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Kurztest und Vorstellung | Black Diamond Freeride Skis 2014

Kleinerer Quiver, aber eigentlich alles dabei

25.03.2013

PowderGuide hatte als langjähriger Partner von Black Diamond die Möglichkeit einige der nächstjährigen Skimodelle bei verschiedenen Gelegenheiten zu testen.

Benjamin unterwegs mit seinen neuen BD Latten. add_circle
Totti Lingott
Benjamin Gerard Grosso
terrainChamonix, Petite Aiguille Verte
Benjamin unterwegs mit seinen neuen BD Latten.

PowderGuide hatte als langjähriger Partner von Black Diamond die Möglichkeit einige der nächstjährigen Skimodelle bei verschiedenen Gelegenheiten zu testen.

Das nordamerikanische Unternehmen Black Diamond wurde vor allem durch seine breite Produktpalette an Kletteruntensilien bekannt, aber schon seit etlichen Jahren fabrizieren sie auch immer mehr Wintersportausrüstungen. Die Rucksäcke – vor allem diejenigen mit integriertem Avalung-System – und Steigfelle sind nur zwei der vielen Ausrüstungsgegenstände, die sich längst durch Qualität auf dem Markt durchgesetzt haben.

Etwas weniger prominent ist in Europa weiterhin die Skilinie, obwohl sie seit Jahren kontinuierlich verbessert wurde und einige Freeride-Profis wie z.B. Samuel Anthamatten aus Zermatt, auf die Ski mit den schwarzen Diamanten vertrauen. PowderGuide hatte als langjähriger Partner die Möglichkeiten einige der nächstjährigen Modelle bei verschiedenen Gelegenheiten zu testen.

Eigene Skifabrik in China

Black Diamond geht im Gegensatz zu anderen Skiherstellern im Moment einen azyklischen Weg. Obwohl viele Firmen mittlerweile aus Kostengründen auf eine eigene Produktion verzichten, hat sich Black Diamond im Jahr 2011 dafür entschieden eine Skifabrik in China aufzubauen. Seit 2012 werden die Black Diamond Ski nun in dieser Fabrik hergestellt. Größter Vorteil ist die bessere Kontrolle aller Produktionsschritte und ein einfacheres Umsetzen neuer Herstellungsmethoden.

Die ersten Ski aus dieser Fabrik werden im nächsten Herbst (Winter 2013/2014) auf dem Markt kommen. In der Fabrik werden hauptsächlich eigens ausgebildete Ingenieure arbeiten und Black Diamond versucht durch nachhaltiges Wirtschaften den modernen Ansprüchen von Nachhaltigkeit gerecht zu werden. So wird ein Großteil des verbrauchten Stroms durch Solar hergestellt und alle produzierten Ski werden per Schiff bis in das Europäische Lager in Basel am Rhein verfrachtet. Aus qualitativen Gründen werden allerdings nur Materialien aus Deutschland für den Skibau verwendet (bis auf das Holz).

Eine große Veränderung bei der Herstellung, die klar in die Richtung zu mehr Qualität und Langlebigkeit weist: Alle Ski werden nun als Sandwich-Konstruktion und damit ausnahmslos mit ABS-Seitenwangen gebaut (bisher nur bei den Modellen Zealot und Verdict). Die verschiedenen Layer werden mit der so genannten Prepreg-Technik miteinander verklebt. Hierbei ist kein Verteilen von flüssigem Epoxid-Kleber mehr notwendig, sondern dieser ist schon in den jeweiligen Schichten (in trockener From) vorhanden und wird durch den Druck aktiviert. Eine Technik, die für den Flugzeugbau entwickelt wurde und heute in vielen industriellen Herstellungsprozessen angewandt wird. Dadurch wird eine perfekte Verteilung und Nutzung des Klebers gewährleistet. Dies resultiert in einem homogeneren Flex (gleichmäßige Verteilung) und weniger Gewicht (überflüssiger – im doppelten Sinne – Kleber wird vermieden). Resultat ist, dass alle Skimodelle im nächsten Jahr leichter werden. Die schon seit ein paar Jahren angewandte dreidimensionale Oberflächenstruktur wird aufgrund der erhöhten Torsionsstabilität bei allen Skimodellen beibehalten.

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Der (fast) vollständige Quiver der neuen BD Skis. add_circle
Totti Lingott
BD Skis 2014
Der (fast) vollständige Quiver der neuen BD Skis.

Verfügbare Modelle und Veränderungen zu den diesjährigen Modellen im Überblick

Die Skilinie von Black Diamond wird ab nächster Saison zur Übersichtlichkeit in vier Kategorien gegliedert: Big Mountain (AMPerage, Element und Megawatt), All Mountain (Verdict, Zealot), Freetour (Revert, Convert, Carbon Megawatt) und Tour (Stigma, Current, Aspect). Insidern wird auffallen, dass die Skilinie von Black Diamond damit verkleinert worden ist. Die Idee dahinter: Es soll mehr Übersichtlichkeit für den Käufer geschaffen und eher an den Feinheiten bzw. Eigenschaften der Ski gearbeitet werden, damit für jeden Skifahrer der perfekte Ski dabei ist. Wir konzentrieren uns bei der Vorstellung (und dem Test) auf die Big- und All Mountain Linie und stellen zusätzlich zwei Exemplare aus dem Freetour-Sektor vor.

Megawatt
188 cm (151-125-131), 4.8 kg
178 cm (150-125-131), 4.1 kg
Hauptsächliche Anpassung erfährt die Nose (Tip). Shape und Flex wurden so verändert, dass der neue Megawatt wesentlich flexibler und wendiger wird, aber immer noch Stabilität bei großen Turns gibt. Wohingegen die alte Version hauptsächlich für Letzteres in offenem Gelände gemacht war, ist der Neue nun auch sehr brauchbar in engerem Gelände wie z.B. für’s Treeskiing. Leichter als das Vorgängermodell.

AMPerage
195 cm (143-115-125), 4.5 kg
185 cm (142-115-124), 4.3 kg
175 cm (141-115-123), 4.1 kg
165 cm (139-115-123), 3.9 kg
Durch die neue Konstruktion wird auch der AMP leichter. Wer den alten AMP mal gefahren ist, weiß warum der Flex des neuen nun deutlich steifer ist. Gerade im hinteren Teil soll sich das positiv auf Backseat-Landungen (mehr Stabilität) und für den Absprung (mehr Rebound) auswirken. Aufgrund des langen Tip-and-tail-Rocker wird es den Ski nun endlich auch in 195 cm geben. Durch die neuen ABS-Seitenwangen fährt sich der AMPerage jetzt mit mehr Präzision auch auf hartem Schnee.

Element
175 cm (141-115-123), 4.0 kg
165 cm (139-115-123), 3.8 kg
Die zweite Generation des breiten Frauenskis von Black Diamond. Das auf weibliche Gewichts- und Fahrverhältnisse angepasste Pendant zum AMPerage. Hat auch einen härteren Flex im Tail bekommen und wie alle Modelle die neuen Seitewangen.

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Black Diamond Equipment
Verdict

Zealot
192 cm (136-110-125), 4.9 kg
182 cm (135-110-123), 4.6 kg
Der Zealot ist der Ski, an dem am wenigsten geändert wurde. Vor allem auch wegen dem Feedback („Bitte nichts an dem Ski ändern!“) von den beiden BD-Fahrern in der FWT Sam Anthamatten und Jonny Collinson. Weiterhin mit Titanalplatte ausgestattet und unwesentlich leichter als das Vorgängermodell.

Verdict
188 cm (133-100-119), 4.5 kg
180 cm (132-100-119), 4.3 kg
172 cm (131-100-118), 4.1 kg
164 cm (130-100-118), 3.9 kg
Der Verdict bleibt nicht mehr nur das schmalere Pendant zum Zealot. Der Ski wurde komplett neu konstruiert und ist zu einem wahren Spaßgerät geworden – wer den alten kennt, weiß, dass es sich dabei um eine (fast) 180° Wendung handelt. Wie der Zealot hat er aber weiterhin die Metalleinlage wodurch eine extrem gute Dämpfung gewährleistet ist. Der Allround-Ski schlechthin.

Carbon Megawatt
188 cm (147-120-127), 3.6 kg
178 cm (145-120-127), 3.2 kg
Der Carbon Megawatt wurde ebenfalls bei Shape und Flex komplett überarbeit. Er ist nicht mehr ganz so breit wie das Vorgängermodell (125 unter der Bindung) der neue Hybrid Freeride Shape soll dafür sorgen, dass ein sportlicheres (aggressiveres) Fahren in ruppigen Verhältnissen möglich ist, wodurch der Ski für variablere Bedingungen verwendbar werden soll.

Convert
188 cm (134-105-117), 3.5 kg
180 cm (133-105-117), 3.3 kg
172 cm (132-105-116), 3.1 kg
164 cm (131-105-116), 2.9 kg
Das Pendant zum AMPerage: Verspielt, leicht zu fahren und vergebend, aber deutlich leichter. Gleicher Shape wie der AMP, aber schmaler. Kann in allen Bedingungen und für alle Wünsche verwendet werden – ein klassischer All-day-Ski.

Und jetzt schon wieder auf dem neuen Megawatt im Tiefschnee von Brevent unterwegs. add_circle
Totti Lingott
Thomas Gaisbacher
terrainChamonix, Brevent
Und jetzt schon wieder auf dem neuen Megawatt im Tiefschnee von Brevent unterwegs.

Kurztest von Megawatt, AMPerage, Carbon Megawatt und Convert

Die beiden All Mountain Modelle Zealot und Verdict wurden (noch) nicht getestet, haben allerdings auch die wenigsten Veränderungen zu den Vorgängermodellen durchgemacht. Die anderen Modelle wurden zumeist für ein paar Abfahrten getestet; deswegen ist der Test als Kurztest überschrieben.

Megawatt 188 cm – Surfboard und Charger für tiefen Schnee

Der neue Megawatt besticht vor allem durch viel Wendigkeit. Ich bin mit ihm nur eine Abfahrt gefahren und extra in eine steile Rinne abgebogen, um ihn in Gelände zu testen, für das er eigentlich gar nicht gemacht ist. Und der Megawatt hat mich nicht enttäuscht. Der neue Shape und Flex machen ihn wirklich agil. Vor allem wenn man bedenkt, dass man einen 125 cm breiten Ski unter der Sohle hat, der nicht voll gerockert ist, sondern unter der Bindung eine normale Vorspannung hat, fallen einem die Schwünge überraschend leicht. Sobald es im steilen eisig wird kommt er aufgrund seiner Breite natürlich an seine Grenzen, aber mit ein wenig weicher Schneeauflage fühlt man sich absolut sicher.

Der Flex ist insgesamt sehr gut auf den Ski verteilt und die Nose scheint nicht zum Unterschneiden zu tendieren (wie älteren Generationen des Megawatts). Wenn man dem Ski den jeweiligen Radius gibt, kann man auch auf härterer Unterlage (oder der Piste) sehr gut einen gecarvten Schwung durchführen. Dieser lässt sich aber auch durch ein bisschen Gewichtsverlagerung leicht in einen gedrifteten Schwung umwandeln. Trotz des Sidecuts und der Vorspannung ließ er sich bei ausreichend Geschwindigkeit und Platz recht einfach in Surfturns bringen.

Definitiv ein Ski für die tiefen Powdertage. Dann lässt sich fast alles damit anstellen. Egal ob Chargen und Powdersurfen. Durch den neuen Sidecut nun wesentlich wendiger und auch mal in engeren Passagen brauchbar, aber die Ausrichtung liegt auf jeden Fall noch auf dem offenen Gelände. Da verleiht er aber in jeglichen Schneebedingungen und bei jeglichem Grad an Zerfahrenheit sehr viel Stabilität.

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Thomas Gaisbacher in einer Variante des berühmten Cosmique Couloirs - auf den neuen Carbon Megawatts. add_circle
Totti Lingott
Thomas Gaisbacher
terrainChamonix, Cosmique Couloir
Thomas Gaisbacher in einer Variante des berühmten Cosmique Couloirs - auf den neuen Carbon Megawatts.

AMPerage 185 cm – Der One-Quiver-Ski

Der AMP hat sofort überrascht und überzeugt. Ein deutlich besser abgestimmter Flex macht den Ski nun zu dem, was er in den letzten beiden Jahren schon sein sollte: Der One-Quiver-Ski. Sehr variabel einsetzbar. Vor allem im zerfahrenen und steileren Gelände hat er durch sehr viel Stabilität überzeugt. Durch den Tip-and-Tail-Rocker ist er unglaublich wendig – die beiden BD Athleten Thomas Gaisbacher und Sam Anthamatten schwören sogar auf die längere Version (195 cm), da diese bei langen, schnellen Turns im offenen Gelände noch mehr Stabilität gibt und trotzdem noch sehr wendig bleibt.

Gerade im engen Wald oder steilen, engen Couloirs spielt der AMP seine Fähigkeiten aus. Er verzeiht (die meisten) Fahrfehler und animiert zu verspieltem Fahren – jeder Hügel und Buckel wird zum Abspringen genutzt. Man scheint leichter an Höhe zu gewinnen und sanfter zu Landen als mit dem Vorgängermodell. Die Breite verleiht genug Auftrieb abseits der Piste und auch auf der Piste macht der Ski unglaublich viel Spaß. Er gibt genug Stabilität in den Turns (egal ob kurz oder lang gezogen bzw. langsam oder schnell) und tendiert nicht zum Unterschneiden.

Alle Bedingungen – von feinstem, unberührtem Powder bis zur Buckelpiste – machen mit dem neuen AMPerage Spaß. Es scheint als ob Skifahren auf einmal viel einfacher geworden ist. Um ihn als DEN One-Quiver-Ski zu empfehlen, muss ich ihn noch länger getestet haben, aber es ist definitiv (für meine Fahrweise und dem was ich mir von einem Ski erwarte) einer der spaßigsten Ski, den ich in den letzten Jahren gefahren bin. Sehr guten Gewissens würde ich ihn als Offpiste-Allround-Ski empfehlen. Ich würde sogar das Gewicht in Kauf nehmen und ihn zum Touren verwenden.

Nach eigener Aussage vielleicht einen Tick zu breit für das Chevalier - die neuen Carbon Megawatts. Das schlimmste war da aber schon überstanden. add_circle
Totti Lingott
Thomas Gaisbacher
terrainChamonix, Chevalier Couloir
Nach eigener Aussage vielleicht einen Tick zu breit für das Chevalier - die neuen Carbon Megawatts. Das schlimmste war da aber schon überstanden.

Carbon Megawatt 188 cm – leichtes Touren mit breiten Latten

Für seine Breite natürlich ein extrem leichter Ski (hat im Vergleich zum Vorgänger ja noch etwas in Breite und Gewicht abgespeckt). Allerdings war auf dem Testski die recht schwere Guardian 16 von Salomon montiert, wodurch der Effekt des Gewichts m. E. wieder etwas zunichte gemacht wird. Ich war jedoch auch nicht touren mit dem Ski, aber schon der Vorgänger hat mich dabei sehr überzeugt.

Der neuen Carbon Megawatt fährt sich im frischen Powder wie der richtige Megawatt. Das ist erstaunlich (und erfreulich) bei dem Gewicht. Genau wie der große Bruder lässt er sich auch leicht in einen Surfturn bringen – ebenso leicht auch wieder auf die richtungweisende Kante. Werden die Verhältnisse etwas ruppiger, merkt man schnell sein (fehlendes) Gewicht, aber auch hier muss ich betonen, dass ich lieber einen schwereren Ski fahre als einen zu leichten. Der Carbon Megawatt ist auch definitiv (noch) nicht dafür gemacht, um im zerfahrenen Gelände eines Ski Resorts zu Chargen, aber für seine Verhältnisse arbeitet er hier erstaunlich gut. Er verleiht wesentlich mehr Sicherheit bei härteren Bedingungen als der Vorgänger. Auf jeden Fall tragen die Anpasssungen bei Sidecut und Flex dazu bei, dass die Allroundfähigkeit nochmals vernessert wurde.

Convert 180 cm – macht aus einen mittelmäßigen Skifahrer einem guten

Den Convert bin ich nur ganz kurz gefahren und der erste Eindruck bestätigt die ausgerufene These, dass man mit diesem Ski (fast) nichts falsch machen kann. Ich bin selten einen Ski gefahren, der mehr verzeiht als der Convert. Durch den Sidecut und Flex noch agiler als der AMPerage. Ich wäre gern die längere Version gefahren, um den Effekt der Länge beurteilen zu können. Vom Flex her ist er mir persönlich einen Tick zu weich – definitiv weicher als der AMPerage und deshalb auch in härteren Bedingungen nicht ganz so stabil. Auch in steileren Couloirs hat er nicht so viel Sicherheit verliehen wie der AMPerage, obwohl er schmaler ist.

Sein Gewicht spricht natürlich für sich und damit kann man schnell auch mal eine längere Strecke zurücklegen, um unberührten Schnee zu finden. Dafür scheint er auch wie gemacht zu sein. Im unberührten Schnee zieht er seine Bahn so lange es nicht ruppig und zu schnell wird. Ich persönlich bevorzuge einen etwas härtere Flex (auch wegen des Rebounds) und mehr Breite, aber ich kann mir vorstellen, dass dieser Ski für andere zu dem All-Day-Ski wird. Zum Beispiel der Fotograf Baschi Bender war nach einem ausgiebigeren Test (ein kompletter Tag) sehr von diesem Ski überzeugt und sprach von seinem Allround-Offpiste-Ski für nächste Saison. Ich würde ihn als Allrounder mit der Tendenz für abseits der Piste bezeichnen.

Testbedingungen, -fahrer und Bindungssystem

Testbedingungen: Offenes Gelände mit leichtem und auch windgepresstem Pulverschnee, zum Teil Gletscher, steileres, unverspurtes und ausgefahrenes Gelände; Wald mit sehr leichtem ohne Windeinfluss gefallenem Schnee; schwerer, von der Sonne beeinflusster Schnee in tieferen Lagen.

Testfahrer: 180 cm und 82 kg; sportlicher Fahrer, der gern mal über die Grenzen des Skis geht, um ihn (und sich selbst) zu fordern.

Bindungssystem: Auf Megawatt, Amp waren Marker Jester Bindungen montiert; auf Carbon Megawatt die Salomon Guardian 16 und auf Convert die Dynafit Radical Bindung.

Alle Informationen sind ab Herbst auf der Homepage von Black Diamond zu finden...

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