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ISPO Report 2018 | Skitourenschuhe & -bindungen

Neuheiten für abfahrtsorientierte Skitourengeher

30.01.2018

Wie schon in den Vergangenen Jahren spielen sich viele technische Neuheiten bei den Skitourenschuhen ab. Hier kommen immer mehr Hersteller mit immer leichteren, aber trotzdem noch sehr abfahrtstauglichen Modellen auf den Markt. Eines der interessantesten neuen Modelle, der Hoji Pro Tour von Dynafit, gewann zwar einen ISPO Award, war aber mangels eines Standes von Dynafit nur eingeschränkt in der Realität zu bewundern.

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Marker Alpinist

Wie schon in den Vergangenen Jahren spielen sich viele technische Neuheiten bei den Skitourenschuhen ab. Hier kommen immer mehr Hersteller mit immer leichteren, aber trotzdem noch sehr abfahrtstauglichen Modellen auf den Markt. Eines der interessantesten neuen Modelle, der Hoji Pro Tour von Dynafit, gewann zwar einen ISPO Award, war aber mangels eines Standes von Dynafit nur eingeschränkt in der Realität zu bewundern.

Bei den Bindungen geht es dieses Jahr etwas ruhiger zu, zudem fehlte auch hier die wohl interessanteste Neuerung. Nachdem Salomon (wie auch die Konzernschwester Atomic) dieses Jahr ebenfalls nicht auf der ISPO ausstellt, war leider auch die vielversprechende neue "Shift" nur als Gewinner eines ISPO Awards vertreten.

Bindungen

Pin-Bindungen hat mittlerweile fast jeder im Angebot. Da der größte Hersteller (Dynafit) und der Hersteller mit dem neusten Schrei (Salomon) nicht auf der ISPO vertreten sind, gibt es hier aber wenig zu berichten.

Da zahlreiche Hersteller mittlerweile auf den "Grip Walk" Standard bei Schuhsohlen setzen, ziehen hier erfreulicherweise auch Bindungshersteller nach. So gibt es beispielsweise die beliebte Look Pivot 14 jetzt an Stelle von WTR- mit Grip Walk tauglichem Vorderbacken.

Wie schon angesprochen war Salomon nicht vertreten und es gab die Shift lediglich im Zuge des ISPO Awards zu sehen. Die Salomon Shift ist die erste marktreife Bindung, bei der die Pins nur im Aufstieg verwendet werden und die Schuhe bei der Abfahrt, ähnlich wie bei einer Alpinbindung, von Bindungsbacken gehalten werden.

BAM

Ein wenig enttäuscht waren wir natürlich schon, als wir am BAM Stand keine Serien-Pindungen vorfanden, aber irgendwie haben wir es schon fast vermutet. Die Jungs „seien dran“, es fehle nicht mehr viel, und wer weiß, vielleicht bekommen wir von PowderGuide sogar noch vor Ende dieser Saison eine Test-Pindung. Wir lassen es euch auf jeden Fall wissen, wenn das sympathische StartUp-Unternehmen die Serienproduktion startet und drücken bis dahin fest die Daumen.

Marker

Mit der komplett neu entwickelten Pin-Bindung „Alpinist“ geht es bei Marker einen Schritt weiter in Richtung aufstiegsorientiertem Skitouren. Als „Gegenstück“ zur Marker KingPin soll die Alpinist mit ihrem geringen Gewicht (245g ohne Stopper, 335g mit Stopper), zahlreichen Features und hoher Robustheit punkten. Für den Vorderbacken verwenden die Bayern einen hohen Anteil an langfaserigem Carbon, um eine bestmögliche Steifigkeit zu erreichen. Der drehbare Hinterbacken überzeugt durch zwei Steighilfen (5° & 9°), eine um 15mm verstellbare Längenanpassung, vertikale und horizontale Auslösemöglichkeit und der Möglichkeit im Walkmodus mit „echten“ 0° Steigung zu laufen. In langen, flachen Passagen ist das im Vergleich zu anderen Pin-Bindungen ein großer Vorteil. Das 38mm breite Bohrbild des Vorderbackens ist identisch mit dem der KingPin und ermöglicht eine gute Kraftübertragung auf den Ski.
Die Alpinist wird in zwei verschiedenen Versionen erhältlich sein: DIN 4-9 und DIN 6-12. Die (separat erhältlichen) Harscheisen sind identisch mit denen der KingPin. Als Verkaufspreis nennt Marker 300€. Mehr über die Bindung erfahrt ihr in unserer PartnerNews.

Fritschi

Die Schweizer setzten weiterhin auf ihre Freetouring Bindungen „Vipec Evo 12“ (Pin-Vorder- und Hinterbacken) und „Tecton 12“ ( Kombination aus Pin-Vorderbacken und Hinterbacken, der zwar in den Inserts greift, aber über keine wirklichen Pins verfügt). Im Vergleich zum Vorjahr gab es aber auch hier keine großen Neuerungen.

ATK

Eine komplett neue Bindung gab es dafür bei ATK zu sehen: Mit der 280g (inkl. Stopper) leichten „CREST“ bringen die Italiener eine weitere Lightweight-Pinbindung auf den Markt, welche ähnlich wie andere Modelle dieses Herstellers auf das minimalste reduziert ist und eher für Speed-Tourengeher geeignet ist. Die Skistopper werden bis zu einer Breite von 120mm angeboten und sind bereits im Lieferumfang enthalten.

 

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Fulltilt Tourenschuh Ascendant

SkitourenSchuhe

Bei den Skischuhen fanden die letzten Jahre die Innovationen zum größten Teil im Bereich der Skitourenschuhe statt, und das wird sich auch zur nächsten Saison nicht ändern. Die Hersteller bauen ihr Angebot an Tourenschuhen aus, und auch für die, normalerweise eher abfahrtsorientierte, Leserschaft von PowderGuide waren wieder einige interessante Modelle dabei.

Dalbello

Nachdem Dalbello verganene Saison eine ganze Reihe von Lupo Modellen präsentierte und diese in einem groß angelegten öffentlichen Test stark promotete, bleiben die Schuhe für 2018/19 unverändert.

Dynafit

Von Dynafit kommt zur nächsten Saison mit dem „Hoji Pro Tour“ ein interessanter Schuh. Nicht nur dass lediglich das Umlegen eines Hebels genügt um von Aufstieg auf Abfahrt umzustellen (und umgekehrt) und das Umbauen somit entfällt - wir finden auch das niedrige Gewicht, gerade im Verhältnis zur Steifigkeit, und die innovative Lösung zur Blockierung des Gehmodus interessant, welche jegliches Spiel im blockierten Zustand verhindern sollte. Auch die ISPO-Jury sah daswohlähnlich und verlieh dem Hoji Pro Tour den ISPO Gold-Award, obwohl der Schuh nicht auf der ISPO ausgestellt wurde und wir ihn somit leider auch nicht näher in Augenschein nehmen konnten.

Fischer

Fischer zieht mit dem Ranger Free im "Freetouring" Segment nach und präsentiert einen steifen Tourenschuh mit Tech-Inserts in der Gewichtsklasse vergleichbarer Modelle anderer Firmen. Der Ranger Free wiegt 1540g und hat Standardfeatures wie eine Vibram Sohle und einen durchdachten Innenschuh. Die Leistenbreite beträgt 99mm. Es gibt ein härteres Modell mit Flex 130 und ein etwas weicheres, für das ein Flex von 110 angegeben wird. Technisch interessant ist der Gehmechanismus, der durch Umlegen eines Hebels seitlich unter der obersten Schnalle aktiviert wird. Wir haben den Ranger Free schon bei ein paar Fischer Athleten im Einsatz gesehen und das Feedback war bisher durchwegs positiv. 

Full Tilt

Lange hat es gedauert, aber nach mehreren Jahren Entwicklungszeit präsentiert Full Tilt mit dem „Ascendant“ erstmals einen Schuh mit Gehmodus. Dabei kann, ähnlich wie beim Dalbello Lupo, die Zunge für den Aufstieg herausgenommen werden. Der Ascendant ist sehr abfahrtsorientiert ausgelegt, was auch durch sein (für heutige Verhältnisse) nicht mehr als ultraleicht zu bezeichnendes Gewicht unterstrichen wird, jedoch wurde auch hier mit verschiedenen Materialien experimentiert um im Vergleich zu den reinen alpinschuhen noch ein wenig Gewicht zu sparen. Der Schuh, der einen robusten Eindruck macht, basiert auf der neueren Schalenform, die auch für den Descendant verwendet wird und dürfte somit auch 102mm Leistenbreite haben.

Lange
Bei Lange wird ein Richard Permin Sondermodell in der bekannten XT Serie erscheinen, welches mit einem Flex von 140 angegeben wird. Damit liegt man hier zumindest bei der Härteangabe im Bereich der Schuhe mit Aufstiegsmodus vorn.

Rossignol
Bei Rossignol wird die, bisher in unseren Breiten selten anzutreffende, „Alltrack“-Serie neu aufgeleg. In Zukunft kommen die Modelle jetzt endlich mit Tech-Inserts, zudem haben sie etwas Gewicht verloren, ohne dabei an Abfahrtsperformance einzubüßen.

Scott
Bei Scott wird der S1, welcher es ja in dieser Saison knapp nicht auf den Markt geschafft hat, zur kommenden Saison in den Verkauf kommen. Das innovative Konzept bleibt interessant und wir sind gespannt auf erste Praxis-Tests.

Tecnica Zero G Tour Pro add_circle
Tecnica Zero G Tour Pro

Tecnica
Tecnica hat der erfolgreichen Zero G Serie ein umfassendes Update verpasst. Das Top-Modell heißt nun Zero G Tour Pro. Im Schaft des Schuhs wird in einem Einspritzsverfahren Karbon verarbeitet, so dass der Schuh sowohl steifer als auch leichter wird (Gewicht nun 1320g). Der Gehmodus wurde komplett überarbeitet und erinnert nun an die Systeme etwa des Atomic Backland oder Arc'teryx Procline. Zudem gibt es nun eine durchgehende Vibram Sohle (beim Vorgängermodell war mittig ein ausgesparter Bereich) und überarbeitete Schnallen, die noch besser bedienbar sein sollen. Der Klett-Strap am Schaft wurde durch eine etwas hochwertiger erscheinende Variante mit einer Art Ratschenverschluss ersetzt. 

Die kleinen Geschwister des Zero G Tour Pro sind die jeweils etwas weicheren Modelle Zero G Tour Scout und Zero G Tour. Außer dem Karbongemisch am Schaft haben sie die gleichen Features wie der Zero G Tour Pro. Die Damenmodelle Zero G Tour Scout W und Zero G Tour W sind die Entsprechungen der erwähnten Herrenmodelle. Bei den Damenmodellen ist der Schaftabschluss etwas anders gestaltet und der Innenschuh ist im Wadenbereich besonders gut anpassbar um dem typischerweise etwas niedriger liegenden, weiblichen Wadenansatz Rechnung zu tragen. Vom "Pro" Modell gibt es keine Damenversion, da anscheinend nicht genug Frauen einen derartig steifen Schuh kaufen. Ob es sich da vielleicht um ein Henne-Ei Problem handelt?

Die abfahrtsorientierte Cochise Serie bleibt bis auf einen überarbeiteten Powerstrap unverändert.

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