Erster Eindruck
Ob einem die Farbe gefällt oder nicht ist Geschmackssache, für mich war sie nach dem Salomon QST 106 keine große Umgewöhnung mehr. Und falls man den Ski mal im Powder verlieren sollte, findet man ihn auch wieder ganz gut. Der Ski wird in den Längen 182cm und 189cm (mein Ski) angeboten. Die Dimension ist 142/144mm Schaufel, 115mm Taille und 131/132mm Skiende, mit einem Radius von 23/24m. Es ist ein Twin-Tip Rocker mit einer Sandwich-Seitenwangenkontruktion und einem Paulowina-Holz-Laminat. Das Gewicht beträgt ca 1700/1800 Gr pro Ski (Herstellerangabe). Sonstige Spezialitäten sind ein 3Dimension Sidecut und ein Holzkern von der Skispitze bis zum Skiende. Der 3D Sidecut soll eine einfache Schwungeinleitung unterstützen (Radien in der Schaufel und am Skiende), wobei gleichzeitig der nicht taillierte Bereich unter der Bindung für Stabilität und Laufruhe sorgt. Der Twin-Tip-Rocker M (es gibt bei anderen Modellen auch einen 'L' Rocker) sorgt für einen optimalen, schnellen Auftrieb und macht den Ski sehr „verspielt“.
Der Kern aus Paulowina in Kombination mit speziellen Laminaten macht den Ski leicht, aber dennoch torsionssteif und mit einem guten Flexverhalten. Der Hersteller nennt das SSCL P (Sandwich Sidewall Construction Laminate Paulowina). Der Paulownia-Baumglocken-Kaiser-oder auch Kiribaum kommt vermehrt in der Skiindustrie und auch bei der Surfbrettherstellung zum Einsatz. Das geringe Gewicht in Kombination mit einer hohen Zugfestigkeit, Elastizität und Stabilität macht das Holz so interessant.
Testbericht
Bei der Wahl des Skis war ich ganz klar auf der Suche nach einer Powderwaffe und diese habe ich gefunden. Schon bei der ersten Abfahrt habe ich mich bei dem Ski Zuhause gefühlt. In manchen Testberichten ist zu lesen, dass er nur etwas für sehr Fortgeschrittene oder Experten ist - das kann ich nicht bestätigen. Trotzdem, einen blutigen Anfänger wird man wohl kaum bei Powderdays im lichten Wald mit dem Scrapper vorfinden…
Bevor der große Schnee Mitte Januar gekommen ist, hatten wir sehr wechselnde Verhältnisse: Abgeblasene Kämme, Krusten, Powder und fast Pistenkonditionen. Im zerfahrenen Gelände macht der Scrapper eine gute Figur, solange der Schnee weich ist. Wenn es Richtung Buckelpiste geht, ist mir der Ski einfach zu breit und zu behäbig, dann wechsle ich lieber auf eine Skimitte unter 100mm. Aber hier kann der Ski nichts dafür, das liegt einfach an den Gegebenheiten, die sich nun mal auch mit der besten Konstruktion nicht beheben lassen. Genauso auf der Piste: Hier macht er Spaß, solange die Kanten scharf sind, aber scharfe Kanten beim Freerideski? Früh in der Saison hatte ich einige sehr unangenehme Steinberührungen (siehe Bild), die der Ski aber super verkraftet. Den Belag hat es ein wenig eingedrückt, aber auf der Oberseite und an den Seitenwangen sind keinerlei Spuren/Risse zu sehen. Absolut solide und stabile Bauweise! Hier hatte ich erst auf Grund des Gewichts unbegründete Bedenken.