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Materialtest | Salomon Q-Lab

Ein wahrer Allmountain-Ski

28.03.2015

Ein Ski für alle Bedingungen und Jeden? Mit dem Q-Lab bringt Salomon einen Ski auf den Markt, der eine Mischung aus Renn- und Freerideski sein soll. Ein Alleskönner eben. Kann der Ski die geweckten Erwartungen auch erfüllen?

Erster Eindruck

Auf den ersten Blick ähnelt der Ski sehr der Quest-Reihe von Salomon. Als Kern ist beim Q-Lab allerdings Salomons S-Core verbaut. Das ist ein spezieller Kern, welcher normalerweise von Salomon für Rennski verwendet wird. Zudem besitzt der Ski eine Titanalschicht, die auf hartem Schnee noch mehr Leistung bringen soll. Die Schaufel wurde mit einer Honigwabenkonstruktion versehen, um Gewicht einzusparen, denn der Q-Lab ist mit etwa zwei Kilogramm pro Ski Lab-typisch relativ schwer. Das Design ist nicht zu verspielt, sticht aber sofort ins Auge. Vor allem der grelle Skibelag ist ein Hingucker. Falls also jemand diesen Ski im Powder verlieren sollte, hat er gut Chancen, ihn wiederzufinden.

Tester und Testbedingungen

Da Skitests immer subjektiv sind, hier einige Angaben zu mir. Ich bin ca. 178 cm groß und wiege etwa 70 Kilogramm. Zusätzlich trage ich noch zwischen fünf und zehn Kilogramm Ausrüstung im Rucksack mit mir herum. Normalerweise bevorzuge ich eher verspielte Ski, gebe aber auch ab und zu auch gerne mal Gas.
Den Ski konnte ich unter fast allen Bedingungen testen: Im Powder, Harsch und auch auf der Piste. Als Bindung war eine Salomon STH 2 WTR 13 montiert. Diese Bindung kann auch mit den Tourensohlen von Salomon (WTR Sohlen) verwendet werden. Den Q-Lab habe ich in der Länge 183cm getestet.

Praxistest

Der Q-Lab ist für einen Ski, der auch auf der Piste gut laufen soll, verhältnismäßig breit. Trotzdem macht er genau dort auch wirklich Spaß. Durch seinen steifen Flex ist er sehr laufruhig, lässt sich schön carven und die Kanten haben einen sehr guten Griff. Generell ist der Q-Lab definitiv ein Ski für Speed und mag vor allem lange Turns. Natürlich sind auch kurze Radien möglich, die kosten aber doch etwas mehr Kraft. Im dicht bewachsenem Wald benötigt man deshalb auch etwas mehr Power, denn der Q-Lab mag es eben schnell und bevorzugt große Radien.

Durch den relativ steifen Flex, welcher der Titanalschicht geschuldet sein dürfte, lässt er sich auch bei Harsch und eisigen Bedingungen gut fahren, denn er pflügt regelrecht durch den Schnee durch und fängt nicht an zu verschlagen. Auch auf eisigem Untergrund hat man dank der verstärkten Kanten und der hohen Torsionssteifigkeit noch guten Grip und fühlt sich somit sicher.

Auch wenn der Q-Lab nicht unbedingt ein Ski für die Deep-Powder-Days ist, schwimmt er dank des Tip-Rockers und seiner breiten Schaufel auch bei Tiefschnee sehr gut auf. Während meines letzten Urlaubs blieben für den Q-Lab sogar die breiten Powderlatten im Keller stehen. Denn der Ski macht auch im Powder vor allem bei schnellen Turns wirklich Spaß. Die Länge von 183 cm war für mich optimal, ich kann den Ski noch gut steuern und er schwimmt im Powder gut auf. Für größere oder schwerere Personen könnte diese Länge unter Umständen bereits zu klein sein. Hier empfiehlt sich die größere Variante (190 cm).

Fazit

Der Q-Lab ist eine Allzweckwaffe. Empfehlen kann ich den Salomon Ski besonders denjenigen, die einen Ski suchen, der bei hohem Tempo noch laufruhig ist und sich bei allen Bedingungen gut schlägt. Allerdings muss der Fahrer genügend Kraft in den Oberschenkeln besitzen. Für diejenigen, die normalerweise eher verspielte und leicht steuerbare Ski fahren, ist der Q-Lab sicher, wie für mich, eine Umstellung. Er ist inzwischen allerdings einer meiner Lieblingsski geworden!

 

Vor- und Nachteile

+ Tempostabil
+ All Day/Every Day Ski
- kostet schon etwas Kraft beim Fahren

Details

176 | 135 - 103 - 124 (Radius 20 m), Gewicht 4200 Gramm
183 | 138 - 104 - 127 (Radius 20 m), Gewicht 4500 Gramm
190 | 145 - 109 - 134 (Radius 20 m), Gewicht 5050 Gramm

Hier geht es zur Website von Salomon mit weiteren Informationen.