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Materialtest | One Snowboards S-ONE Full Carbon Splitboard

Ultraleichtes All-Mountain Splitboard

06.10.2016

Ganz nach dem Motto "Carbon statt Kondition" spart das S-One Carbon Splitboard bergauf wie bergab Kraft. Dadurch kann man zwar nicht besser, dafür aber länger!

Das Testsetup im Aufstiegsmodus: Spark Ultaburner Bindung und Voile Felle add_circle
Marc Stal
S-ONE Carbon
terrainBündner Berge
Das Testsetup im Aufstiegsmodus: Spark Ultaburner Bindung und Voile Felle

Ganz nach dem Motto "Carbon statt Kondition" spart das S-One Carbon Splitboard bergauf wie bergab Kraft. Dadurch kann man zwar nicht besser, dafür aber länger!

Das S-One Carbon Splitboard von One Snowboards ist ein volles Carbon Snowboard. Voll-Carbon heißt, dass keine Glasfaser verbaut ist, sondern die Verstärkung nur durch TeXtreme® Carbon gewährleistet ist. Der im S-One verbaute BamBooBeam Kern soll geringstes Gewicht mit höchster Kraft bieten. Dieser „3B" Kern kombiniert superleichtes Holz mit längs verbauten Bambussträngen und einer Bienenwabenkonstruktion. Eine gesinterte Nano Highspeed Base verwendet Nano Silikat Partikel, welche die Gleiteigenschaften und die Lebensdauer verbessern sollen. Diese Technologien machen das S-One zu einem ultraleichten Splitboard, das mit einem klassischen Camber und langer Rocker Nose eine ambitionierte, Tiefschnee spezifische High-Tech Waffe ist, die auch auf der Piste gut funktioniert.

Erster Eindruck

One Snowboards bringt in der Saison 2016/2017 zwei Splitboard Modelle auf den Markt, die Freeride Version mit 157 cm und die Powder Variante mit 164 cm (mehr Zahlen unter technische Details). Das Freeride Brett ist für Big Mountain konzipiert, die Powder Version eher für Waldabfahrten. Beide Bretter sind relativ breit, daher auch für größere Füße geeignet. Die Voile Standardinserts sind vorinstalliert und das Brett wird mit den Karakoram Clips geliefert. Getestet wurde das S-One Splitboard in der 164 cm Freeride Variante, die ohne Bindung leichte 2.6 kg wiegt. Im Testsetup waren zudem die Spark AfterBburner Bindung, Spark Harscheisen und Voile Felle im Einsatz.

 

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Thiemo Theile
Marc Stal
terrainDavos

Testbericht

Das geringe Gewicht des Brettes ermöglicht beim Aufstieg eine effektive Höhenmeterjagd. Vor allem bei Touren über 1000 Höhenmetern ist der Unterschied zu schwereren Brettern deutlich zu spüren. Die Bindung ist in Aufstiegsposition gut platziert und nutzt dadurch bei Spitzkehren und bei längeren Traversen den Bereich mit positiver Vorspannung aus. Dadurch erhält man einen guten Kantenhalt, da sich die Kanten vor und hinter der Bindung in den Schnee schneiden. Des Weiteren hilft das Camber, das Fell gut in den Schnee zu drücken. Nichts desto trotz sind Harscheisen im Frühjahr und bei harten Schneebedingungen wichtige Begleiter. Die Spark Harscheisen passen gut auf die beiden Hälften im Aufstiegsmodus, hinterlassen allerdings, wie bei anderen Spiltboards auch,  Gebrauchsspuren auf der Oberfläche. Die beiden Splitboardhälften sind nicht extrem breit und passen daher gut in vorgespurte Aufstiege. Um besseren Druck auf die Kanten zu bekommen, wurden beim Testen die so genannten Strappy Straps von Spark genutzt. Diese bieten für Softboots einen weiteren Strap, der auf Höhe der unteren Wade angebracht wird. Dadurch wird eine bessere seitliche Kraftübertragung gewährleistet.

Bei Abfahrten auf der Piste sticht das S-One Splitboard vor allem durch den sehr schnellen Nano Highspeed Belag hervor. Die Kante hält durch das Camber gut und durch den schnellen Belag sind Ziehpassagen ein Leichtes. In der Praxis wurden Passagen, bei denen Mitfahrer abschnallen mussten, einfach durchfahren. Bei Tiefschneeabfahrten hilft der lange Rocker kraftsparend abzufahren. Das verringerte Gewicht des Carbon Brettes hilft nicht nur beim Aufstieg, es macht auch die Abfahrt verspielter. Bei Landungen im Tiefschnee kommt man jedoch relativ schnell in Vorlage und muss sich sehr aktiv nach hinten lehnen, um nicht vorne abzutauchen. Das Brett hat einen recht steifen Flex, wodurch der Kantenhalt gefördert wird. Switch fahren ist hingegen nicht so einfach und wird durch das Taper am Tail auch nicht gefördert. Wenn der Tiefschnee verfahren oder angefroren ist, braucht man mit dem S-One mehr Kraft als mit schwereren Brettern, vor allem um es bei hoher Geschwindigkeit in der Spur zu halten.

Durch den Leichtbau hat das Brett eine sehr dünne Kante, wodurch die Lebensdauer wahrscheinlich bei mehrmaligen Service inklusive Kantenschleifen etwas leidet. Steinkontakt hilft hier sicherlich auch nicht, Erfahrungswerte gibt es darüber glücklicherweise aber noch keine.

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Fazit

Das geringe Gewicht ist natürlich nicht nur für Höhenmeterjäger von Vorteil, sondern bietet auch stark abfahrtsorientierten Splitboardern mehr Abfahrt für weniger Energie. Das Gewicht und die Freeride-orientierte Ausrichtung des Brettes machen es zu einem hervorragenden Allrounder, der für lange Touren geeignet ist und auch bei Freeridetagen im Skigebiet auch das Brett der Wahl werden kann (Stöcke und Felle in den Rucksack und man spart sich kraftaufwendiges Tiefschneekriechen auf dem Weg zu unverspurtem Gelände). Wer also die Mehrkosten für die Anschaffung eines Carbonbretts aufbringen-, und mit dem erhöhten Risiko eines vorzeitigen Ausfalls der teuren Anschaffung leben kann, hat mit dem S-ONE Full Carbon Splitboard eine ambitionierte, tiefschneespezifische High-Tech Maschine, die auch auf der Piste gut funktioniert und die ich in Zukunft auch für Freeridetage im Skigebiet nutzen werde.

 

Vor- & Nachteile

+ Sehr leicht
+ Highspeed- und pistentauglich
- evtl. nicht ganz so robust wie ein schwereres Brett

Details

Länge (cm): 157 164
Effective Edge (mm): 1210 1280
Running Length (mm): 1060 1230
Tip Width (mm): 308 308
Waist Width (mm): 258 259
Tail Width (mm): 283 290
Avg. Sidecut Radius (m): 9,2 9,6
Setback (mm): 50 50
Recommended Stance (cm): 58 58
Adjust. Range (cm): 54-62 54-62
Board Weight (kg): 2,5 2,6
Rider Weight (kg): 50-85 >60

Hier geht es zur Website des Herstellers mit weiteren Informationen

Dieses Produkt wurde powderguide.com vom Hersteller während des Testzeitraums als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

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