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Materialtest | K2 Aspect

Der Splitboardboot von K2 im Praxistest

02.02.2019

Nachdem Deeluxe, Burton oder Fitwell schon länger spezifische Splitboard-Snowboardboots im Angebot hatten, hat K2 nun ebenfalls seit zwei Jahren mit dem Aspect einen Schuh mit Vibramsohle und hinterem Sohlenrand im Angebot. Für diese Saison gibt es kleinere Änderungen, die den Schuh aber nicht grundlegend verändern. Wie er sich in über zwanzig Tagen Benutzung onpiste, offpiste und im Tourenbereich geschlagen hat, erfahrt ihr im Test.

K2 Aspect in der 2019 Farbvariante add_circle
K2 Snowboarding
K2 Aspect in der 2019 Farbvariante

Nachdem Deeluxe, Burton oder Fitwell schon länger spezifische Splitboard-Snowboardboots im Angebot hatten, hat K2 nun ebenfalls seit zwei Jahren mit dem Aspect einen Schuh mit Vibramsohle und hinterem Sohlenrand im Angebot. Für diese Saison gibt es kleinere Änderungen, die den Schuh aber nicht grundlegend verändern. Wie er sich in über zwanzig Tagen Benutzung onpiste, offpiste und im Tourenbereich geschlagen hat, erfahrt ihr im Test.

Erster Eindruck

Beim erstmaligen Auspacken und Anziehen fiel mir vor allem Eines ins Auge. Die Klettverschlüsse am Innenschuh. Der Innenschuh ist am Schaftende übersäht mit Klettverschlüssen und Straps, sodass man im ersten Moment etwas überfordert ist, welcher Strap denn nun wohin gehört und in welcher Reihenfolge sie zu schließen sind. Hat man das aber mal raus, passt sich der Innenschuh aufgrund der mehrfachen Fixierung wirklich sehr gut an den Unterschenkel an. Zu dieser Saison hat K2 dem Aspect hier ein Update verpasst, was den Schuh nochmals angenehmer macht.

Innenschuh und Außenschuh – Details und Passform

Der Innenschuh punktet, wie oben angerissen, nicht nur mit einer sehr guten Fixierung im Schaftbereich, sondern ist als Intuition-Liner durch Aufbacken beliebig an schwierige Fußformen anpassbar. Ich habe dieses Feature nicht genutzt, da mir der Liner auch so gut gepasst hat. Zudem hat der Liner schon sogenannte J-Bars im Knöchelbereich eingearbeitet, um die Fixierung der Ferse weiter zu verbessern. Burton hat diese J-Bars als Add-on für Teile ihrer Innenschuhe produziert. Andere Firmen, wie auch K2, sind nun aufgrund der guten Funktionalität dazu übergegangen, die Innenschuhe direkt mit J-Bars auszuliefern.

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im Aufstieg add_circle
PW
im Aufstieg

Interessant ist das K2-CONDA-System, ein BOA-Schnürsystem für den Innenschuh, das zwei Funktionen erfüllt. Einerseits sorgt es dafür, dass der Innenschuh komprimiert wird und sich weiter an den Fuß anpasst – somit eine Form der Innenschuhschnürung. Andererseits ist diese Schnürung aber am Außenschuh verankert – im Fersenbereich fest eingenäht, im Zungenbereich ist eine Art Plastik-Strap durch Klett an der Zunge des Außenschuhs fixiert – und sorgt dafür, dass der Fuß im Außenschuh fixiert ist. Klingt kompliziert, ist es aber nicht und es funktioniert. Wie so oft - ein Bild sagt mehr als tausend Worte. 

Wichtig für die Mehrtages-Tourer unter euch: Der Außenschuh lässt sich weit genug öffnen, um den Innenschuh ohne großes Gefummel raus und reinzubekommen. Ebenso kann man auch mit angezogenem Innenschuh in den Außenschuh einsteigen. So sollte das sein.

Der Außenschuh ist aus Leder und hat eine klassische Schnürung verpasst bekommen. Die Haken fand ich anfangs etwas ungewohnt und fummelig – speziell die letzten Haken unterhalb des Powerstraps sind problematisch, dafür halten sie die aufgebaute Schnürsenkelspannung gut. Nachschnüren muss ich dadurch eher selten. Zusätzlich gibt es noch ein Powerstrap, um ein Maximum an Steifigkeit zu erreichen.

Insgesamt hat man durch die vielen Einstellmöglichkeiten einen sehr guten Halt im Schuh.

Nach über zwanzig Tagen Nutzung sehen die Schuhe noch sehr gut aus. Es gibt bei wenigen Stellen aus Kunstfasern leichte Abnutzungserscheinungen, die Lederparts sehen aus wie neu. Die Sole ist, wie erwartet, ebenfalls noch gut in Schuss.

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Aufstieg und Abfahrt

Im Aufstieg spielt der K2 gerade bei Querungen seine Stabilität aus. Allerdings hat er wie fast alle Softboots das Problem, dass die Schrittlänge durch die steife Rückseite des Boots stärker beschränkt ist. Der Grip der Vibramsohle ist gut und Steigeisen (entweder Körbchen oder Halbautomatisch) lassen sich problemlos anbringen. Da ein Snowboardboot zumeist etwas breiter als ein klassischer Hochtourenschuh ist, sollte man hier etwas aufpassen, was die Passform angeht. Der Aspect ist jedoch nicht wesentlich breiter oder schmaler als andere Snowboardboots. Insofern sollten alle Steigeisen, die ihr mit Snowboardboots schon benutzt habt, passen.

Der Aspect ist abfahrtstechnisch ein eher steifer Schuh, der trotz der dickeren Sohle ein gutes Boardgefühl ermöglicht. Die BOA- Schnürung des Innenschuhs erlaubt es, immer noch mal eine Schippe Steifigkeit draufzulegen. Das funktioniert so gut, dass irgendwann auch die Blutversorgung im Fuß prekär werden kann.

Fazit

Der K2 Aspect ist ein sehr solider Tourenschuh mit einer steigeisenfähigen Vibramsohle. Mit dem hochwertigen, aufbackbaren Intuition-Innenschuh und der Kombination aus klassischer Schnürung am Außenschuh (keep it simple) und BOA Innenschuhfixierung betreibt er eine erfolgreiche Synthese aus klassischem Bootdesign und neuen technischen Details. Tatsächlich lässt sich der Boot auch ordentlich ohne die BOA Schnürung fahren. Ein Defekt wäre hier also, wie von K2 angedacht, kein Beinbruch. Mit 1250 Gramm pro Schuh bei Größe 42 ist er nicht wirklich leicht, es gibt aber auch deutlich schwerere Mitbewerber (ThirtyTwo Jones bspw.).

Vorteile / Nachteile

+ guter Flex

+ sehr guter Innenschuh

+ Vibramsohle und Sohlenrand

+ gute Fixierung der Ferse durch das BOA-System

 

Details

Preis: 449 Euro

Größe: US 7-13

Gewicht: 1250 Gramm pro Schuh (Größe 42, US 9)

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