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Produkttest | Salewa Veda Jacket und Vasaki Pants

Die Free Ski Mountaneering Bekleidung von Salewa im Test

01.01.2012

Die Veda Jacke und Vasaki Hose sind die aktuelle Herren Modelle der Freeski-Mountaineering Linie von Salewa. Als Hardshell bilden sie die erste Barriere gegen die Elemente wie Wind, Feuchtigkeit und andere Unnannehmlichkeiten, die einem in den Bergen begegnen. Als Membran wird Powertex verwendet, diese überzeugt neben der guten Wasserdichte und Atmungsaktivität vor allem durch ihre sehr hohe Stretchfähigkeit. Innen sind sowohl Jacke als auch Hose mit einer superdünnen Schicht Fleece versehen. Dabei handelt es sich nicht um ein richtiges Futter, das Fleece ist direkt auf dem 3-lagigen Material angebracht und wirklich sehr dünn (ca. 1 mm). Trotzdem werden Jacke und Hose dadurch etwas wärmender als reine Shell-Bekleidung. Ich habe die Kombination aus Jacke und Hose seit einem knappen Monat beim Skifahren und Tourengehen im Gebrauch.

Erster Eindruck

Bei der Kombination aus Veda und Vasaki handelt es sich also um vollausgestatte Bekleidung zum Skifahren bzw. Freeriden, allerdings ist die Kombination auch klar auf alpinistischere Unternehmungen ausgelegt. So hat die Jacke beispielsweise keinen Schneefang, was allerdings in Kombination mit der Hose überhaupt nicht stört, da diese sehr hoch geschnitten ist und selbst bei einem Sturz im tiefen Powder kein Schnee eindringt.

Die Jacke verfügt über zwei Napoleontaschen, eine Skipasstasche am linken Unterarm sowie zwei normale Taschen, die Hose über zwei normale Taschen, eine Tasche am Gesäß sowie über eine aufgesetzte Tasche am linken Oberschenkel (welche wohl eher dem Style als der Funktion dient). Zur Belüftung verfügt die Jacke über kleine Belüftungsreißverschlüsse an den Oberarmen und noch kleinere an den Seiten des Torso, die Hose über lange Seitenreißverschlüsse, welche zudem das anziehen mit Schuhen ermöglichen. Die Hose hat natürlich auch integrierte Gamaschen sowie eine zusätzliche Möglichkeit die Weite über Reißverschlüsse im Bereich der Schuhe zu regulieren. Die Jacke hat elastische Ärmelbündchen mit Daumenlöchern, die somit unter den Handschuhen getragen werden können und das Verrutschen der Ärmel verhindern. Natürlich sind sämtliche Nähte und Reißverschlüsse abgedichtet, letztere zusätzlich meist hinterlegt.

Nicht zuletzt sind Jacke und Hose natürlich farblich aufeinander abgestimmt, Zweifel am Style sollten also keine Aufkommen, zumindest insofern man Violett und Orange mag...

Praxistest

Die Kombination macht bisher sowohl beim Freeriden, beim Tourengehen oder dem obligatorischen Tag auf der Piste eine gute Figur. Die Stretcheigenschaften des Materials möchte ich noch einmal hervorheben, durch sie wird man in keinster Weise am Bewegen gehindert, trotz dem in meinem Fall eher engen Schnitt der Kombination. Die Atmungsaktivität erscheint mir ebenfalls sehr gut, an Verarbeitung und Wasserdichte gibt es nach der zugegebenermaßen beschränkten Test-Zeit nichts auszusetzen.

Ich trage unter der Hose nur eine Lage Skiunterwäsche, unter der Jacke ebenfalls Skiunterwäsche, dazu noch ein dünnes Fleece oder einen Rückenprotektor. Kalt war mir so auch bei -13°C und Wind noch nicht.

Die Kapuze der Jacke ist gut gelöst, sie sitzt eng am Kopf und macht Bewegungen gut mit, allerdings passt sie wirklich nur gerade so über meinen Ski-Helm, der Kopf kann da nicht mehr wirklich frei bewegt werden (nicht das ich wüsste wann ich eine Kapuze über den Helm ziehen wollte). Über einen Kletterhelm passt sie gut.

Beim Freeriden ist die hochgeschnittene Hose sehr angenehm. Nicht nur dass Nieren etc. schön warm gehalten werden, auch dringt wirklich nichts an Schnee ein. Beim Tourengehen ist die Hose dafür ungewohnt warm. Der kleine „Latz“ lässt sich nicht wirklich wegklappen und gerade an warmen Tagen wird es im Aufstieg schon sehr warm.

Gut ist auch der 2-Wege Reissverschluss, der erlaubt den Klettergurt unter der Jacke zu tragen wo er dem Hüftgurt des Rucksacks nicht in die Quere kommt.

Bei der Jacke vermisse ich einen 2-Wege Reißverschluss, welcher das Tragen eines Klettergurtes unter der Jacke vereinfachen würde. Da die Jacke recht eng geschnitten ist geht der Gurt zwar gut über die Jacke, beim wechsel von Aufstieg (Jacke im Rucksack) und Abfahrt stört dies dennoch ein wenig.

Nicht vermisst habe ich bisher einen Schneefang. Ich ziehe die Jacke unten einfach zusammen und die hochgeschnittene Hose erledigt den Rest. Auch bei einem Purzelbaum im tiefen Powder dringt kein Schnee ein.

Zu Passform und Größe ist der eher alpinistische Schnitt hervorzuheben. Ich bin 183cm groß, mit ca 70kg eher schlank und trage bei beiden Kleidungsstücken Größe M, was mir gut passt, allerdings mit der eher engen, alpinistischen Passform. Baggy ist hier nichts, nicht einmal weit geschnitten. Größe L würde mir auch ganz gut passen, wäre dann eben etwas weiter. Prinzipiell würde ich jedem der merklich größer oder breiter ist als ich L empfehlen, ich bin für M schon eher Obergrenze.

Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass sich die Jacke wohl auch für sommerliche Hochtouren oder als Regenschutz beim Trekking empfiehlt, getestet habe ich sie bei diesen Aktivitäten natürlich noch nicht, evtl. sind die Ventilationsöffnungen dafür etwas unterdimensioniert, fürs Skifahren sollten sie definitiv ausreichen. Die Hose wäre mir für sommerliche Aktivitäten wohl zu warm, das kann aber auch an meiner Natur liegen (ich friere generell eher wenig, schwitze gerade im Aufstieg aber ziemlich viel und schnell).

Fazit

Tolle Kombination für alle Spielarten des Skifahrens auf und abseits der Piste sowie weitab der Zivilisation. Hochwertiges Material, gute Verarbeitung sowie ein toller Schnitt und gute Details werden kaum Wünsche offen lassen, mir persönlich ist die Hose einzig für Frühjahrstouren bei hohen Temperaturen vermutlich etwas zu warm. Positiv bleibt noch zu bemerken das beie Kleidungsstücke mit Preisen von € 449.- (UVP Veda Jacke) und € 399.- (UVP Vasaki Hose) im Vergleich mit ähnlich hochwertigen Modellen anderer Hersteller für heutige Verhältnisse eher günstig ausfallen.