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Materialtest | Korua Pencil Splitboard

Der beste Weg zwischen zwei Punkten ist nicht immer die gerade

08.11.2016

Die Sehnsucht nach Kurven, wer kennt Sie nicht? Genussvoll kann diese Sehnsucht durch das Korua Pencil Splitboard in Kombination mit der nötigen Menge an Neuschnee gestillt werden. Das Korua Pencil ist mit seinem surf-inspirierten Shape ein Quiver- (zu Deutsch: zweit- oder dritt-) Splitboard, welches das Zeichnen von kurvigen Linien im Tiefschnee zum Vergnügen macht und dazu noch zum Carven auf der Piste einlädt.

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Benni Eggert
Marc Stal
terrainBündner Berge

Die Sehnsucht nach Kurven, wer kennt Sie nicht? Genussvoll kann diese Sehnsucht durch das Korua Pencil Splitboard in Kombination mit der nötigen Menge an Neuschnee gestillt werden. Das Korua Pencil ist mit seinem surf-inspirierten Shape ein Quiver- (zu Deutsch: zweit- oder dritt-) Splitboard, welches das Zeichnen von kurvigen Linien im Tiefschnee zum Vergnügen macht und dazu noch zum Carven auf der Piste einlädt.

Wer noch nicht von den Korua Brettern gehört hat, sollte sich die Yearning for Turning Videos anschauen. Aber Obacht, die Videos sind ein Augenschmaus der Extraklasse, welche den Drang zum Snowboarden ins Unermessliche steigern. Sie bestätigen auch, dass die vom Wellenreiten inspirierten Snowboards in den Big Mountain Lines von Alaska, auf den präparierten Pisten Europas, aber auch im Tiefschnee Japans einen Haufen Spass bringen und funktionieren. Korua Shapes haben in der letzten Wintersaison der Nordhalbkugel durch Passion, Spass an der Sache, und gutes Marketing erfolgreich zum allgemeinen Trend zum Quiver-Board beigetragen. Die durchweg weiss-roten Shapes wurden immer öfter in Skigebieten, sowie auch in bekannten Snowboardmagazinen und deren sozialen Kommunikationskanälen gesichtet.

Erster Eindruck

Von den momentan acht verschiedenen Shapes welche von Korua angeboten werden, gibt es das Tranny Finder (157cm) und das Pencil mit 164 cm als Splitboardversion. Das Pencil ist laut Hersteller gut geeignet für schnelle Turns und müheloses Umkanten im Tiefschnee und soll sich reaktiv und kürzer anfühlen als es ist. Es ist designed um die Geschwindigkeit bei Tiefschneeturns zu halten, während die spitze Nose vor zu viel Schnee im Gesicht schützen und beim sanften einläuten der Turns helfen soll. Das 164cm Brett hat ein sogenanntes „float-camber", soll heißen Vorspannung zwischen der Bindung und einen Rocker im Bereich der Nose. Mit 4478 cm² bietet das Pencil jede Menge Fläche, um Schnee unter sich zu schmelzen und hilft so auch Fahrern mit großen Füßen die Kurven zu halten.

Tester & Testbedingungen

Ich bin 190cm groß und wiege 88kg. Mit Schuhgröße 47 kommt mir das breite Brett natürlich entgegen. Das Pencil wurde mit einer Spark Ultraburner Bindung, den Spark Harscheisen und Voile Fellen getestet. Die Bindung, wie auch die Harscheisen, haben auf dem Pencil wunderbar funktioniert und haben eine gute Kraftübertragung ermöglicht. Das Brett wurde vor allem in winterlichen Neuschneebedingungen getestet, Frühjahrstouren wurden keine unternommen.

Testbericht

Ungeduldig wie sich das Pencil in Aktion präsentieren wird, habe ich die ersten paar Runden auf dem Brett auf der präparierten Piste gedreht. Wie erwartet, macht das breite Camber-Brett viel Spass und lässt einen nach einigen Testversuchen lange, schnelle und vor allem tiefe Turns genießen. Dabei ist es auch für Großfüßler mit Schuhgrösse bis Eur47/UK13 geeignet. Zwar habe ich die Splitboardversion des Pencil nicht direkt mit der normalen Version verglichen, aber die zusätzlichen 400gr (Pencil 2.9KG, Pencil Splitboard 3.3kg) machen das Brett schwerer und durch die Innenkanten wohl auch etwas steifer als die nicht Split Version. Das hohe Gewicht des Bretts kostet Kraft und macht das Brett weniger verspielt. Switch fahren ist ebenfalls erwartungsgemäß nicht gerade einfach. Der Pop des Brettes ist durch das kurze Tail auch eher gering. Die vorinstallierten Karakoram Splitboard Clips helfen, aus den beiden Hälften eine gute Einheit zu formen und das Camber sorgt für den nötigen Kantengriff; durch das kurze Tail lassen sich auch kurze Schwünge einfach einleiten.

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Benni Eggert
Marc Stal
terrainBündner Berge

Seine volle Daseinsberechtigung erfüllt das Pencil Splitboard aber sicherlich nicht auf der Piste, sondern im Tiefschnee. Im Aufstiegsmodus ist die Bindung des Pencil gut positioniert und durch das kurze Tail sind Spitzkehren ein Leichtes. Das Camber hilft beim Aufstieg um das Fell, bzw. die Kante im Schnee zu halten und gibt durch die gerade Innenkante guten Halt bei Querungen. Die Breite der einzelnen Hälften passt noch gut in moderne Aufstiegsspuren und die lange Rocker-Nose hilft beim Spuren im pulvrigen Schnee, die Skispitzen oberhalb des Schnees zu halten. Das Gewicht des langen, breiten Brettes ist allerdings eher hoch. Das Pencil ist sicherlich kein Splitboard, mit dem Aufstiegsrennen gewonnen werden.

Voll in seinem Element ist das Pencil bei Abfahrten im Pulverschnee. Hier zeigt es, was es vom Wellenreiten gelernt hat und lässt einen durch die lange, breite Nose mühelos auf dem Schnee schweben. Es ist trotz kurzem Tail laufruhig bei schnellen Geschwindigkeiten und pflügt ordentlich durchs Gemüse, verhält sich also auch bei variablen Schneebedingungen gut. Landungen im Tiefschnee sind einfach zu meistern und man hat selten das Gefühl, dass man vorne abtaucht. Es verhält sich gut bei Abfahrten auf freien, offenen Flächen, bei denen man die Kurven selber vorgibt; aber auch bei rasanten Waldabfahrten lässt sich das Pencil gut navigieren und man kann trotz der Länge und Breite des Brettes die Geschwindigkeit gut halten.

Das Pencil hat keine durchgehende Stahlkante, somit ist der letzte Teil der Nose kantenlos. Bei einer Waldabfahrt wurde ein verschneiter Zaun oder Baumstumpf unglücklich getroffen, welcher dann eine Schramme auf der Nose hinterlassen hat. Diese hat die Performance des Pencil nicht verändert. Ansonsten macht das Brett einen sehr stabilen Eindruck und leichter Steinkontakt resultierte in kleineren, vernachlässigbaren Schrammen. Das Pencil ist auch im Pulver weniger gut zum Switchfahren geeignet und für Backcountry Freestyle Aktionen nicht optimal, jedoch vermittelt es im Wald, wie auch im offenen Gelände, ein wunderbares Surffeeling.

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Benni Eggert
Marc Stal
terrainBündner Berge

Fazit

Das Korua Pencil Splitboard lässt einen auf der Piste wieder die neue, alte Art des Snowboardens entdecken - weg von Quadruplecorks und hin zum Carven. Abseits der Pisten entwickelt es seine vollen Stärken und hält, was es verspricht. Es lässt sich sehr einfach im Tiefschnee umkanten und dadurch weite, wie auch kurze Turns ohne großen Geschwindigkeitsverlust ziehen. Das Brett erleichtert den Auftrieb ungemein und vermittelt wunderbar das Gefühl von Zurücklehnen und Genießen. Durch das hohe Gewicht ist es nicht unbedingt das ideale Brett für Höhenmeterjäger, aber als Brett für liftunterstützte Touren und Varianten mit kürzeren Aufstiegen ist es das ideale Spassbrett. Alles in allem kann man zusammenfassend sagen: "It is nice to draw lines with this Pencil". In diesem Sinne, "Never Stop Snowboarding".

Vor & Nachteile

+ Sehr kurventauglich
+ Surffeeling
+ Robust
+ Laufruhig bei hohen Geschwindigkeiten
- Schwer
- Keine durchgehende Stahlkante an Nose und Tail

Details

UVP: 699.- Euro
Topsheet // Gelcoat
Glassfiber // Biaxial
Core // Poplar Light
Base // ISO 6000
Bend // Float Camber
Length // 164 cm
Float // 4478 sqcm
Effective Edge // 1180 mm
Running Length // 1030 mm
Tip Width // 324 mm
Waist Witdth // 269 mm
Tail Width // 293 mm
Taper // 31 mm
Avg. Sidecut Radius // 8.2 m
Scoop Radius // 1200 r
Setback // 20 mm
Recommended Stance // 55 cm
Adjust. Range // 50-64 cm
Board Weight // 3.3 kg (without hardware)
Rider Weight // 60-90 kg

 

Hier geht es zur Website von Korua mit weiteren Informationen.

Dieses Produkt wurde powderguide.com vom Hersteller während des Testzeitraums als Leihgabe zur Verfügung gestellt.  PowderGuide Test Statement.

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