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Langzeittest | Mammut Broad Peak II Daunenjacke

Kuschelige Wärme jederzeit zum Mitnehmen

29.01.2013

Leichte, kompakt verstaubare Daunenjacken sind kuschliges Wärmewunder. Die Mammut Broad Peak II ist so eine und überzeugt im Test

Leichte, kompakt verstaubare Daunenjacken sind kuschliges Wärmewunder. Die Mammut Broad Peak II ist so eine und überzeugt im Test

Kleine, leichte, kompakt verstaubare Daunenjacken sind ein wahrer Luxus, den man, einmal erlebt, nicht mehr missen möchte. Meist in einer der Jackentaschen komplett verstaubar und durch das geringe Gewicht wirklich kein Klotz am Bein, sind diese kleinen Isolationswunder praktische Begleiter bei allen Aktivitäten am Berg und nicht zuletzt eine nützliche Ressource in Notsituationen. Daher verwundert es kaum, dass dieser Jackentyp boomt und nahezu jeder namhafte Hersteller etwas in der Richtung im Programm hat. Die Mammut Broad Peak II kann dabei in unserem Dauertest überzeugen.

Ratz-fatz ist die Jacke aus dem Rucksack gezaubert und kuschelig-wohlig-warm hocke ich mich zu den anderen zur Gipfelrast. Das abschätzige Lächeln über meinen Materialfetisch weicht schnell neidischen Blicken und zum Schluss würde jeder gerne mit mir tauschen. Zu zufrieden sitze ich in entspannter Position, während die Anderen die Kapuzen trimmen und die Arme um den Körper schlingen.

Dass dieser Kuschelluxus mit nur ~370 Gramm und dem Packmass einer gut sortierten Pfeifentasche dabei problemlos in jedem Tourengepäck Platz findet, überzeugt schlussendlich alle, und der einhellige Tenor lautet: „Sowas könnt' ich auch gebrauchen".

Die Jacke im Detail und in der Praxis

Dass die Mammut Broad Peak II so durch Gewicht, Packmass und Wärmegefühl überzeugt, liegt natürlich zuallererst an feinster 90/10 Daune mit 750 cuin Fillpower, aber auch an gutem, körpernahem Schnitt, elastischen, aber weichen Bündchen an Ärmeln und einstellbarem Bauchbund, die die Wärme drin halten, sowie einer gelungenen Steppung, die dafür sorgt, dass die Daune gut verteilt bleibt, ohne spürbare Kältebrücken aufkommen zu lassen. Der Kragen umschliesst dabei den Hals hoch genug und liegt gut an, ohne einzuengen.

Die Jacke schliesst sich mittels 2-Wege Frontreißverschluss, wobei ich die Öffnungsmöglichkeit von unten nie gebraucht habe. Höchstens der Kragen steht mal auf. Weiterhin vervollständigen zwei seitliche Taschen und eine Brusttasche die schlichte Funktionalität der Jacke. Dass die seitlichen Taschen dabei nicht verschließbar sind, stört weder beim Handling – denn in solch einer Jacke wird man kaum etwas permanent verstauen – noch interessanterweise bei der Wärmeleistung. Die geräumige Brusttasche ist mit einem beidseitig bedienbaren Reißverschluss ausgestattet, denn in ihr lässt sich umgestülpt die gesamte Jacke verstauen und ist so komprimiert ungefähr so groß wie ein herkömmliches Erste-Hilfe-Pack. Das Schließen des Reißverschlusses ist dabei allerdings etwas fummelig.

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Gemütliche Gipfelrast geht immer, wenn die Kleidung stimmt add_circle
Knut Pohl
Dominik Mayer, Knut Pohl
Gemütliche Gipfelrast geht immer, wenn die Kleidung stimmt

Zusätzlich ist der dünne und leichte Stoff aus Pertex Quantum mit einer wasserabweisenden DWR versehen, die leichten Regen aushält, so dass ein Grundschutz vor den Elementen vorhanden ist. Weiterhin habe ich die Jacke aus mir nicht mehr bekannten Gründen in schwarz gewählt, doch diese Farbwahl hatte einen positiven Effekt, den ich so nicht bedacht hatte: Die Jacke „frisst" nahezu jeden Sonnenstrahl und wärmt sich so an kalten, klaren Tagen nochmals extra auf. Sehr kuschelig-wohlig!

Natürlich gibt es die Jacke auch als Variante mit Kapuze, ich persönlich reguliere aber gerne meine Körpertemperatur über den Kopf und finde dazu Mützen komfortabler. Erstens sind sie leichter auf- und abzunehmen und zweitens ist eine nicht vorhandene Kapuze beim Tragen unter Wetterschutzjacken angenehmer in Handling und Passform. Nichts finde ich schlimmer, als eine dicke Wulst im Nacken herum zu tragen oder eine im Wind flatternde Kapuze. Gerade bei Wetterschutzjacken mit hohem Kragen und aussen angesetzter Kapuze ein echter Vorteil.

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Und eine solche braucht es häufig. Denn so nützlich eine kompakt verstaubare Isolationsjacke sein kann, so limitiert ist naturgemäß ihre Allround-Eignung. Trotz Imprägnierung hält die Jacke natürlich keinem Dauerregen stand und auch wenn der leichte, dünne Oberstoff erstaunlich winddicht ist, erhöht eine gescheite Hardshell-Jacke darüber die Wetterresistenz enorm und verbessert die Isolation noch einmal gehörig. Mehr von einer solchen Daunenjacke zu erwarten, wäre aber auch völlig überzogen und ungerechtfertigt. Man sollte sich nur dieser Limits im Einsatzspektrum bewusst sein.

Ein weiteres Limit stellt die bedingte Tauglichkeit bei hoher Aktivität dar. Schwitzt man stark, wird die Daune feucht und verklebt und kann dann ihre Isolationsleistung nicht mehr erbringen. In solchen Situationen ist es aber eh ratsam, sich seiner warmen Kleider zu entledigen. Aufpassen muss man auch, wenn man sich z.B. nach dem schweisstreibenden Aufstieg warm einpacken will. Sind Kleider oder Rücken darunter noch feucht, wenn man die Jacke anlegt, und lehnt man sich dann wohlmöglich noch gemütlich mit dem Rücken irgendwo gegen, wird die Daune zusammenkleben und der Rücken kalt bleiben. Es lohnt sich also, sich zuerst auszuschwitzen und dann aufzuwärmen.

Auch komprimiert, z.B. unter Schultergurten und Rücken beim Tragen eines schweren Rucksacks wärmt die Jacke natürlich schlechter. Da aber in der Regel der Rucksack selbst das kompensiert, hat mich das nie gestört. Dieser Einschränkungen von Daune muss man sich bewusst sein und wer eine warme Jacke für den aktiveren Einsatz sucht, greift besser zu Kunstfaserfüllungen à la Primaloft oder ähnlichem. Doch im Verhältnis von Gewicht und Packmass gegenüber der Wärmeleistung hat gute Daune schlicht die Nase vorn.

Was man der Mammut Broad Peak II jedoch ankreiden kann, ist dass der Oberstoff verhältnismässig viele Federn durch lässt. Man sieht immer etwas aus, wie ein gerupftes Huhn. In Gewicht, Volumen oder Wärmeleistung der Jacke hat sich das aber während eineinhalb Jahren Einsatz der Jacke nie bemerkbar gemacht und ist somit rein kosmetischer Natur. Auch sonst zeigt die Jacke trotz der dünnen Materialien und wirklich häufigem Einsatz (sie ist inzwischen fast immer mit dabei) wenig Abnutzung, was natürlich auch zum Teil an der Nutzung in meist passiven Situationen liegt. Trotzdem bin ich positiv überrascht von ihrer Haltbarkeit.

Fazit

Wer eine Jacke sucht, die ihn vor allem in den Ruhephasen am Berg warm halten soll und sonst im Rucksack verschwindet, der findet in der Mammut Broad Peak II einen treu wärmenden Begleiter, der dank kleinem Packmass und Gewicht wirklich überall mit hinkommen kann.

Vorteile:
+ klein verstaubar
+ sehr leicht
+ sehr warm
+ einfach, aber gut durchdacht
+ molliger, gut wärmender Kragen und kuschelige Taschen für die Hände

Nachteile:
- nur eingeschränkt wetterfest
- nur bedingt für Aktivitäten geeignet
- wenig robust

Technische Daten

Stoff: Pertex Quantum (wasserabweisend)
Füllung: 110g 90/10 Gänsedaune 750 cuin
Gewicht: 370 Gramm (gewogen)
Packmass: ca. 24 x 15 x 8 cm
Ausstattung: 2-Wege Frontreissverschluss mit Windleiste; 1 Brusttasche mit Reissverschluss (Jacke in Fronttasche verstaubar); 2 seitliche Eingrifftaschen; verstellbarer Saumzug
UVP: 250,- € / 330,- SFr

Zu den Produktinformationen des Herstellers

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