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Materialtest | Mammut Rocker Protection Airbag Rucksack

Kompaktes Airbag-Leichtgewicht

04.03.2015

Der kleinste Airbag-Rucksack, der „Protective Airbag System"-Serie von Mammut ist ein super Begleiter für all jene Freerider, die gebietsnah unterwegs sind. Auch wenn er für längere Touren nicht geeignet ist, genügt seine Größe von 15 Litern, um das notwendige Material für kleinerer Aufstiege mitzunehmen. Dabei überzeugt der Rucksack durch seinen Tragekomfort und das ausgefuchste Airbag-System.

Ausstattung

Der Rucksack ist für den gebietsbasierten Tageseinsatz mit wenig Gepäck ausgelegt, aber mit etwas Übung bekommt man doch so einiges darin verstaut. Nach einigen Minuten tüfteln, ist das eigene Packsystem gefunden und Schaufel, Sonde, Safety-Kit, Felle, Trinkflasche und etwas zu Essen sind im Hauptfach gut untergebracht (mit viel Geschickt passt sogar noch die dünne Daunenjacke, um alles herum gestopft). Schaufelblatt, -stiel und Sonde werden im unteren Teil des Rucksackdeckels in separaten Fächern untergebracht. Das Schaufelblatt wird zudem mit einem verstellbaren Clip fixiert, sodass das Fach nicht offen in den Rucksack herein hängt. Die Fächer für Stiel und Sonde sind wegen der Gaskartusche etwas mittig angeordnet, was anfangs beim Packen etwas ungewohnt ist. Dadurch, dass der Rucksack einen sehr flachen und langen Schnitt hat, sitzt er, egal ob voll gepackt oder mit wenig Ladung, immer gut. Sogar wenn die Ski beim Hiken am Rucksack (zusammengesteckt diagonal oder einzeln nebeneinander mit der Snowboardhalterung) befestigt sind, macht er immer noch eine gute Figur.
Zusätzlich ist auf der Innenseite, oberhalb des Schaufelfachs eine Reißverschlusstasche für Kleinzeug angebracht, eine weitere befindet sich am Hüftgurt. So lassen sich Portmonnaie, Schlüssel, Handy, Multitool etc. gut verstauen. Zudem ist an der Rückwand ein Einschub für eine Trinkblase und entsprechende Durchschübe für den Schlauch vorhanden, welcher außen am Schultergurt durch zwei Gummischlaufen befestigt wird. Dort stört er die Entfaltung des Airbags nicht, allerdings wird eine extra Isolation für den Trinkschlauch benötigt, damit der Inhalt nicht gefriert.

Tragekomfort

Positiv fällt auf, dass sich das Tragesystem auf drei verschiedene Größen (S, M, L) einstellen lässt. Hierzu kann der Hüftgurt auf verschiedenen Höhen via Klettverschluss angebracht werden und wird durch einen zusätzlichen Klettverschluss gesichert (Empfehlung: bei 183 cm Körpergröße, Größe L).
Sobald die Größe des Tragesystems angepasst ist, liegt der Rucksack durch seine längliche Form sehr gut am Rücken. Durch den Brustgurt (in drei Stufen höhenverstellbar) und den breiten Hüftgurt mit Metallschnalle sitzt er zudem gut fixiert und fest, auch bei ruppigen Abfahrten rutscht er nicht.
Dadurch, dass der Airbag auch in den Schulterträgern untergebracht ist, wirken diese anfangs eher störrisch und sind ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Dieses Gefühl schwindet aber, sobald Brust- und Hüftgurt verschlossen und festgezogen sind, dann schmiegen sich die Träger gut an und vermitteln ein angenehmes Tragegefühl. Wichtig und nicht zu vergessen ist, dass die Beinschlaufe (längenverstellbar) vor dem Schließen der Metallschnalle in den Hüftgurt eingefädelt werden muss, dass der Rucksack im Ernstfall an seiner Position bleibt und nicht hoch über den Kopf rutscht!

Airbag

Der eingeklappte T-Griff ist gut verstaut im linken Schultergurt untergebracht und muss vor dem Fahren herausgeholt und ausgeklappt werden. Das Öffnen des Fachs und Ausklappen des Griffs ist aber auch mit Handschuhen kein Problem, ebenso das Verstauen des Griffs.
Das Auslösen des Airbags erfolgt durch kräftigeres ziehen am T-Griff. Hierbei fällt positiv auf, dass ein klarer Auslösepunkt zu spüren ist. Es besteht auch kein Grund zur Sorge, dass der Airbag schon bei leichten Zugkräften am Griff ungewollt ausgelöst wird. Nach dem Auslösen öffnet sich der Airbag zügig und entfaltet sich schützend um Nacken und Kopf. Durch seine durchdachte Konzipierung, ähnlich wie eine Schwimmweste, sollte der Airbag den Kopf an der Oberfläche halten und der Träger sollte nicht, wie bei anderen Modellen, möglicherweise nach unten gedreht werden. Der Airbag macht zudem aufgeblasen einen sehr stabilen Eindruck und hält die Luft so lange, bis manuell über ein Ventil im Rucksack die Luft angelassen wird. Dann muss die Luft nur noch herausgedrückt werden und der Airbag kann direkt zusammengefaltet und wie ursprünglich im Rucksack verstaut werden, was anfangs etwas Übung und Geduld erfordert. Sobald der Airbag wieder verpackt ist und eine neue Gaskartusche eingesetzt wurde, ist der Rucksack wieder einsatzbereit. Ein weiterer Vorteil des P.A.S.-Systems ist, dass der Airbag herausnehmbar ist und in andere P.A.S.-fähigen Rücksäcken eingebaut werden kann.

Mammut Airbag from Benedikt Ruf on Vimeo.

Fazit

Der Mammut Rocker Protection Airbag ist ein hervorragender und gelungener Tagesrucksack und -Begleiter beim Freeriden im Skigebiet. Er ist groß genug, um auch mal bei einer kleineren Tour zum Einsatz zu kommen. Der Tragekomfort ist hervorragend und das Gewicht ist trotz Kartusche, Airbag und Auslöseeinheit plus Gepäck nicht zu hoch und der Rucksack bleibt fest am Rücken sitzen. Der Airbag funktioniert exzellent und schützt ausgezeichnet. Das Haupt- und somit einzige Fach ist gut durchdacht und an Airbag und Auslöseeinheit angepasst. Wer mehr Platz braucht, sollte sich allerdings bei den größeren Modellen umschauen, wobei es genügen würde einen zweiten Rucksack zu beschaffen und den Airbag bei Bedarf zwischen den Rucksäcken zu tauschen, wodurch einiges an Kosten einspart werden kann.

Vor- und Nachteile

+ herausnehmbarer Airbag
+ mit verschiedenen Rucksäcken kompatibel
+ kompakt
+ gute Detaillösungen
+ gute Materialverarbeitung (Qualität)
+ Mechanische Auslösung (eine mögliche Fehlerquelle weniger im Vergleich zu dem Sprengkapselsystem) funktioniert hervorragend mit deutlichem Auslösepunkt
+ Größenanpassung der Rückenpartie
+ gute Passform
+ guter Schutz
- Anordnung Schaufelstiel und Sonde (Kompromisslösung)
- Einpacken des Airbags erfordert Übung und Geduld

Details

• Protection Airbag System: Trauma Protection, Head on Top & herausnehmbar
• Sicherheitsbeinschlaufe
• Rückenlängenanpassung 3-stufig
• V-Rahmen Alu 6 mm, anpassbar
• Thermogeformter Rücken für hohen Tragekomfort
• Innenfach für Lawinensicherheitsausrüstung
• Diagonale, verstaubare Skibefestigung
• Snowboardhalterung verstaubar
• Hüftgurttasche
• Diverse Innenfächer
• SOS-Label mit Notfallhinweisen
• Trinksystem kompatibel

Preis (UVP):
• inkl. Airbag, ohne Kartusche: 640 €
• Rucksack ohne Airbag: 140 €

Gewicht:
• 2250 Gramm inkl. Airbag, ohne Kartusche
• 1380 Gramm, Rucksack ohne P.A.S.-Einheit

Volumen: 15 Liter

Hier gehts zur Website des Herstellers mit weiteren Informationen, hier könnt ihr den Rucksack (allerdings ohne Airbag) bei unserem Partnershop kaufen.