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Materialtest | Arc'teryx Khamski 38

Puristischer und leichter Skitourenrucksack

14.02.2014

Der Khamski 38 ist ein Skitourenrucksack für jede Art von Tagestouren, der dank seinem Volumen von 38 Litern aber auch genügend Platz für wirklich ausgedehnte Unternehmungen oder auch leichtes Übernachtungsgepäck bietet.

Zum Rucksack

Der Arc'teryx Khamski 38 macht auf Anhieb einen durchdachten und robusten Eindruck, was zusammen mit dem geringen Gewicht einen tollen Rucksack verspricht. Zunächst aber ein paar Worte zu den Eigenschaften des Rucksacks.

Beim Khamski 38 handelt es sich um einen Skirucksack in der typischen „Guide-Größe", das heißt mit etwa 30 Litern Fassungsvermögen, das aber auf etwa 40 Liter erweiterbar ist. Gleichzeitig lässt sich der Rucksack dank Kompressionsriemen auch mit wenig Inhalt gut verwenden – sogar das Deckelfach lässt sich abnehmen wenn es nicht benötigt wird. Dabei fällt der Rucksack recht schlank aus und sitzt sehr nahe am Rücken. Beides sind wichtige Eigenschaften, um das Gewicht so zu verteilen, dass es möglichst wenig beim Skifahren stört. Neben dem großen Hauptfach, praktischerweise auch über einen Seitenreißverschluss zugänglich, verfügt der Khamski 38 über ein Extrafach für die Lawinenausrüstung, zwei Fächer in der Deckeltasche, ein kleines Innenfach. Letzteres befindet sich sinnvollerweise direkt neben dem Seitenreißverschluss. Außerdem gibt es noch ein kleines verstecktes Fach unten innen im Rucksack.
An der Ober- und Vorderseite besteht der Rucksack aus dem besonders robusten und wasserdichten AC² Material, überhaupt ist der Rucksack aufwändig und hochwertig verarbeitet. Natürlich verfügt er über alle Merkmale die man bei dieser Rucksackkategorie erwartet: also seitliche und diagonale Skihalterung, Halterungen für zwei Eisgeräte, Hüft- und Brustgurt, eine Seilhalterung unter dem Deckelfach sowie ein solides Tragesystem mit Metallstreben.

Trotz der kompletten Ausstattung bleibt der Rucksack sehr zweckmäßig, ja fast minimalistisch. Arc'teryx hat auf unnötigen Schnickschnack verzichtet und zudem darauf geachtet, Gewicht zu sparen, was hervorragend gelungen ist.

Den Khamski 38 gibt es in drei Größen: short, regular und tall. Ich bin 183 cm groß und verwende regular, wobei die optimale Größe natürlich von der individuellen Anatomie abhängt.

Testbericht

Der gute Eindruck bestätigt sich im Dauertest. Die Aufteilung und Größe der Fächer ist sinnvoll und wirklich praktisch (einzig den Sinn des unten im Hauptfach liegenden Innenfaches suche ich noch), vor allem der Seitenreißverschluss ist sinnvoll gelöst und ermöglicht schnellen Zugriff auch auf Dinge, die sich ganz unten im Rucksack befinden – ohne das der komplette Inhalt ausgepackt werden muss. Ein Lob gibt es für das Fach für Lawinenausrüstung, welches im Gegensatz zu vielen anderen Rucksäcken groß genug ausgeführt ist um auch einen langen Schaufelstiel mit D-Griff und ein großes Erste-Hilfe-Paket aufzunehmen. Zusätzlich zur Notfallausrüstung passen z. B. auch noch Felle hinein. Auch das Deckelfach hat genau die richtige Größe, es stört nicht wenn es fast leer ist, kann aber doch mit allem Kleinkram vollgestopft werden, ohne überzulaufen.

Im täglichen Gebrauch ist vor allem bemerkenswert, welch großen Volumenbereich der Rucksack abdeckt. Im Gegensatz zu vielen Rucksäcken ähnlicher Größe ist er selbst für minimales Tagesgepäck (Lawinenausrüstung, Essen, Trinken und Kleinteile) geeignet, da er gut komprimiert werden kann. Durch die Möglichkeit das Deckelfach abzunehmen, lassen sich Volumen und Gewicht auch noch weiter reduzieren.Gleichzeitig kann der Rucksack auch gut mit kompletter Skihochtourenausrüstung oder gar Gepäck für eine Mehrtagestour mit Hüttenübernachtung verwendet werden. Auch komplett vollgepackt trägt sich der Khamski 38 noch recht gut, wobei ich den Hüftgurt für richtig schwere Lasten etwas unterdimensioniert finde. Um das Gewicht gut auf die Hüften übertragen zu können, muss ich den Hüftgurt so eng einstellen, das er aufgrund der geringen Polsterung doch recht stark reibt, vor allem wenn ich lediglich Skiunterwäsche trage und kein zusätzliches Fleece. Das wird auf Dauer unangenehm, weswegen ich den Hüftgurt lockern und doch wieder viel Gewicht mit den Schultern tragen muss. Für normales Gewicht, wie man es auch bei längeren Skihochtouren mitführt (also Skitouren- plus Gletscherausrüstung) ist der Rucksack hingegen problemlos geeignet, auffällig ist auch hier, dass man auch bei komplett vollgestopftem Rucksack gut an alles rankommt, ohne den gesamten Rucksack leeren zu müssen.

Trotz dem eher minimalistischen Design des Rucksacks verfügt er über zahlreiche Möglichkeiten, um alle benötigten Dinge wie Eisgeräte, Ski oder Seil an dafür vorgesehen, sinnvollen Halterungen sicher außen zu befestigen. Lediglich eine spezielle Halterung für den Helm gibt es nicht. Gut gefällt mir die Halterung für Eisgeräte, da sie es (mit etwas Übung) ermöglicht die Geräte blind abzunehmen ohne dabei den Rucksack abzusetzen.

Auch beim Abfahren mit Ski punktet der Rucksack: Durch den schmalen Schnitt und den engen Sitz am Körper stört er so wenig als nur möglich, das ist den Entwicklern von Arc'teryx wirklich gut gelungen! Ich hatte jedenfalls noch keinen Rucksack dieser Größe, der so wenig beim Abfahren gestört hat. Aufgrund des schmalen Schnitts des Rucksacks bringt es besonders viel, vor allem bei viel Gepäck, den Rucksack gut zu packen und schwere Dinge möglichst weit unten zu platzieren.

Fazit

Ein wirklich guter Rucksack für Tagestouren aller Art. Man kann alles mitnehmen und so verstauen bzw. befestigen, dass man schnell darauf zugreifen kann. Vollwertiges, aber minimalistisches Tragesystem, das vor allem bei der Abfahrt seine Stärke zeigt. Zudem ist der Rucksack leicht und robust. Der einzige richtige Wermutstropfen ist der meiner Meinung nach der etwas zu minimalistische Hüftgurt.

 

Vor- & Nachteile

+ Perfekte Größe für Tagestouren aller Art, egal ob mit wenig oder mit sehr viel Ausrüstung
+ Sehr gut komprimierbar
+ Robust
+ Gute Aufteilung der Fächer und Taschen
+ Schneller Zugriff durch Seitenreißverschluss möglich
+ Leicht
+ Rucksack sitzt sehr eng und stabil am Rücken
- Hüftgurt bei schwer gepacktem Rucksack etwas unterdimensioniert
- Schnallen an Deckelfach, Brustgurt, Ski- und Seilhalterung sehr klein (mit Handschuhen schwer zu bedienen und nicht allzu stabil)
- teuer
- Skihalterung nicht verstärkt

Details

- UVP € 230.-
- Besonders robuste Konstruktion
- Vollständig getapte Nähte für absolute Wasserdichtigkeit
- Biegesteifes, vorgeformtes Rückenpaneel für strukturellen Halt und hohen Tragekomfort
- Känguru-Tasche, Tasche im Hauptfach, innen liegende Sicherheitstasche mit Schlüsselanhänger und verdeckte Tasche im Rucksackboden
- Zwei Transportschlaufen/Tragegriffe erleichtern das Nachziehen und das Lösen an einem Fixpunkt
- Verstellbarer Brustgurt
- Gepolsterte, konturierte Schultergurte
- Arc'teryx C²-Tragesystem (Verbundaufbau)
- Laminierter Hüftgurt
- Herausnehmbare Aluminiumstreben
- Erweiterbarer Bereich mit Kordelzug für zusätzliche Kapazität
- Große Weblaschen für schnellen und einfachen Zugriff auch mit Handschuhen
- Mit zwei Schnallen zu verschließendes Toplader-Deckelfach
- Seitlicher Zugriff auf das Hauptfach auch unterwegs
- Reißverschluss-Schiebergriffe mit Kordel
- Durchgehender Seitenreißverschluss
- Abtrennbares, erweiterbares Deckelfach enthält ein Fach mit Reißverschluss
- Schlüsselanhänger im Deckelfach
- Vier Kompressionsriemen – zwei auf jeder Seite
- Zwei P'ax-Befestigungen für Eisgeräte: ermöglichen einhändigen Zugriff
- Möglichkeit zur seitlichen oder diagonalen Befestigung von Skiern/Splitboards
- Den Khamski gibt es auch in einer etwas größeren Version (Khamski 48)

Zur Website des Herstellers mit weiteren Informationen