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Neuerungen beim CAST Bindungssystem

Das ursprüngliche CAST System wird vom Markt genommen, zur nächsten Saison soll es eine neue Version geben.

25.04.2017

Die Brüder Lars und Silas Chikering-Ayres entwickelten aus Mangel an Alternativen vor einigen Jahren ein Bindungssystem, dass es ermöglicht, mit einem Pin Vorderbacken aufzusteigen, und mit einer Alpinbindung und -schuhen abzufahren. Was sind die Hintergründe des Cast Systems, warum wird das ursprüngliche System nun nicht mehr verkauft und was kommt als nächstes?

Mit der Eigenkonstruktion am FWT Podium add_circle
FWT
Lars Chikering-Ayers
Mit der Eigenkonstruktion am FWT Podium

Die Brüder Lars und Silas Chikering-Ayres entwickelten aus Mangel an Alternativen vor einigen Jahren ein Bindungssystem, dass es ermöglicht, mit einem Pin Vorderbacken aufzusteigen, und mit einer Alpinbindung und -schuhen abzufahren. Was sind die Hintergründe des Cast Systems, warum wird das ursprüngliche System nun nicht mehr verkauft und was kommt als nächstes?

Das Cast-Touring System

Zwei passionierte Skifahrer haben 2012 in den USA eine Firma gegründet, die sich mit der Entwicklung und dem Vertrieb eines universellen, sicheren und robusten Tourenbindungssystem beschäftigte. Die Brüder Lars und Silas Chickering-Ayres standen bis vor ein paar Jahren im Zirkus der Freeskiing World Tour und der Freerideworldtour regelmäßig mit auf den Treppchen. Die Jungs fahren aber nicht nur Contests, sondern gehen auch Touren. Schon länger waren sie auf der Suche nach einer Lösung, um auch in abgelegeneren, nur mit Fellen erreichbaren Hängen ihren sportlichen Skistil fahren zu können. Auf dem Markt war ein solcher kompromissloser Ausrüstungsgegenstand nicht zu bekommen, daher legten Sie selbst Hand an.
Dem verstorbenem Firmen-Mitgründer Ryan Hawks und seinem Freiheitssinn beim Skifahren und Touren widmeten sie Ihren Firmennamen: CAST.

Ihr Hauptfokus stand immer auf der Zuverlässigkeit Ihres Systems und richtete sich primär auf die Abfahrtstauglichkeit. Sie brauchten volle Performance und Wettkampftauglichkeit. Ihr Masstab war das robuste Drehtellerbindungssystem mit seiner sicheren, vertikalen Auslösefunktion und den schlagunempfindlichen, elastischen Eigenschaften des Pivot-Vorderbackens.

Das zweite Ziel ihrer Entwicklung war es, die aufstiegstechnischen Vorteile eines Pin-Bindungssystem auszunutzen. Auf die bessere Verwindungssteifigkeit und das geringere bewegte Gewicht am Fuss gegenüber einem Rahmensystem wollte man nicht verzichten.

Die dritte Komponente eines solchen Systems war naturgemäß der Schuh. Zum damaligen Zeitpunkt gab es kein Skischuhhersteller, der Renn- bzw. harte Skischuhe mit Pin- Insert oder mit einem Gehmechanismus samt einer DIN-Sohle ausstattete. Cast bietet an, jeden Skischuh im Zehenbereich mit einem Pin-Insert nachzurüsten. Mittlerweile gibt es härtere Freerideschuhe mit austauschbaren DIN-Sohlen und Inserts auch von einigen anderen Herstellern.

Die Brüder waren nicht die einzigen Athleten, die so etwas suchten. Steillwandfahrer, Freerider und Skialpinisten, deren Material im Grenzbereich zuverlässig funktionieren muss, wurden mit involviert. Sportler wie Tof Henry, Sam Anthamatten, Drew Tabke oder Jeremy Heitz sind neben vielen anderen auch Mitglieder des Entwicklungsteams. Mit deren Unterstützung und ihren Testurteilen war CAST nach mehreren Jahren der Entwicklung mit Ihrem ersten Produkt vertriebsfähig.

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Altes Cast SI&I Touring System add_circle
CAST Touring
Altes Cast SI&I Touring System

Rückblick auf CAST SI&I Alpine Touring System

Dieses System ist im Prinzip der zusätzliche Mechanismus, den es zum Nachrüsten der Tourenfunktion für viele Alpinbindungen gab. Es sind zwei Plattformen, die unter den Vorder- und Hinterbacken der Bindung montiert werden und praktischer Weise die ursprünglichen Bohrmuster der Bindung nutzen. Praktisch, weil für bereits gebohrte und montierte Ski unkompliziert, innerhalb 10 Minuten, in ein tourentaugliches Set-Up mit den mitgelieferten, längeren Schrauben ummontiert werden kann. Während der hintere Bindungsbacken durch die Platte eine zuschaltbare Steighilfe bekommt, wird der Vorderbacken mit einem Wechselmechanismus für einen nach vorne versetzen, herkömmlichen Dynafit-Voderbacken ausgestattet. Ebenfalls praktisch, da nicht nur der Hinterbacken bleiben kann, wo er ist, sondern sich der Schwerpunkt im Tourenmodus nach hinten verschiebt und das Abklappen der Ski in Spitzkehren erleichtert wird. Die Montage der Dynafit-eigenen Harschesien ist ebenfalls möglich.

Die gefrästen Bauteile machten Die Brüder selbst. Den notwendigen Dynafitvorderbacken vertrieben Sie über Ihren Internet-shop solo oder im Komplettpaket.

Ihr Vertrauen in Ihre eigene Entwicklung stellte mir Lars vor ein paar Jahren an einem der Vorbereitungstage vor dem Contest am Bec de Rosses bei einigen gemeinsamen Runs in Verbier unter Beweis. Er lies es in den dortigen Culoirs und Felsen mit ein Paar mächtigen Drops ordentlich krachen.

Es bleiben neben dem zusätzlich benötigten Dynafitteil ein, zwei weitere Eigenheiten des Systems. Die Stopper lassen sich nicht automatisch arretieren und werden mit einem massiveren Gummi pragmatisch kurzer Hand hochgebunden. Des Weiteren ist der Einschub des vorderen Bindungsteils etwas fummelig, sollte die Aufnahmeschiene mit Schnee oder Eis blockiert sein.

Vermutlich haben die aufwendig zu fräsende, vordere Metallplattform und die weiteren problematischen Punkte die Brüder im letzten Jahr dazu bewegt, ihr erstes System vom Markt zu nehmen. Ein Vertriebsnetz für das Dynafit-teil scheint ebenfalls nicht länger gewollt zu sein, denn mittlerweile wurde ein neues Produkt angekündigt:

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Ausblick CAST Pivot Freetour Bindung

Auf den bisher freigegebenen Bildern lässt sich erahnen, welche Punkte durch die Neukonstruktion verbessert wurden. Der von CAST umgebaute Look P14 oder 18 Vorderbacken wird nun mit seiner modifizierten Platte auf ein unter die veränderten Bindungschrauben montiertes Blech geclipt und verriegelt. Diese damit erreichte, noch flachere Standhöhe und leichtere Konstruktion des vorderen Teils, gepaart mit einer nun angekündigten, automatischen Arretierung der Skistopper und einer zweiten Stufe der Steighilfe, ergibt ein noch kompromissloseres, tourenfähiges Gesamtsystem.

Für den Pivot Vorderbacken wird es für den Einsatz mit WTR, DIN und auch Tourensohlen austauschbare Pads geben. Nach wie vor lassen sich handelsübliche Harscheisen montieren.

Sehr spannend bleibt noch, wie sich der angekündigte, selbstentwickelte Pin Vorderbacken in der Praxis schlagen wird. Hinsichtlich Verschlusssicherheit und Einstiegskomfort war das ursprüngliche Dynafit Vertical Teil eine sehr zufrieden stellende Lösung. Offen bleibt auch noch, ob man weitere Freetour Varianten von anderen Bindungen neben der P14 und P18 bekommen wird.

Die Pivot Freetour soll ab nächster Saison erhältlich sein und kann auf der Cast Homepage bereits vorbestellt werden. PowderGuide drückt die Daumen, dass sie dieses Mal der eierlegenden Wollmichssau einer Freeridebindung noch ein Stück weit näher kommen.

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