zwei Jahren das Produktportfolio im Bereich Splitboards erweitert wurde, wollen sie nun mit dem Flight Attendant  X Split im Bereich Leichtbau-Splitboards Fuß fassen. Das Split soll im Kern mit Carbon-Stringern gebaut werden und final um die 2,5 Kilo auf die Waage bringen. Das Gewicht haben sie beim Shops 1st stry noch nicht erreicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir werden die Entwicklung hier aufmerksam verfolgen.

Capita hat weiterhin die Spring-Break Kollektion im Angebot, welche mit teilweise sehr wilden Shapes auf sich aufmerksam machen. Im Splitboardbereich bleibt das Neoslasher ihr einziges Split, welches in vier Größen (154, 158, 161, 164) kommt und gefühlt noch einmal ein Stück leichter geworden ist.

Der norwegische Brand Furberg, dessen erstes Modell wir schon bei Powderguide getestet hatten, kommt nach seiner diesjährigen Einführung der dritten Generation des Freeride Split nächstes Jahr zusätzlich mit einem neuen Modell namens Pow Split, das in den Größen 156, 161 und 166  zu kaufen sein wird. Es ist, wie die Bilder zeigen, ein powderspezifischer Shape mit kürzerem Tail und langem Early-Rise Rocker.

Vom gleichnamigen Brand der Big-Mountain Legende Jeremy Jones gibt es nächstes Jahr zwei zentrale Neuerungen zu erwähnen. Zum einen komplettieren sie ihre ohnehin schon beachtliche Auswahl an Snowboards und Splitboards, indem einige Modelle mit zusätzlichen Varianten in kürzeren Längen (sic!) angeboten werden. So umfasst das komplette Längen-Portfolio des letztjährig eingeführten Mind Expanders nun 10 Längen (130 – 162) in drei unterschiedlichen Kategorien (Mini-Mind Expander, Women’s M. , Mind Expander).

Als wäre das noch nicht genug, gibt es das Mind-Expander nun auch als Split-Version in den Längen 154 und 158. Wieder als Splitversion eingeführt gibt es das Mountain-Twin in 3 Größen inklusive einer Wide-Version.

Ben Dietermann, seines Zeichens bis dato Entwickler und Boardbauer bei POGO, hat sich mit seinem eigenen Brand konvoi selbstständig gemacht, was wir nur unterstützen können. Es wird Snowboards, Splitboards und – seine Spezialität – Powdersurfer zu kaufen geben. Bei einem Splitboard-Preis von ca. 800 Euro inklusive Felle ist das eine Überlegung wert, wenn man weiß, welches technische Know-how hier vorhanden ist.

Beim It-Brand der vergangenen Jahre Korua, welcher das Carving wieder populär gemacht hat, bleibt die Entwicklung spannend. Sie behalten ihre Korua + genannte Leichtbaureihe bei und erweitern sie um das Café Racer+ als Solidboard und einer weiteren Länge für die Splitversion (159). Auch in ihrer Experimentierabteilung kommt mit dem Blindgänger ein weiteres Modell hinzu. Allerdings beerdigen sie still und heimlich ihre asynchronen Shapes, da weder das Apollo noch das Asytoni nächstes Jahr gebaut werden. Wer also noch eines haben will, sollte schnell zugreifen.

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Furberg Pow Split

Nitro bringt ebenfalls ein Powderbrett als Split. Das Quiver Squash kommt nächstes Jahr als Splitversion in den Größen 152,159 und 163.

Rome SDS bringt neben seinen bestehenden Splitboards mit dem Powder Division als Splitversion ebenfalls ein spezifisches Powder-Split auf den Markt.

Salomon schöpft aus dem Vollen und erneuert zum einen sein 4-Teiler Splitboard Premiere (159/165) welches nun unter dem Salomon Premiumlabel S/Lab läuft. Zum anderen kommt mit dem Speedway Split ein vielversprechendes Split, welches sowohl im Aufstieg als auch in der Abfahrt gut funktionieren sollte. Als Ergänzung zum bekannten Sickstick Split, kommt eine kleinere Version namens Pillow Talk. Generell sind die Salomon-Splits (2-Teiler) eher leicht und wirklich gut verarbeitet.

Mit Sandy Shapes gibt es nun einen weiteren kleinen Brand aus Italien, der vollendete Holzästhetik mit kleinen Produktionsreihen und kälteren Presstemperaturen (gut für die Verkettung der Moleküle) verbindet. Als Splitboards haben sie zwei Modelle im Angebot. Das Virtuosa ist ein direktionales Freeridebrett, welches nächstes Jahr in den Größen 159 und 169 angeboten werden wird. Das Zingara ist ihr Twintip-Split mit stärkerem Rocker, welches in den Größen 154 und 159 kommen wird.

Stone Snowboards ist ein weiterer Minibrand aus Frankreich, der ähnlich wie Stompede oder Furberg direkt vertriebene Boards anbietet. Stone hat mehrere Splitboards und Solidboards im Angebot und das zu absoluten Kampfpreisen von 399 Euro für die Splitboards und 299 für die Solidboards.

Zu guter Letzt gibt es mit The Bakery nun einen Kleinhersteller aus München, welcher individualisierbare Designs mit ökologischen Produktionsbedingungen vereinbart. Produziert wird in der Nähe des Ostbahnhofs. Das Mediacoverage läuft mit Artikeln bei der WELT und dem Pleasure-Magazin richtig an, und sie sind diesen Winter nach eigener Aussage schon gut ausgelastet. Von ihnen gibt es neben Park und Powdershapes auch ein Splitboard

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Karakoram Clips
Bindungen / Bindungssysteme

Karakoram hat dieses Jahr keine großen Änderungen bei den Bindungen, dafür wurde die Zeit genutzt, um das Verbindungssystem zu optimieren und die Accessoires für die Splitboardbindungen auszuweiten.

Das Verbindungssystem (Pucks) gibt es nun in zwei Varianten, einer Lightweight Version und einer normalen Version, wobei die normale Version nun deutlich mehr Plastikoberfläche besitzt, was die Vereisungsproblematik deutlich reduzieren sollte. Zudem sind die Pucks so designt, dass sie eine gewisse selbstreinigende Funktion haben. Schaut euch einfach die Fotos dazu in der Galerie an.

Weiterhin gibt es bei Karakoram nun ein komplettes Fußbett für Personen, die etwas mehr Dämpfung wünschen.

Bei den Accessoires hat Karakoram sowohl eine eigene Metallversion der Verts entwickelt, welche leichter und stabiler als das Original sein soll. Zudem gibt es die Möglichkeit, gewissermaßen Frontalzacken an die Bindung zu montieren, um so einen Bindungs/Steigeisen-Hybrid zu erhalten. Es ist möglich, sowohl die Verts als auch die Frontalzacken zusammen zu benutzen, allerdings ist das schon ein bisschen viel Gebastel für meinen Geschmack.

Ebenso wie Spark hat auch Karakoram neue Nose- und Tailverbinder, die es jeweils ermöglichen die Verbinder enger zu stellen. Bei Karakoram wird das durch den kleinen Hebel auf dem Bild erreicht, mit dem man dann die Hooks auf Spannung bringt.

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Spark Touring Bracket

K2 hat dieses Jahr keine Änderungen im Bereich der Splitboards, dafür haben sie nun auch ihre eigene Splitboardbindung auf dem Markt. Die Bindung ist praktisch eine Voile Speedrail, nur mit anderem Highback und Straps. Damit holt K2 eine hauseigene Innovation wieder zurück. Das Touring-Bracket, auf dem die Speedrail basiert, wurde von K2 für ihr Kwicker-System entwickelt und hat sich als sehr zuverlässig herausgestellt. Die Bindung soll im Handel dann 399 Euro kosten.

Bei PLUM gibt es zwei zentrale Neuerungen. Einerseits haben sie nun eine eigene Hardbootbindung namens Sok im Angebot, die mit knapp 500 Gramm pro Fuß zu Buche schlägt. Andererseits haben sie in Kooperation mit SP/Flow eine Heckeinstieg-Bindung namens DARI entwickelt, welche sowohl traditionell als auch per Heckeinstieg (Flow-System) benutzt werden kann. Es ist also eine SP-Multi-entry auf einer PLUM-Basis. Diese Vielfältigkeit ist für 100 Gramm Mehrgewicht pro Fuß zu haben.

Phantom, die kleine Hightech-Hardbootbindungs-Company aus den USA, hat nun ebenfalls eigene Hooks im Angebot. Wie immer soll es sich bei Phantom um state-of-the-art Technik handeln. Beurteilen können wir das aus der Ferne leider noch nicht.

Bei Spark R&D verhält es sich ähnlich wie bei Karakoram. Es gibt keine komplett neuen Modelle, allerdings gibt es eine ganze Reihe von kleineren oder größeren Veränderungen. Spark dreht nochmal gehörig an der Gewichtsschraube und schafft eine neue Reihe von Bindungen, die auf ihren beiden Modellen Arc und Surge basieren, allerdings mit leichteren Materialien (Highbacks, Heelcups, Schrauben) ausgestattet werden. Diese Bindungen (Surge Pro, Arch Pro) sind pro Paar 150 Gramm leichter als die Standard-Modelle. Dazu passend gibt es ebenfalls leichtere Harscheisen, die pro Paar nochmal um fast 100 Gramm leichter sind als die normalen Versionen.

Für alle Modelle gibt es neue Touring-Brackets, die keine Kupfer-Buchsen mehr haben und aus einer Kunststoff-Glasfasergemisch hergestellt sind. Diese sollen stabiler als die alten Aluminium Brackets sein und zugleich werden die Brackets um 40% leichter. Die Brackets sind mit allen älteren pinlosen Bindungen abwärtskompatibel.

Zudem wurden Schwachstellen bei der Hardbootbindung ausgemerzt und es gibt nun einen hauseigenen Pin-Vorderbacken, der ohne Adapter auf das Splitboard montiert werden kann. Um die Produktpalette zu vervollständigen gibt es nun auch von Spark Adapter-Pucks für Solidboards und zwar in einer normalen und einer Canted-Version.

Der im Katalog aufscheinende neue Heel-Lock war auf der ISPO noch nicht zu sehen, es gibt allerdings ein Video aus den USA dazu.

SP bleibt seinen Multi-entry Bindungen treu und präsentiert lediglich neue Farbvarianten ihrer Splitboardbindungen.

Bei Union ist, so die eigene Aussage, die Passgenauigkeit der Pucks und damit die Stabilität nochmals verbessert worden.

Karakoram Verbinder add_circle
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Karakoram Verbinder

Boots

Bei den Boots ist bei Deeluxe, Northwave und Thirtytwo soweit alles beim Alten geblieben. K2 hat bei seinem Aspect minimale Veränderungen. Der Innenschuh hat nun ein Klettband weniger, die Schnürsenkel sind griffiger und es gibt einen Lock-Mechanismus für den Vorderfuß.

Salomon hat nicht nur bei den Boards etwas Neues zu bieten, sondern hat mit dem Trek S/Lab eine potentielle Innovation für Softboot-Tourengeher parat. Mittels Boasystem wird der Schaft beweglich bzw. fixiert und man hat hier eine Adaption der Gehfunktion von klassischen Skitourenschuhen versucht zu erschaffen. Inwiefern das gut funktioniert und ohne Materialversagen abläuft, wird die Benutzung zeigen.

 

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