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Materialtest | Dynafit Denali

Ein Leichtski mit großem Abfahrtspotential

22.11.2014

Waren Dynafit Ski bisher meist recht eindeutig entweder Aufstiegs- oder Abfahrtsorientiert, betritt der Hersteller zum Winter 2014/2015 neues Terrain. Mit dem Denali kommt ein neues Skitourenmodell auf den Markt, das sowohl mit Leichtigkeit im Aufstieg, als auch mit hoher Abfahrtsperformance überzeugen soll.
 
Der Denali-Ski wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bergführerverband entwickelt und musste sich im Mai letzten Jahres einem besonderen Test unterziehen lassen. Einige Bergführer begaben sich auf eine Skiexpedition der besonderen Art und testeten den Ski bei einer Besteigung des „Denali“ (6.194 M ü NN) in Alaska. Wir konnten das Modell ebenfalls testen (aber nicht in Alaska, leider).

Erster Eindruck

Wie auch bei den beiden Modellen „Cho Oyu“ und „Nanga Parbat“ ist die Geometrie des Skis am Tip etwas ungewohnt. Das Fellbefestigungssystem ist gut durchdacht und ermöglicht ein schnelles Auf- und Abfellen. Das Design ist schlicht, aber trotzdem ansprechend. Vor allem das Gewicht überzeugt.

Hält man den Denali das erste Mal in der Hand, wird einem schnell klar, dass dieser Ski für lange Aufstiege mit vielen Höhenmetern gebaut wurde. In der Testlänge von 184 cm und den Maßen 132-99-117 mm wiegt er laut Herstellerangaben gerade einmal 1390 Gramm. Der „Denali“ besitzt eine Mikro-Seitenwangenkonstruktion, die ihm zusätzliche Stabilität verschaffen soll. Damit er auch im schwierigen und engen Gelände noch drehfreudig ist, hat er zudem noch einen Rocker am Tip und am Tail.

Tester und Material


Da Skitests immer subjektiv sind, erst einmal einige Angaben zum Tester. Ich bin 178 cm groß und bringe etwa 70 Kilogramm auf die Waage. Als Bindung war eine Dynafit Radical FT montiert. Zusätzlich kommen noch zwischen fünf und zehn Kilogramm Ausrüstung im Rucksack hinzu. Normalerweise bin ich mit schwerem Freeride-Setup unterwegs. Aktuell einem Völkl One, 186 cm lang und einer Marker Duke-Bindung. Ich würde mich eher als gemütlichen Fahrer bezeichnen. Dennoch lege ich auch mit schwerem Setup mehr als 1000 Höhenmeter zurück.

Praxistest in Norwegen
Ich konnte den “Denali” an rund 15 Tagen bei fast allen Bedingungen testen. Trotz meiner anfänglichen Bedenken hat er sich sowohl bei Powder, als auch bei übelstem Bruchharsch gut geschlagen. Mit seinen 99 mm unter der Bindung und der breiten Schaufel schwimmt er verhältnismäßig gut auf und lässt sich so im Powder gut steuern. Durch den Tip- und Tail-Rocker ist der Ski sehr drehfreudig und lässt sich sehr spielerisch fahren.

Vor allem in Norwegen, wo die Bedingungen letzte Saison nicht besonders gut waren und wir mit viel Bruchharsch überrascht wurden, konnte der Ski überzeugen. Trotz der Leichtbauweise zeigte er sich bei harten Bedingungen relativ stabil, gerade im Vergleich zu anderen Leichtbau-Modellen. Auch der gute Kantengriff ist für die Breite und Leichtigkeit zu erwähnen, vermutlich macht sich hier die Konstruktion mit den Mikro-Seitenwangen bezahlt. Bei hohen Geschwindigkeiten flattert der Ski dann allerdings doch etwas.

Trotz der guten Abfahrtsperformance liegt die große Stärke des Denali im Aufstieg. Nicht nur das der sehr leichte Ski im Aufstieg natürlich die Kräfte schont, auch das Auf- und Abfellen mit dem Speedskin-Denali-Fell ist fast ein Genuss und geht wirklich zügig von der Hand. Da das Fell durch das passende Spannsystem bis zur Skispitze fest anliegt, dringt auch kein Schnee zwischen Fell und Ski.

Oft stellt sich bei besonders leichtem Material natürlich auch die Frage nach der Haltbarkeit. Hierzu kann nach 15 Freeride-Tagen natürlich keine endgültige Aussage getroffen werden, bisher hält der Ski allerdings ebensogut wie jedes andere Modell.

Fazit

Der Denali ist ein Ski, der besonders für lange Touren und Expeditionen mit anspruchsvollen Abfahrten konzipiert ist. Trotz seiner Leichtbauweise schlägt er sich bei der Abfahrt in allen Schneearten gut. Der Ski ist optimal für diejenigen, die bei der Abfahrt Spaß haben und dennoch auch lange Aufstiege mit Leichtigkeit absolvieren wollen. 

 


Vor- und Nachteile

+ Extrem leicht
+ Felleinhängung an der Spitze
+ Gute Aufstiegseigenschaften
+ Großer Einsatzbereich
 
- Unruhig bei hohen Geschwindigkeiten
- Sidecut gewöhnungsbedürftig
- Hoher Preis

Details

Abmessungen:
(168 cm) 130 - 97 - 115  
(176 cm) 131 - 98 - 116
(184 cm) 132 - 99 - 117
(193 cm) 133 - 100 - 118
Gewicht pro Paar :
(168 cm) 1,190g
(176 cm) 1,290g
(184 cm) 1,390g
(193 cm) 1,490g